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Eine Pinguin-Handpuppe mit Fliege zum "Frack"

Pinguin

Hinweise zur geistigen Selbstverteidigung in Wirtschaftsfragen. Hauptwohnsitz: Zeitschrift Malmoe

2. 2. 2012 - 11:26

Sind Zinsen böse?

Zinskritik bewegt die Gemüter.

Prozente im Angebotsformat

Das Thema Zins bewegt viele Menschen, und seit der Krise verkaufen sich Bücher zum Thema offenbar enorm gut. Wer Schulden hat, zahlt nicht gern Zinsen, das ist klar. Aber manche machen daraus mehr: eine Welterklärung, auf die alle wirtschaftlichen Probleme von Ungerechtigkeit bis Wirtschaftskrise zurückgeführt werden. Welche Rolle spielen Zinsen in der Wirtschaft?

In grauer Vorzeit...

Eine Kritik am Zins findet sich schon bei Aristoteles. Und im Christentum und manch anderen Religionen galt der Zins als unmoralisch. Denn verzinste Kredite sind ein Geschäft mit der Zeit (wer sich verschuldet, kann dadurch heute schon sein künftiges Einkommen ausgeben). Doch die Zeit gehöre Gott – wer mit Zeit handle, vergreife sich somit an einer Sphäre, die für Menschen Tabu sei, so die christliche Lehre des Mittelalters.

Der wirtschaftliche Hintergrund dieser Zins-Skepsis war, dass in einer Feudalwirtschaft verzinste Kredite destabilisierende Eigenschaften haben. Sie bringen die Herrschaftsverhältnisse durcheinander, weil Kredite und Geldgeschäfte es erlauben, sich von den Abhängigkeitsverhältnissen loszumachen. Und in einer Wirtschaft, in der die Menschen vom Acker leben und keine regelmäßigen Geldeinkünfte haben, aus denen sie Zinsen und Tilgung bedienen können, sind Kredite sehr riskant. Wer sich verschuldet, tut das meist nur aus Not (etwa zur Überbrückung eines Ernteausfalls) und verliert oft Haus und Hof, weil das Geld für die Rückzahlung fehlt.

Weil die zunehmend expandierende Wirtschaft des Mittelalters aber trotzdem Kredite brauchte, wurde das Geschäft glaubensmäßigen Außenseitern umgehängt: den Juden. Und alle gemischten Gefühle, die damit verbunden sind (wir brauchen es /wir hassen es), gleich mit dazu. Im NS-Staat wurde die „Brechung der jüdischen Zinsknechtschaft“ schließlich zur Staatsdoktrin.

Eine neue Rolle

Mit der Wende zum Kapitalismus verändern verzinste Kredite ihre Rolle. Waren sie einst ein Rettungsanker in der Not, der sich leicht zum Mühlstein verwandelte, werden sie nun zum Hilfsmittel für das zentrale Ziel der kapitalistischen Wirtschaft: Akkumulation, Gewinne, Profite. Die Konkurrenz schwingt nun im Takt der Fabrikmaschinen die Peitsche, die sich früher in der Hand des Feudalherrn befand und bringt das System auf Expansionskurs. Unternehmen nehmen nun begierig Kredite auf, um sie gewinnbringend zu investieren. Im entwickelten Kapitalismus finanzieren Staaten Konjunkturstützungsausgaben und Investitionen mit Krediten, und KonsumentInnen ziehen mittels Krediten Einkommen aus der Zukunft für heutige Ausgaben vor.

Zinsen sind der Preis für Kredite, ein Preis wie jeder andere im Kapitalismus, wo alles seinen Preis hat (außer es findet sich ein anderes Herrschaftsverhältnis, mit dem sich etwas gratis abstauben lässt: unbezahlte Hausarbeit, natürliche Ressourcen etc.). Solange sich die Ertragshoffnungen der KreditnehmerInnen erfüllen, können Zinsen und Rückzahlung geleistet werden. Aber Geschäfte mit der Zukunft sind definitionsgemäß unsicher und können folglich auch schief gehen, wenn etwas passiert, mit dem die Vertragsparteien nicht gerechnet haben.

