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Erich Möchel

Netzpolitik, Datenschutz - und Spaß am Gerät.

21. 12. 2010 - 12:50

2011: Jahr der Internetsperren

Zwei Tage, nachdem EU-Kommissarin Cecilia Malmström versichert hatte, die geplanten Internetblockaden würden ausschließlich "Kinderpornografie" betreffen, verkündete die britische Regierung ihre Pläne, alle Pornowebsites zu sperren.

"Die Kommission hat zwar Sperren von Kinderpornografie vorgeschlagen, aber nicht für Inhalte, die zum Terrorismus anstiften (...) noch überlegt die Kommission Internetblockaden gegen andere Inhalte", so eine Antwort auf eine parlamentarische Anfrage an die EU Kommission vom 17.12. 2010. Autorin: die Kommissarin für Innere Angelegenheiten, Cecilia Malmström. Das zeige doch, dass die Befürchtung, hier handle es sich um eine "Einschleichaktion" ("mission creep") mit dem Ziel, die beabsichtigten Kinderpornosperren auf andere Bereiche auszudehnen, vollkommen unbegründet seien, so Malmström in ihrer am vergangenen Donnerstag veröffentlichten Anfragebeantwortung.

Porno nur auf Anmeldung

Zwei Tage danach trat der britische Kommunikationsminister Ed Vaizey vor die Presse und verkündete, dass er die großen Internetprovider zum Thema "Kinderschutz" vorgeladen habe. Nachdem der Versuch, Kinderpornografie-Websites amtlicherseits zu blockieren, in Großbritannien so gut geklappt habe, sei es für die Provider an der Zeit, nun ihrerseits den Schutz vor Jugendlichen vor jeder Art von Pornografie zu gewährleisten. Wer derlei Material ansehen wolle, müsse sich dafür anmelden (opt-in).

"Operation Charly"

Die aktuellen Hausdurchsuchungen in Österreich betreffen keine Websites, sondern ein oder zwei verdeckte Downloadserver, die physisch in Luxemburg standen. Laut österreichischem Innenministerium lief die "Operation Charly" weltweit über ein ganzes Jahr. Wie lange die "Honeypots" im WWW, die für Zulauf sorgen, offengelassen wurden, hat niemand bis jetzt gefragt. Ob die Betreiber dieses dreckigsten aller Geschäfte gefasst wurden, ist ebenso wenig bekannt.

Wenn die Industrie nicht von sich aus ein derartiges System erstelle, meinte Vaizey am 19. 12 2010, werde man entsprechende Gesetze verabschieden müssen. Als eine der Begründungen für die Notwendigkeit, sämtliche Pornografiewebsites der Welt in Großbritannien erst einmal zu sperren und nur auf Antrag zugänglich zu machen, wurde allen Ernstes angegeben, dass immer mehr TV-Geräte in britischen Wohnzimmern über Internetzugang verfügten.

Vom Benützen der Proxys

"Prinzipiell falsch und praktisch nicht machbar", sagte Ross Anderson, Professor für Security Engineering an der Universität Cambridge am Montag zu ORF.at. Die Internetprovider seien einfach der falsche Punkt im Netz, um Kinder vor solchen Inhalten zu schützen. Wenn sich ein Erwachsener in einem vernetzten Haushalt den Zugang freischalten lasse, sei der Filter erst wieder umgangen.

Anderson weiter: "Mein zehnjähriger Enkel benützt einen Proxy, um aus dem Schulnetz auf sein 'gesperrtes' Google-Mail-Konto zuzugreifen."

"Jugendmedienschutzstaatsvertrag"

In Deutschland wiederum wurde am 16.12. 2010 der "Jugendmedienschutzstaatsvertrag" in letzter Minute durch das Bundesland Nordrhein-Westfalen gekippt. Das Regelwerk sah eine verpflichtende Altersfreigabe für alle deutschen Websitebetreiber vor, anhand derer dann Websites für Jugendliche einfacher gesperrt werden könnten. In einer früheren Fassung des nun gekippten Regelwerks hatte man sogar "Öffnungszeiten" für Pornowebsites festgelegt, die prinzipiell erst nach 23.00 Uhr zu sehen sein sollten.

