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Musik, Film, Heiteres

Stefan Trischler

Trishes

Beats, Breaks und Tribe Vibes - oder auch: HipHop, Soul und staubige Vinyl-Schätze.

10. 1. 2012 - 15:36

Rap-gewordene Vaterfreuden

Was macht Jay-Z am Tag nach der Geburt seiner Tocher? Richtig: Er nimmt ihre ersten Laute und verpackt sie in einen Song. Und was für einen!

Dass ich das noch erleben würde: Jay-Z hat mein Herz berührt! Das macht mich womöglich offiziell zum sentimentalen Deppen, aber damit muss ich leben...

Jay-Z

Denn: Schon auf diesem Luxus-Rapalbum hat mich zwischen all dem Prahlen und Glitzern der ruhigste Song am meisten angesprochen.

Auf New Day schreiben Kanye & Jay über verträumte Nina Simone-Sounds Briefe an ihre fiktiven Söhne. Ob Jay-Z zum Zeitpunkt der Entstehung schon über seine bevorstehenden Vaterfreuden Bescheid wusste, darüber kann nur spekuliert werden - jedenfalls waren seine Lyrics bei weitem persönlicher, als man das von ihm bis dahin gewöhnt war.

Gestern abend, keine zwei Tage nach der Geburt seiner Tocher, verbreitete sich der Song "Glory" blitzartig durch die Informationswolken. Jay-Z hatte scheinbar nicht lange mit Zigarren und Sekt gefeiert, sondern sich aus dem privaten Flügel des Lenox Hill Spitals recht bald ins Studio abgeseilt. Und dort hat der sonst in Privatsachen sehr verschlossene Rapper seiner Freude und dem Staunen freien Lauf gelassen.

Er erzählt aber auch über vorhergehende Fehlgeburten, den Tod seines Vaters und, dass er wohl gar nicht anders kann, als Blue Ivy Carter maßlos zu verwöhnen. Auf jeden Fall gibt die junge Dame dank aufgenommener Babylaute unter dem Alias B.I.C.ihr erstes prominentes Rap-Feature.

Wie gesagt: Nennt mich einen sentimentalen Deppen, aber das ist ein großer Song!

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  • ostermayer | vor 498 Tagen, 3 Stunden, 38 Minuten

    ich will ja niemanden die freude an seiner sentimentalität nehmen (einige meiner besten freunde sind mindestens so sentimental wie ich!), aber ihr glaubt doch nicht im ernst, dass der song nicht schon vor der geburt fertig gewesen wäre und es nur noch des kicks eines "real" babysamples bedurfte, um ihn endlich in die verzückte verwertungslogik zu entlassen.
    und: egal ob privatklinik oder nicht - kein saureicher nabob dürfte das recht besitzen, sich einfach einen ganzen stock eines hospitals unter den nagel zu reißen. andere reiche wollen ihre bauxerln schließlich auch nicht in einem ordinären staatlichen stall zur welt bringen. jesus!

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    • trishes | vor 497 Tagen, 17 Stunden, 23 Minuten

      dieser zynismus ausgerechnet von dir, fritz!

      ich wär mir echt nicht sicher: jemand, der sich schon mal eine suite im mercer hotel zur studiolandschaft umbauen ließ, hat sicher auch im spital ein kleines aufnahme setup bei der hand (deshalb auch der abgesperrte flügel der geburtsstation). und wenn grade onkel pharell babyschauen kommt, nehmen sie halt schnell was auf.

      auch von text und ausdruck klingt das für mich ziemlich realistisch nach freudentaumel und champagner. aber vielleicht bin auch zu naiv, oder jay ein besserer schauspieler als ich dachte!

    • moosesgarcia | vor 497 Tagen, 13 Stunden, 36 Minuten

      Ich bin ein großer Freund und Förderer der Sentimentalität, aber dieser Text ist schon sehr banal und flach irgendwie. Vielleicht wieder ein Indiz, dass es doch erst nach der Geburt entstanden ist und einfach ein direkter Ausdruck der Gefühle anstatt irgendeinen künstlerischen Anspruch zu erheben.

    • heinzreich | vor 497 Tagen, 10 Stunden, 53 Minuten

      fritz hat prinzipiell immer recht, aber...

      kann man es jay-verwertungslogik-z zum vorwurf machen, dass er 100erte halbfertige beats und songskizzen auf der festplatte und im hirn rumliegen hat, die auf den richtigen moment zum schlüpfen warten? es ist jedenfalls großes gefühlskino, so nah am leben wie schon lange nicht mehr.

  • heinzreich | vor 498 Tagen, 7 Stunden, 8 Minuten

    herrlich!
    find auch ich, dersentimentalstesackvonfm4.

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  • cheguevarawithblingon | vor 498 Tagen, 11 Stunden, 21 Minuten

    signed

    forza sentimentale deppen!

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