Unausweichlicher Zusammenbruch?

Der Kapitalismus ist eine Maschine, die gigantische Reichtümer und Neuerungen mit sich bringt, aber das zu einem Preis: Arbeitsdruck, Verteilungsungleichheiten, Krisen, soziale und ökologische Zerstörung. Die Suche nach Schuldigen für diese Folgen ist so alt wie der Kapitalismus selbst. Immer wieder wird dabei die Zinskritik ausgegraben. ZinskritikerInnen glauben, der Zins sei ein Fremdkörper im System, auf den sich Krisen und Verteilungsungleichheiten zurückführen lassen.

In der Zinskritik-Version der Bestsellerautoren Hörmann/Pregetter wird das so begründet: Banken schöpfen Kredite und bringen dadurch Geld in Umlauf. Bei der Rückzahlung der Kredite werden aber die Kreditsumme plus Zinsen fällig. Weil aber nur Geld in Höhe der Kreditsumme in Umlauf ist, fehlt das Geld für die Bezahlung der Zinsen, und das System muss zusammenbrechen, wenn am Ende alle ihre Schulden plus Zinsen zahlen wollen. GläubigerInnen kassieren dann die Sicherheiten der SchuldnerInnen und türmen auf diese Weise wachsende Reichtümer auf, bis sie alles haben.

Das ist so, als würde man behaupten, die Beförderung von (Hausnummer) wöchentlich 10.000 Fahrgästen mit der Bahn von Wien nach Innsbruck könne eigentlich gar nicht funktionieren, weil die ÖBB nur über 5 Zuggarnituren zu je 1.000 Plätzen für diese Strecke verfügt.

Aber Züge fahren eben mehrmals hin und zurück (genauso wie Zinsen, die die Bank bekommt, im Normalfall wieder in die Wirtschaft zurück fließen und anderen SchuldnerInnen die Bezahlung ihrer Zinsen ermöglichen), und der Fahrplan ist auf die Erfahrungstatsache abgestimmt, dass nicht alle auf einmal fahren wollen (genauso wie in der Wirtschaft nicht alle Kredite zum gleichen Zeitpunkt aus- und rückgezahlt werden), deshalb klappt dieses "Kunststück".

Natürlich ist in einer außergewöhnlichen Massenpanik denkbar, dass überraschend alle auf einmal fahren wollen, und dann bricht das Bahnnetz zusammen (so wie Banken zusammenbrechen, wenn plötzlich alle auf einmal ihre Konten plündern). Aber das ist dann kein Hinweis auf einen fundamentalen Planungsfehler, der unausweichlich zum Zusammenbruch führen musste, sondern das grundsätzliche Risiko bei Masseninfrastrukturen, so wie auch Geld in gewissem Sinne eine ist: Absolute Krisensicherheit gibt es nicht.

Ob Schulden zurückgezahlt werden können oder nicht, kommt vorwiegend auf den Verwendungszweck und seinen Erfolg an. Zwei Extremfälle als Beispiel: Immobilienkredite für arme subprime KreditnehmerInnen - schlechte Erfolgschancen. Kredite für expandierende Unternehmen - gute Erfolgschancen.

Zu glauben, dass Zinsen unausweichlich in den Zusammenbruch führen, unterschätzt die Unterschiede zwischen dem Kapitalismus und einer Feudalwirtschaft.

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  • groundbeef | vor 466 Tagen, 13 Stunden, 16 Minuten

    nicht böse, scheisse!

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  • lunarhorse | vor 469 Tagen, 1 Stunde, 2 Minuten

    Wir könnten diese Diskussion schnell beenden ...

    ... wenn wir folgende Zahlen hätten:
    Wieviele Guthaben gibt es insgesamt auf allen in Euro geführten Konten? Zum Vergleich am besten noch alle Dollar-Konten. Dann: Wieviele Schulden gibt es auf allen Euro- und Dollarkonten. Gibt es wohl mehr Guthaben oder mehr Schulden? Und: Wie haben sich diese Zahlen in den letzten 50 Jahren entwickelt? Zumindest für die Staatsschulden ist letzteres bekannt. Nur wir haben diese Zahlen nicht. Warum eigentlich nicht? In den Bankencomputern ist doch alles drin? Und die kumulierten Zahlen fallen doch nicht unter das Bankgeheimnis.