All das wird als "Selbstregulation" der Internetprovider bezeichnet, in Italien strebt die Regierung eine ganz ähnliche Regelung an. Nach Art des Hauses Berlusconi sind die Einschränkungen im TV-Bereich allerdings so geplant, dass sie seinen Erzkonkurrenten Rupert Murdoch (Sky Italia) empfindlich treffen. Beschränkungen für Pornos im Pay-TV auf die Zeit zwischen 23.00 und 6.00, natürlich darf auch im Internet zu dieser Zeit nichts mehr dergleichen "ausgestrahlt" werden.

Das momentane Klima von Filtern, Netzsperren und Entscheidungen der Höchstgerichte, die gerade erst beschlossene neue Rechtslage wieder umwerfen (müssen), ist der Entstehung eines gesamteuropäischen Onlinemarkts nicht eben förderlich. Die für den Binnenmarkt zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes, die ihre im Mai vorgestellte digitale Agenda EU-weit umsetzen will, wurde offensichtlich von den Hardlinern in der Kommission überstimmt.

Als "gesperrt" markiert

Die EU-Kommission wiederum hält an ihren Plänen fest, eine Sperrinfrastruktur gegen Kinderpornografie europaweit durchzusetzen, argumentiert wird dabei, dass sich die Balken biegen. Bereits die Begriffswahl lügt. "Sperren" bedeutet in der Praxis nämlich: Nach Identifikation einer Website mit Bildern von Kindesmissbrauch auf einem ausländischen Server durch die Polizei in Land A wird nicht etwa der Provider in Land B informiert, sondern die Polizeikollegen.

Wenn diese die Website nicht entfernen, etwa weil sie gerade in diesem Fall ermitteln, verbleibt die Site eine Zeitlang auf ihrer ursprünglichen Adresse. Darauf fügt sie die Polizei in Land A in die aktuellste Version der Sperrliste ein, die Internetprovider müssen die Site ab dann "sperren", indem sie ein Stopptaferl anstelle der inkriminierten Website zeigen. Es wird also nicht gesperrt, sondern auf nationaler Ebene als "gesperrt" markiert.

Diese "Sperrmaßnahme" ist auf jedem Rechner durch den Eintrag eines ausländischen DNS-Servers in den Netzwerkeinstellungen mit drei "Mausklicks" zu umgehen.

Entfernen

"Löschen" heißt hingegen, dass auch der betroffene Provider sofort informiert wird, bei dem die illegalen Inhalte gehostet werden. Die sind dort doppelt illegal, weil die Kriminellen klarerweise gestohlene Kreditkartendaten benutzen, um derartige Domains anzumelden oder Webspace zu "bezahlen". Die Websites dienen nur dazu, Triebtäter im WWW "abzuholen", um ihnen dann über versteckte Server verschlüsselten Zugang zu einschlägigem Bildmaterial anzubieten.

Wie effizient "Netzsperren" technisch sind, hat sich im Fall von WikiLeaks eindrucksvoll gezeigt. Nicht einmal die Brachialmaßnahme der US-Regierung, den Registrar von Wikileaks.org zum Deaktivieren der Domain zu zwingen, hat irgendeine Wirkung gezeigt.

In ihrer Anfragebeantwortung hat Cecilia Malmström interessanterweise nur ältere Studien zitiert, nicht aber jene der britischen Internet Watch Foundation (IWF), die übrigens zu den Befürwortern der "Sperren" zählt. 2009 seien insgesamt 1.316 Kindesmissbrauchwebsites rund um die Welt identifiziert worden, im Schnitt waren etwa 500 davon gleichzeitig online: bei "hoher Fluktuationsrate" in einer "extrem schnellen Umgebung". Das heißt, die IP-Adressen wechseln ständig, das inkriminierte Material rotiert dabei von Rechner zu Rechner. Sperren nach Malmströms Plan sind damit vollkommen nutzlos.

