Standort: fm4.ORF.at / Meldung: "Komm zum Weltraumtraining"

Musik, Film, Heiteres

Johannes Grenzfurthner

Von ästhetischen Vernarbungen und phänomenologischer Wollust.

24. 2. 2011 - 13:33

Komm zum Weltraumtraining

Am Freitag gehts los mit dem Astronauten-Camp für monochroms Weltraum-Sitcom. Mach mit!

Ab 16. März 2011 wird monochrom einen alten Menschheitstraum wahr werden lassen: Eine international besetzte, zehnteilige Impro-Reality-Sitcom für Theaterbühnen, die das erste Jahr auf der ISS ("International Space Station") schildert.

Geschildert wird der Arbeitsalltag im All. Wie lebt und arbeitet es sich unter den besonderen Bedingungen und Beeinträchtigungen einer Raumstation, unter Schwerelosigkeit und der Diktatur des Funktionalen? Was tun, wenn jeder Handgriff gleich 150.000 Dollar kostet? Schwerelosigkeit, Platzmangel und komplexe Protokolle zeichnen sich eher durch (überlebensnotwendige) Beschränkung aus, als neue Erfahrungsräume à la Star Trek aufzuschließen.

public domain

Die Abenteuer, die auf der ISS zu bestehen sind, ähneln eher dem abgeschlossenen Mikrokosmos einer Sitcom und haben viel mehr mit der Aufrechterhaltung des gruppenkommunikativen Status Quo und der gemeinsamen Eingeschlossenheit zu tun, weniger mit fantastischen Ereignissen, die aus den unbekannten Tiefen des Raums an die Crewmitglieder herantreten.

Das Fortsetzungsstück beschäftigt sich darüber hinaus mit der impliziten Dialektik, die den Alltag auf einer Weltraumstation kennzeichnet. Zum einen repräsentiert sie die alte Utopie vom „Griff nach den Sternen“, zum anderen widersprechen die realen Möglichkeiten (und Grenzen) interstellarer Fortbewegung der Science-Fiction-Idee von der Erforschung und Kolonialisierung des Weltraums und der möglichen Begegnung mit außerirdischen Zivilisationen.
Dieses Thema wird auch von den Figuren des Stückes immer wieder gestreift.

monochrom

Wir monochroms konnten einige wunderbare SchauspielerInnen casten: Jeff Ricketts (u.a. in den TV-Serien Star Trek: Enterprise, Buffy the Vampire Slayer, Firefly, Angel, CSI), Maciej Salamon (u.a. in den Musicals Barbarella, Tanz der Vampire, Sweeney Todd), Claire Tudela (u.a. Carmen, The Producers) und den Schriftsteller und Puppenspieler Geoff Pinfield (Aoterroroa, Lovepuke).

Unsere DarstellerInnen brauchen jetzt aber jede Menge Training und Wissen über das Leben im Orbit. Und deswegen freuen wir uns besonders, zwei Weltraum-Profis als personal trainers gewonnen zu haben.

Norbert Frischauf hat das Studium der technischen Physik an der TU Wien (Österreich) abgeschlossen. Da er sich auf Hochenergiephysik spezialisiert hatte, war der Schritt ans CERN in Genf (Schweiz) der nächste logische Schritt. Dort arbeitete er an zwei Teilchendetektoren im Rahmen des DELPHI Experiments im Large Electron Positron Collider (LEP) mit. Nachdem er einige Jahre am CERN gearbeitet hatte, führte ihn seine wissenschaftliche Karriere in das europäische Wissenschafts- und Technologiezentrum ESTEC (European Science and Technology Centre) der Europäischen Weltraumorganisation ESA (European Space Agency ) in Noordwijk (Niederlande). Dort arbeitete er als "Future Studies Systems Engineer and Expert for emerging Technologies" - frei übersetzt: "Systemingenieur für Zukunftsstudien und -technologien". Von 1999 bis 2006 war Norbert Frischauf als Berater für Booz Allen Hamilton tätig, dies vor allem in Projekten der Luft- und Raumfahrt, Telekommunikation und des Hi-tech-Sektors. Neben diesen wissenschaftlichen Tätigkeiten, ist er auch ein führendes Mitglied in verschiedensten Vereinigungen (wie z.B. dem ÖWF) und arbeitet als Wissenschaftskommunikator, indem er Dokumentationen für den ORF gestaltet und populärwissenschaftliche Artikel für verschiedene Magazine und Bücher verfasst.

Und Maria Pflug-Hofmayr ist Journalistin, Grafikdesignerin, Dokumentarfilmerin und PR-Beraterin. Sie war Chefredakteurin des Magazins "Star Observer", hat die Internet-Plattform "Der Orion" ins Leben gerufen und ist Sendungsverantwortliche für die TV-Sendung "SuperNova".

monochrom

Am Freitag, den 25. Februar 2011 und am Samstag, den 26. Februar 2011 wird es deswegen ab 19 Uhr für unsere SchauspielerInnen und alle Gäste die Möglichkeit geben Fragen zu stellen. Und die dürfen bitte so blöd sein wie notwendig. Denn das ist Wissenschaft.

Training, wo? Raum D (Museumsquartier, Quartier 21, Wien)

Die Theateraufführungen finden dann am 16. März, 15. April, 4. Mai und 1. Juni in der Garage X statt. Nähere Infos auf unserer Projektseite in adrettem HTML.

Haftungsausschluss

Die ORF.at-Foren sind allgemein zugängliche, offene und demokratische Diskursplattformen. Die Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Wir behalten uns aber vor, Werbung, krass unsachliche, rechtswidrige oder beleidigende Beiträge zu löschen und nötigenfalls User aus der Debatte auszuschließen. Es gelten die Registrierungsbedingungen.