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    • littlefish | vor 468 Tagen, 13 Stunden, 56 Minuten

      Das würde mich auch sehr interessieren. Die Zahl der gesamten Guthaben und Kredite bei österreichischen Banken wäre schon ein Anfang, das müßte sich doch aus den Bilanzen herauslesen lassen? Hörmann behauptet ja, die Banken könnten quasi nach Belieben Kredite vergeben und damit die Geldmenge erhöhen. Ist das kompletter Humbug oder steckt da Wahrheit drin? Das müßte man doch anhand der Zahlen relativ einfach feststellen können.

    • pinguin | vor 468 Tagen, 7 Stunden, 23 Minuten

      Solche Daten sind auf den statistikseiten der EZB (ecb.int, oder nur für Österreich oenb.at). Daten kann man aber nur Verstehen, wenn man die konzeptionellen zusammenhänge kennt, also wird kein weg dran vorbeiführen, vorher mal ein Buch über bankbetriebslehre oder sowas zu lesen, nicht nur zinskritik Blogs.
      Banken schöpfen Kredite, müssen sie aber mit Eigenkapital, Kundeneinlagen und Krediten von anderen Finanzinstituten decken.

  • 2000lightyearsfromhome | vor 470 Tagen, 4 Stunden, 42 Minuten

    Geld ohne Zinsen und Inflation

    http://userpage.fu-berlin.de/roehrigw/kennedy/

    Auf dieses Posting antworten
  • biased | vor 470 Tagen, 5 Stunden, 13 Minuten

    Ich hatte einmal einen kleinen Disput mit Zikmund

    Darin brachte er das Argument, dass Zinsen auf einer Insel das ganze System bankrott machen würden. (Es gibt da ein berühmtes Beispiel von Hörmann, das in etwa das wiedergibt.)

    Die Zinskritiker stellen sich Gesellschaft als Insel vor, die durch die Zinsspirale an ihre natürlichen Grenzen stößt und dadurch Krisen erzeugt.
    Mein Gegenargument lautet: Entwickelte kapitalistische Geldökonomien sind keine Inseln und sie haben auch keine vordefinierten Grenzen. Wie Karl Marx uns berichtet (Ich bin kein Marxist, aber angesichts der Zinskritiker werd ich noch einer) sucht die Bourgeoisie nach immer neuen Absatzmärkten und nach den Worten von Deleuze deterritorialsieren kapitalistische Warenströme den Verwertungsprozess. Sind äußere Grenzen als unbekannte Kontinente nicht mehr verfügbar beginnt die Verwertung in die inneren Nervensysteme der Gesellschaft (Foucault hat hier einiges zu sagen).
    Die Grenzen der Verwertung nach innen sind noch lange nicht erreicht, bzw. bei genauerem Hinschauen nicht auszumachen, weil neue Technologien und gesellschaftliche Akteure ständig diese erweitern können. Biotechnologie wird so ein Feld sein, das den nächsten Schub bringt.

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    • pinguin | vor 470 Tagen, 4 Stunden, 25 Minuten

      Was an dem Insel Beispiel falsch ist, habe ich mit dem Beispiel von den Zügen in der obigen Story zu veranschaulichen versucht: Geld zirkuliert, und ob Kreditkreisläufe funktionieren oder nicht, hängt von der Verwendungsweise der Kredite ab.

    • biased | vor 470 Tagen, 4 Stunden, 16 Minuten

      Ich habe das Bespiel mit den Zügen auch so verstanden

      Aber mir war wichtig als Historiker einen historischen Bezug zu geben.