Rotierende Portale

Neben freien oder billigen Webhosting-Anbietern fänden sich diese Pages vor allem auf gecrackten Rechnern, heißt es im IWF-Bericht. Das ist ein handfestes Indiz dafür, dass im Hintergrund solche Automationsmechanismen werken, wie sie von den Botnet-Betreibern seit Jahren eingesetzt und ständig weiterentwickelt werden. Bereits 50 Prozent aller von der IWF 2009 weltweit entdeckten Websites führten auf ein Bezahlsystem.

Der Jahresbericht 2009 der britischen Internet Watch Foundation.

Die mittlerweile in Europa zu ziemlicher Bedeutungslosigkeit heruntergekommene, gemeine Phishing-Kriminalität - das Abluchsen von Konto-Zugangsdaten über eine Kombination aus Spam-Mails und gefälschten Bankwebsites - funktioniert zum Verwechseln ähnlich. Die Domains der rotierenden Phishing-Portale werden mit gestohlenen Kreditkarten registriert und rotieren über ferngesteuerte Rechner ahnungsloser Benutzer, so lange, bis der Registrar der Domain "den Stecker zog."

Die Chronologie der Entwicklung rund um das deutsche Jugendschutzgesetz ist im generell sehr empfehlenswerten Blog Netzpolitik.org nachzulesen. Und so hat die britische Boulevardpresse auf die Ankündigung des Kommunikationsministers am Sonntag reagiert.

Gelöschte Phisher

Das ging erst zögerlich, dann immer schneller, denn zu beurteilen, dass ein Login-Formular auf "raiffeisen-bank-austria-login.heihachi.at" kein legitimes der betreffenden Bank ist, dazu bedarf es keines Spezialisten.

Da die gefälschten Banken-Domains regelmäßig binnen weniger Stunden verschwanden, nachdem die erste der angegriffenen Banken Alarm geschlagen hatte, standen die kriminellen Erträge bald in keinem Verhältnis mehr zum Aufwand. Daher wandte man sich seither etwas komplexeren kriminellen Tätigkeiten zu, wie der gezielten Ausspähung von Geschäftsgeheimnissen, der Erpressung von Onlineshops mittels DDoS-Atttacken, "Botnet-Leasing" für ebenso experimentierwillige wie zahlungskräftige Militärgeheimdienste usw.

Der Abzocke von Triebtätern durch gewöhnliche Kriminelle, denn um nichts anderes handelt es sich hier, wird also mit einem geheimen Sperrsystem begegnet. Erklärtes Ziel des Absperrens ist: Die allgemeine Öffentlichkeit soll nichts davon bemerken.

Der Mathematiker und Kryptograf Ross Anderson leitet die Abteilung für Security Engineering am Computer Lab der Universität Cambridge.

"Eigene Agenden huckepack"

Ross Anderson kommentiert das so: "Es gibt genug sinistre Mächte, die solche Blockiermethoden einführen wollen, um ihre eigenen Agenden darüber huckepack zu spielen. Das US-Außenministerium kann so ausländische Provider zwingen, WikiLeaks zu blockieren. Die Copyright-Industrie bekommt eine eigene Zensurliste. Pharmakonzerne können Publikationen kritischer Forscher und Journalisten aus dem Netz verdrängen."

Der Einschätzung von EU-Kommissarin Malmström, dass es sich bei den geplanten Internetsperren durchaus um kein "Einschleichmanöver" handle, ist freilich zutreffend. Hier probiert der Rat der 27 nationalen Innen- und Justizminister/innen nämlich wieder einmal über die EU-Kommission den offenen Durchmarsch gegen eine bestehende Mehrheit im EU-Parlament.