    • mallova | vor 470 Tagen, 3 Stunden, 5 Minuten

      @pinguin, hast du meine kritik an deiner kritik gelesen? Im heutigen System ist der Beispiel mit den zügen nicht anwendbar. Für mich ist diese gedanke spannend, dass die Zinsen bezahlbar wären, wenn die Banken Ihre Zinsgelder wieder abgeben (gegen Leistung) würden, Sie tun das aber nicht, weil die Zinsen eben einen Anreiz dafür sind, Kapital anzuhäufen und wieder gegen Zinsen auszuleihen. Was Zwingendermasse die Geldmenge und die damit verbundenen Schulden steigen lässt. Ich denke du kannst auch diese rechnung machen oder mir sonst gerne sagen was an meinem Argument jetzt falsch sein soll. Die Welt als einer Insel zu betrachten scheint mir richtig aus dem Grund, dass egal wie viele Banken und Waren im Spiel kommen, die Regeln bleiben gleich, nämlich, nur Banken dürfen Geld HERSTELLEN und zwar in form von Kredit mit Zins. Ich vermute die Marxistische Theorie sagt nicht etwas Anderes, sondern nur anders, ich studiere noch rum.

    • pinguin | vor 470 Tagen, 1 Stunde, 26 Minuten

      Aus den zinseinnahmen zahlt die Bank ihre Angestellten und ihre Aktionäre, und die geben das Geld wieder aus, weil sie müssen ja zumindest auch was essen

    • softmachine | vor 469 Tagen, 3 Stunden, 17 Minuten

      marx ging es nicht so sehr um das geld, sondern um die arbeit. eine ware ist ja nichts anderes als materialisierte arbeit.was übrigens nie erwähnt wird, dass ja auch der kreditnehmer geld schöpft, indem das geld investiert wird und möglichst profit bringen soll. ein einfaches bsp.: der kredit an steve jobs und seine garage von sagen wir 1 million dollar hat zu dem größten unternehmen der welt geführt, inklusive zitausenden arbeitsstellen. ein kredit muß also nicht immer zu neuer verschuldung führen, wie ständig behauptet wird, im übrigen: no man is an island.(john donne)

    • softmachine | vor 469 Tagen, 2 Stunden, 58 Minuten

      und das insel bsp ist sehr bezeichnend, das ist näher betrachtet evtl auch der subkutane kern von der verbindung zwischen zinskritik und nationalismus. diese ausblednen der globalen realität. diese territoriale abschottung funktioniert in einer globalen welt nicht, interessant ist hier auch wie zb gesellsches freigeld oder freiland eben immer nur auf der scholle, in der abschottung funktionieren kann. wie schon oft gesagt, fehlt uns das handwerkszeug oder auch der wille für einen globalen diskurs, ein globales denken. (virilio schreibt zb von der universiät des desasters, die weltweit zu gründen wäre).während die wirtschaft längst in echtzeit und global denkt und agiert, reagieren die kritiker immer noch lokal. das ist für mich tatsächlich das größte rätsel , wie es nicht und nicht zu so einem globalen denken, einer globalen partei zb, kommt, sondern immer national, regional oder mit realitätsresistenten inselbsp reagiert wird.

    • lunarhorse | vor 469 Tagen, 20 Minuten

      Banker müssen auch was essen?

      Auch um diese Frage zu beantworten, brauchten wir Zahlen: Werden alle Zinseinnahmen von den Banken wirklich für Gehältern und Investitionen verwendet, oder eventuell für neue Kreditvergaben? Wenn alle Zinseinnahmen in der Realwirtschaft ausgegeben würden, wo käme dann das Geld für die wachsende Staatsverschuldung her? Stehen diesen Schulden wirklich Guthaben von Sparern gegenüber? Warum kommt nicht einfach mal einer dieser Chefbanker, legt die Zahlen auf den Tisch und beweist damit, dass die Zinskritiker im Unrecht sind? Oder würden am Ende die Zahlen den Zinskritikern Recht geben?

    • mallova | vor 468 Tagen, 18 Stunden, 11 Minuten

      Der Inselbeispiel

      soll die Ganze Welt darstellen. Es ist ein modell der dazu dient das Geldsystem als ganzes (von aussen) zu betrachten, anstatt aus de sicht der einzelnen, um herauszufinden ob es einen nachhaltigen System ist. Würden die Zinseinnahmen alle für Löhne oder Kauf ausgegeben, und zwar regelmässig, so dass sich die Schulden nicht anhäufen (Schulden müssen zu einen bestimmtpunkt zurückbezahlt werden), dann würde das Zinsensystem funktionieren, und man würde die Zinsen sogar Gebühren nennen. Wenn das Geld aber wiederausgeliehen wird GEGEN ZINSEN, stört sich den Kreislauf, weil obwohl man mit Ausgeliehenen Geld Schulden zurückbezahlen kann, wird man dieses Geld auch noch ein 2tes mal zurückzahlen müssen, was eine größere Schuld macht, wir sind jetzt bei den Zinseszins Phänomen. So weit ich weiss, die Tendenz von Kapitalbesitzer ist ihren Vermögen wachsen zu lassen, und nicht es ohne Anspruch auf Zins einfach auszugeben. Ich denke das ist nicht die Klassische Zinskritik, ich bin aber noch am suchen ob jemand das sich so erklärt wie ich.

    • biased | vor 468 Tagen, 8 Stunden,

      Das Inselbeispiel ist irreführend

      weil die inneren Grenzen ökonomischer Expansion nicht fest stehen und nicht durch geographische Limits fest gelegt werden.
      Geldökonomien sind per se niemals geschlossene Systeme, sie sind immer Systeme, die sich extensiv erweitern und Grenzen auch geographische erweitern. Menschen waren schon am Mond, sie werden in den nächsten Jahrhunderten den Mars besiedeln oder weiter gehen.
      Gibt es keine Kontinente mehr zu entdecken, werden neue Technologien gefunden, mit denen sich Risikokapital in Futures investieren lässt (Biotechnologie ist so ein Feld).

      Kapitalistische Investitionskultur ist prinzipiell auf Innovationen aus, überwindet innere und äußere Grenzen und kennt keine natürliche Barriere seines Wachstums. Krisen sind nur ein Ausdruck dieser Fähigkeit.

    • pinguin | vor 468 Tagen, 7 Stunden, 1 Minute

      Die Obsession mit den Zinsen führt am wesentlichen vorbei. Nicht mal Banken machen mit Zinsen ihr Hauptgeschäft, sondern mit gebühren und Wertpapierhandel. Und frag mal wie reiche Leute zu ihrem Geld gekommen sind bzw. Wie sie es vermehren: durch Zinsen etwa? Nur zum geringsten Teil, sondern vor allem durch Unternehmensanteile, Erbschaften, Wertpapierhandel, hohe Einkommen etc.
      Um zu verstehen, warum der Zins nicht automatisch zum Zusammenbruch führt, reicht es zu wissen, dass Banken ihre Einnahmen nicht schlucken, sondern auch was ausgeben und steuern zahlen. Natürlich gibt es Krisen, das sehen wir ja gerade, aber die gibt es mit oder ohne Zinsen.

    • softmachine | vor 467 Tagen, 5 Stunden, 54 Minuten

      ja diese zinskritik ist nur mehr dubios und lenkt von realen hardboiled fragen ab. wie kann die deutsche bank zb 500 millionen mit stuertricks sparen, wie wurde die HRE gerettet,warum bekommt die DB steuegeschenke, was ist mit den offshore gebieten ? warum gibt es hier keine transparenz ? auf diese fragen kommt das verschwörungstheorie-totschlagargument. die sinnlosen zinsdebatten und blöden "abolish money" demos erledigen die strategien der banken.its the politics stupid !

    • mallova | vor 466 Tagen, 21 Stunden, 24 Minuten

      Das inselbeispiel

      Es handelt sich um eine VIRTUELLE insel, die beliebig erweitert werden kann mit mehr Banken und mehr Kreditnehmer, ohne dass das Resultat oder die Regeln sich ändern. Tut man in Mars eine Bank ansiedeln, die marsische Währung produziert, wird die dies mit den gleichen Prozedere tun solange es sich um das heutige System handelt, und wird somit in der "Insel" miteinbegriffen (Insel = Gesamtsystem). Die "Bank" der Insel representiert das Netzwerk alle Banken des Uiversums, das kann man machen weil sie derart vernetzt sind, dass sie für diese Angelegenheit (das Geldschöpfen) als eine einzige funktionieren. Vergiss "dieses" Zinsenkritik (die du kennst), weil die eben unvollständig ist. Das problem ist, dass das Zinsspiel nicht so gespielt wird wie es gespielt werden soll und führt zur Kollaps in zusammenhang mit Zinsenzins und das Geldhorten.