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  • cyberhawk1 | vor 2167 Tagen, 15 Stunden, 15 Minuten

    Sperren - Sperren - Meinungsfreiheit - Sperren

    Also ehrlich liebe Leute, das ist leider ein Thema das wieder einmal von den falschen Leuten mit falschen Mitteln diskutiert wird! Technisch ist vieles Machbar - grenzt aber hart an Zensur oder ist bereits solche. Ein effizientes Mittel gegen die bösen Websites (Kinderpornos lt. def. der EU-Ministerin und sonst nix!) ist es die Provider wo diese Sites liegen darüber zu verständigen. Diese drehen dann in der Regel blitzartig diese Sites ab! Die wollen so einen Schund auch nicht auf Ihren Servern und ihrem DNS haben. Das ist legal und legitim. Diese ganze geistige Nackerpazldiskusion von Politikern die nix verstehen und auch davon noch keine Ahnung haben ist sinnlos weil diese
    A) in Wahrheit ganz andere Ziele verfolgen und ihnen die Kinderpornoseiten nur einen Aufhänger liefern und
    B) die Selbstregulierung der Netzprovider 1.000.000 mal efektiver funktioniert als jede Gesetzgebungsmaßnahme die 3 Jahre braucht!

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  • ajosha | vor 2172 Tagen, 11 Stunden,

    Stimmt Tante

    die Sperren scheinen offenbar doch nicht so toll zu funktionieren.
    Aber im Fall der legalen Pornobetreiber sieht die Sache ja anders aus. Die sind ja in den meisten Fällen leicht auszumachen und deshalb kann man sie ja auch direkt damit konfrontieren, Alterszugangsbeschränkungen einzubauen, ansonsten werden sie geblockt.

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    • tantejutta | vor 2172 Tagen, 5 Stunden, 53 Minuten

      rightie right ajosha

      aber die Legitimen haben ja solche Beschränkungen, weil eine Kreditkarte gebraucht wird. Ganze Filme gibts hingegen gratis in Tauschbörsen. Das ist das Problem. Sobald die kiddies in den Tauschbörsen wegen was anderem drin sind haben sie Zugang zu allem möglichen Nahaufnahmen von Schleimhäuten. Also werden alle P2P Anwendungen geblockt? Das machens in China.

  • ajosha | vor 2172 Tagen, 20 Stunden, 10 Minuten

    Was gibt es daran

    grundsätzlich auszusetzen. Ich denke es ist längst an der Zeit, dass nicht jedes Kind völlig ungefiltert jede Art von Porno im Netz konsumieren kann. Der Alterscheck funktioniert auf den meisten Servern ja so, dass man einfach nur einen Button klickt und schon hat man sich als "über 18" definiert. Ein "Pornoheftl" in der Trafik bekommt man erst ab 18 und auch im Internet sollte man sich eine taugliche Sperre überlegen, damit Kids sich nicht mit Gangbang und Co. die Zeit vertreiben.

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    • hotdocdcs | vor 2172 Tagen, 19 Stunden, 53 Minuten

      Aufsichtspflicht?

      Wo bitte sind die Eltern der Kinder?
      Immerhin haben diese eine Aufsichtspflicht. Bei einem Kind (14) kommen sowieso zu dem was sie wollen, egal obs zensiert ist oder nicht. Zensieren/verbieten hilft bei den Drogen schon nix und wird auch bei Pornografie nix ändern.

    • hotdocdcs | vor 2172 Tagen, 19 Stunden, 49 Minuten

      Hier werden anscheinen größer und kleiner Zeichen gefiltern :)

      Bei einem Kind (unter 14) sollten die Eltern soweiso wissen was es macht. Jungendliche (über 14) kommen sowieso zu dem was sie wollen, egal obs zensiert ist oder nicht. Zensieren/verbieten hilft bei den Drogen schon nix und wird auch bei Pornografie nix ändern.

    • thedarktower | vor 2172 Tagen, 19 Stunden, 47 Minuten

      Also das verstehe ich jetzt nicht

      Weil Kinder sich Pornografie im Internet anschauen könnten sollte man den Zugang zu Pornografie komplett sperren?

      Ich würde sagen wir verbieten einfach PC und Handies komplett, könnte sich ja ev. mal ein Pornobütl drauf verirren.