  • wer66ner | vor 470 Tagen, 5 Stunden, 53 Minuten

    Ja.

    Ich habe mir ein wenig Zeit zum Nachdenken genommen und sogar darüber geschlafen.

    Eigentum, Geld und Zinsen werden von *allen* (wirklich allen) traditionellen Religionen abgelehnt.

    Da alle drei Begriffe ("Eigentum", "Geld", "Zins") eine Glaubenshaltung mit Anspruch auf eine bestimmte Lebensführung ausdrücken, ist dies verständlich.

    Gehe ich nun davon aus, dass die traditionellen Religionen nur das Gute für die Menschen wollen, so würde ich durchaus die Verwendung des Wie-Wort "böse" zur Beschreibung des Namenworts "Zinsen" verstehen.

    Nun ja, ich kann mich freilich in irgendwas verrannt haben :-)

    Auf dieses Posting antworten
    • softmachine | vor 470 Tagen, 5 Stunden, 48 Minuten

      du kannst aber auch über aufklärung, selbstbestimmung und freiheit nachdenken. dann müsstest du nicht religiös werden.

    • biased | vor 470 Tagen, 5 Stunden, 23 Minuten

      Also jetzt komm schon, softmachine

      Das ist doch echt nicht notwendig. Praktisch alle Aufklärer waren religiöse Menschen. Ihre Kritik galt der Institution Kirche als weltlicher Macht, den Zensurbehörden und den reaktionären Doktrinen, die damit einher gehen.

      Ich bin ein religiöser Mensch und denke auch nach. Diese Polemik ist unwürdig.

    • softmachine | vor 469 Tagen, 3 Stunden, 11 Minuten

      ja das ist der semantische unterschied zwischen gläubig und religiös. erst der kredit konnte die menschen emanzipieren und mobilisieren,von religiösen herrschaftsformen erlösen, ich muss hier jetzt kein bsp wie ablasshandel bemühen, oder ?

  • mgl86 | vor 470 Tagen, 8 Stunden, 53 Minuten

    Zinsen sind weder böse noch die Wurzel allen übels

    Erstens: Das System hat mathematisch keinen Fehler, wie immer wieder behauptet wird. Das liegt daran dass Geld keine Sache ist sondern nur eine Zahl in einem Computer!
    Sagen wir es gibt noch kein Geld und ich hätte es gerade erfunden. Ich finde ausserdem einen der mitspielt. Dann borge ich dem Mitspieler 100. Wir nennen die Währung Macht. Ich habe dann also eine Macht von -100 er hat eine Macht von 100. Nach einem Jahr soll er es mit 10% zurückzahlen. Nach diesem Jahr habe also ich bis in alle Ewigkeit eine Macht von 10 und er eine Macht von -10. Es fehlt also Geld (oh Schreck). Das kann ich aber dadurch beheben indem ich meine Macht ausübe und mir von ihm die Haare schneiden lasse. Er wird das nur tun wenn er wieder etwas von der Macht die ich über ihn habe zurück will.

    Eigentlich sollte jede Währung "Macht" heissen, denn genau das ist Geld. Natürlich wird es erst wirksam wenn viele Leute mitspielen und nicht plötzlich jemand aufsteht und sagt es ist ihm zu blöd, er macht lieber was anderes.

    Dieses Spiel ist aber sehr nützlich denn es trifft täglich äusserst...

    Auf dieses Posting antworten
    • mgl86 | vor 470 Tagen, 8 Stunden, 52 Minuten

      präzise Entscheidungen! Zb: Wer baut das Haus, wer darf darin wohnen, wer bekommt welches Essen, was wollen wir überhaupt produzieren/tun. Diese Entscheidungen wären demokratisch wegen ihrer Fülle kaum zu treffen. Geld ist hier ein sehr gutes Werkzeug um die Entscheidungen zu fällen.