    • ajosha | vor 2172 Tagen, 19 Stunden, 3 Minuten

      Wir wissen doch alle, dass

      das Argument der Aufsichtspflicht real nicht funktioniert. Die Eltern sind in der Arbeit, die Kids sitzen vor dem Rechner und surfen. So schnell kann Mama doch gar nicht schauen, hat der Kleine die Seite weggeklickt, wenn Frau Mutter ins Zimmer kommt. Natürlich sollte man den Zugang zur Pornografie nicht sperren für Erwachsene. Aber um zu gewährleisten, dass der User, der auf die Pornoseite klickt, bereits 18 ist, braucht es eben irgendeine Form der Anmeldung bzw. Legitimierung. Ich bin natürlich gegen jede Form der Zensur, was erlaubten Content betrifft. Aber das derzeitige System, dass ihm Grunde jeder 10-Jährige mit Internetanschluss sich jeden Scheiß im Web reinziehen kann, das ist für meinen Geschmack absolut nicht brauchbar.

    • tantejutta | vor 2172 Tagen, 18 Stunden, 7 Minuten

      Was ist denn eine "taugliche Sperre"?

      und wie soll das technisch funktionieren? Das wär echt ein Novum, wenn das einmal jemend erklären kann...

    • ajosha | vor 2172 Tagen, 16 Stunden, 55 Minuten

      Wahrscheinlich

      wird man nicht um irgendeine Form des Identitätsnachweises herumkommen, die dazu führt, dass manche Leute, um sich nicht als Pornokonsumenten zu outen, manche Seiten nicht mehr besuchen werden. Aber im Umkehrschluss kann es nicht bedeuten, nur weil es datenschutzmäßig bedenklich ist sich zu legtimieren, verzichtet man auf jede Form von Jugendschutz.

    • hotdocdcs | vor 2172 Tagen, 16 Stunden, 17 Minuten

      @ajosha

      Für die Kids zuhause gibts entsprechende Software bzw kann man den Zugang über den eigenen Router entsprechend eingrenzen.
      Somit hat man sein Kind auch unter Kontrolle auch wenn man nicht zuhause ist.

    • thedarktower | vor 2172 Tagen, 16 Stunden, 12 Minuten

      Naja

      einen Identitätsnachweis, in Form von ich bin der Max von Buxtehude, braucht man nicht. Man braucht einfach Zugangsbeschränkungen und die sind ja nichts neues! Oder wie hast du dich hier angemeldet?

      Das hat aber nichts, in Worten "nichts", mit sogenannten "Internetsperren" zu tun. Es wird ja nichts "gesperrt" sondern max. ein Umleitungsschild aufgestellt.

      Wie lange glaubst du braucht der Kleine bis er die IP der gewünschten Seite hat?

    • ajosha | vor 2172 Tagen, 16 Stunden,

      @hotdocdcs, ich denke in

      sehr vielen Haushalten wären die Eltern schlichtweg überfordert sich darum zu kümmern, weil sie im Unterschied zu ihren Sprösslingen einfach keine Ahnung von Netzwerken, Routern oder Sperr-Software haben.
      @thedarktower, ich verstehe die britische Diskussion eigentlich schon so, dass die Porno-Betreiber ins Gebet genommen werden sollen, um ordentliche Sicherheitsmaßnahmen zu installieren. Nur wenn sie das nicht machen, soll gesperrt werden.

    • thedarktower | vor 2172 Tagen, 15 Stunden, 7 Minuten

      Es heißt doch immer die Sperre ist nur für Kinderpornografie. Will man jetzt die Betreiber von Kinderpornoseiten zu einer Alterskontrolle "überreden"???
      Ich bin verwirrt....

    • ajosha | vor 2172 Tagen, 14 Stunden, 28 Minuten

      Die Sperre der

      Kinderpornoseiten hat scheinbar gute Erfolge gebracht und nun will man auch den Betreibern von legalen Pornoseiten die Rute ins Fenster stellen. Entweder sie kümmern sich darum, dass ordentliche Alterskontrollen zwecks Jugendschutz installiert werden oder sie werden ebenfalls geblockt. So habe ich den Artikel verstanden.

    • tantejutta | vor 2172 Tagen, 12 Stunden, 26 Minuten

      "scheinbar gute Erfolge" heißt:

      absolut keine guten Erfolge, wie auch im Artikel Länge mal Breite mal Höhe ausgeführt wird. Ganz lesen würde echt was nützen.

  • cyana | vor 2173 Tagen, 17 Stunden, 24 Minuten

    divide et impera

    zunächst die ganz Randständigen separieren und eliminieren. Gegen die Verfolgung von Kinderpornografen wird ja niemand etwas haben. Und der Zweck heiligt die Mittel. Dann die Pornografen. Dann jene, die sich pornografische Freiheiten herausnehmen. Zum Beispiel geheime Unterlagen veröffentlichen. Und natürlich jene, die solcherart Pornografie konsumieren. Das ist dann Terrorprävention, weil so mancher vor Zorn über die Machenschaften der Mächtigen sinistren Gedanken verfallen könnte.

    Auf gesellschaftlicher Ebene passiert Analoges. Zunächst waren die Raucher dran, jetzt sind die Dicken an der Reihe. Morgen wirst du nur mehr das essen dürfen, was dir Klimabewegte vorschreiben. Wegen des Fussabdrucks. Und natürlich wegen der Gesundheit. Die solcherart auf 120 Jahre Gereiften werden dann sterbehelfend beseitigt, weil wir uns die medizinische Betreuung nicht mehr leisten können. Aber Hauptsache, sie waren Nichtraucher, Nichttrinker, normalgewichtig und politisch korrekt.

    Auf dieses Posting antworten
    • tantejutta | vor 2173 Tagen, 16 Stunden, 1 Minute

      and yet another fuzo regular

      dies erfreut das Herz der Tante ganz ungemein

  • fraugrassamenrat | vor 2174 Tagen, 10 Stunden, 14 Minuten

    Kinderpornographie

    ist nur der Aufhänger. Keiner will das. Aber mit dem niedrigsten Dreck als Argument wollen sie ja was ganz anderes, wie man sieht. Die Behörden sagen: ja, es ist wegen der Kinderpornographie aber dann sitzen sie einem jedem überwachungsmäßig am Hals wegen ganz anderer Gründe.

    Auf dieses Posting antworten
  • geradewohl | vor 2174 Tagen, 12 Stunden, 49 Minuten

    Tollerierbar ?

    Für Kinderporno gilt im Allgemeinen ;- ein absolutes Null Toleranz !!
    Das hat nun einmal Priorität; und andere Themen gilt es auf einem anderen Podium auszudiskutieren !"
    Für kranke Geisteszustände müssen trakonische Mittel greifen , das ist und bleibt ein Gebot der Stunde da eben noch absolut gesehen Handlungsbedarf besteht !

    Auf dieses Posting antworten
    • euripides | vor 2174 Tagen, 12 Stunden, 35 Minuten

      Genau!

      Ich finde ja auch, daß man vorsichtshalber alle Kirchen zusperren sollte. Ist ja nur zum Wohl der Kinder!

      Und gerade zu Weihnachten: den Kindern eintrichtern, sie müßten nett zu einem dicken Mann sein, der ihnen Geschenke bringt - das gehört doch verboten!

    • geradewohl | vor 2174 Tagen, 12 Stunden, 23 Minuten

      (euripides)

      und wenn Du glaubst es geht nichts mehr kommt von irgendwo ein Lichtlein her, gg?

    • maxitb | vor 2174 Tagen, 7 Stunden, 37 Minuten

      Natürlich ist Kinderpornografie verabscheubar

      Aber:

      "Those who would give up essential liberty to purchase a little temporary safety deserve neither liberty nor safety."
      Benjamin Franklin

      Das eigentliche Ziel war von vorneherein verfehlt. In diesem Fall ist das wie z.B. alle Waffen zu verbieten wenn nur mehr Verbrechen mit illegalen Waffen durchgeführt werden. Es läßt sich gut verkaufen, hat Null Effekt aber kann für andere Zwecke umfunktioniert werden.

    • thedarktower | vor 2173 Tagen, 22 Stunden, 53 Minuten

      @geradewohl

      Es geht nicht darum ob man Kinderpornographi tollerieren will oder nicht. Es geht darum, dass diese Maßnahme der "Internetsperren" (die sie ja nicht sind) vollkommen wirkungslos sind und die Kinderpornographi in keiner weise verhindern oder auch nur behindern.

  • fraugrassamenrat | vor 2174 Tagen, 12 Stunden, 51 Minuten

    V wie Vendetta

    aus dem jahr 2006. Sollte es irgendwer noch nicht gesehen haben.......

    Auf dieses Posting antworten
  • dream300 | vor 2174 Tagen, 13 Stunden, 46 Minuten

    Die EU wird zunehmend unsympathischer

    das ist der schleichende Weg zum Kommunismus. Immer mehr Einschränkungen und Zensuren.

    Auf dieses Posting antworten
    • tantejutta | vor 2174 Tagen, 13 Stunden, 35 Minuten

      Es ist der Rat der _nationalen_ Innen- und

      Justizminister, der das vorantreibt. Die Kommission handelt nur auftragsgemäß

    • thedarktower | vor 2174 Tagen, 13 Stunden, 21 Minuten

      Genau diese pöhse EU!

      Vielleicht solltest du den Artikel ganz lesen und auch versuchen zu verstehen.

      Aber leichter ist es doch auf die "EU" (wer das wohl ist) zu schimpfen. Lokale Regierungen würden sowas ja niemals machen und können gegen "die EU" ja auch nichts machen. Oder sind es doch alles einfach nur gewählte Politiker?
      Fragen über Fragen .....

    • thedarktower | vor 2174 Tagen, 13 Stunden, 17 Minuten

      P.S.

      Gratulation an Herrn Moechel! Sehr gute Artikel hier auf FM4, werde jetzt regelmäßig vorbeischauen.

    • tantejutta | vor 2174 Tagen, 5 Stunden, 21 Minuten

      Das ist doch bloß der immer

      schon problematische Altneffe. Also "Herr" würde meinereine den nie im Leben nennen.

  • hobbyhexe321 | vor 2174 Tagen, 13 Stunden, 59 Minuten

    Pressefreiheit

    Toll, dass das ein Journalist oder Reporter sich sagen traut, dass es in der westlichen Welt immer mehr Zensuren gibt.

    Auf dieses Posting antworten
  • maxitb | vor 2174 Tagen, 14 Stunden, 26 Minuten

    Lieber Hr. Moechel

    Sie sind mir sympathisch. Leider gibt es viel zu wenige Stimmen, welche die Sinnhaftigkeit von Gesetzen mit den waren Motiven in der Öffentlichkeit wiedergegeben. All zu gerne wird auch von den Medien in solchen Gesetzen die Chance wahrgenommen, Informationsmonopol kontrolliert kommerziell aufrecht zu erhalten und ich denke das spielt bei der Berichterstattung eine nicht unterlegene Rolle. Die Angst der Politiker vor einem nicht kontrollierbaren Medium hat sich ja mit dem österreichischen ECG das erste Mal so richtig offenbart mit dem netten Versuch anonyme Inhalte (natürlich aus zum Schutz der Benutzer) zu kriminalisieren. Die Kinderpornografie-Sache hat sich in Deutschland gleich nach dem zweiten Tag in BaWü als ein perfektes Einstiegsszenario für Hintertür-Zensur herausgestellt.
    Hach, wie schön wäre eine Welt, wo man als Staat wieder die eigene Meinung als jene des Volkes verkaufen könnte. Aber Nein, immer wieder finden Anarchisten neue Wege die wenig schmeichelhafte Wahrheit ans Licht zu bringen. So wird der Kampf um wahre Informationsfreiheit wohl nicht schon morgen enden, erst wenn die letzte Gegenstimme in dem Schatten der gleichgültigen Befehlsgehorsamkeit verschwindet.

    Auf dieses Posting antworten
    • tantejutta | vor 2174 Tagen, 13 Stunden, 36 Minuten

      Der Altneffe bedankt sich artig und lässt ausrichten "la lotta continua"

      und lässt ausrichten "la lotta continua". Meinereine grüßte einen weiteren fuzo Regular aufs innigste.