      Die Möglichkeiten des Informationsaustausch sind jedoch explodiert. Und es ist abzusehen, dass in Zukunft mehr Entscheidungen demokratisch und nicht mehr mit dem Geldspiel getroffen werden.

    • mallova | vor 470 Tagen, 6 Stunden, 8 Minuten

      Dein Beispiel HAT (mindestens) ein Fehler

      In deinem Spiel bist du denn die Bank, du hast am Anfang des Jahres -100 erzeugt, der andere +100 gegeben, am ende, hast du diese +10 macht, der andere -10, und das machst du gelten, indem du seinem Haus, (der du als Sicherheit genommen hast) übernimmst und Verkaufst, anstatt dir die haare Schneiden zu lassen. Leider, werden Schulden nicht bis in alle Ewigkeit gespeichert sondern sanktioniert, obwohl die Zahlungsfähigkeit der Andere davon abhängt, dass DU das Geld nicht ausgegeben hast. Banken und andere Privatpersonen haben die schlechte Gewohnheit, Geld den sie Besitzen aufzubewahren und gegen Zinsen Auszuleihen(Obwohl sie keine Leistung erbracht haben, da das Geld schon Kreiert war), was dieses -konten nie auslösen lässt, sondern nur ständig erhöt. Wieso macht man das? Weil man Zinsen dafür kriegt! Aus diesem Grund, sollte niemandem Geld aus Geld verdienen dürfen, ausser man ist die Bank, verrechnet nur für die Dienstleistung "geld erschaffen und vernichten" und gibt das Gewonenne Kapital wieder aus.

    • mallova | vor 470 Tagen, 6 Stunden, 1 Minute

      Was ist richtig und was nicht

      Es ist klar, dass es einfach ist, das Geld weiter für uns entscheiden zu lassen wer was bekommt, dass darüber nachzudenken was Menschenrechten sind und die konsequent umzusetzen viel Anstrengung verlangt, aber ich will für nichts auf der Welt darauf verzichten, Ethisch handeln zu können, ich würde sogar behaupten, ich müss es!

    • softmachine | vor 470 Tagen, 5 Stunden, 45 Minuten

      was soll dann der anreiz eines geldverleihs sein ? warum sollte jemand das risiko eines geldausfalls auf sich nehmen ?

    • mallova | vor 470 Tagen, 5 Stunden, 15 Minuten

      Geld sollte man nur dafür brauchen, auf dem markt sich mit andere anbieter auszutauschen, und nicht zusätzlich (wie jetzt) um unbezahlbare schulden zu bezahlen, die unbezahlbar bleiben (mit steigender tendenz) so lange menschen sein Geld ausleihen anstatt es andere Verdienen zu lassen (ausgeben). Das "ausleihen" aus einer demokratische Bank, die kein Kapital zurückhält, also, kein "Eigenkapital" hat, ist dann kein problem. Das risiko eines Geldausfalls würde somit nur die Bank, die allen Gehört, auf "sich" nehmen, das heisst, das risiko gehen wir alle solidarisch ein, aber in einem solchen System wie ich es mir vorstelle, gibt es nur tod oder invalidität als Geldausfallgrund, kein Geldmangel aufgrund anhäufung von Kapital (weil es nicht mehr rendiert). Und tod und invalidität werden auch heute schon von der Gesellschaft über steuern oder Versicherungen mehr als solidarisch bezahlt.

  • pixacao | vor 470 Tagen, 23 Stunden, 2 Minuten

    hallo süßer pinguin,
    danke für deine stets so klar formulierten fundierten (politisch-)ökonomischen analysen ...
    sehr bereichernd!

    Auf dieses Posting antworten
  • parttimeidiot | vor 470 Tagen, 23 Stunden, 35 Minuten

    Zinsen sind keinesfalls böse - machen sie doch einen Gutteil des rückbezahlten Betrages aus, der erst bei der Kreditvergabe generiert wurde.
    Geld per Kredit zu vergeben, das bis zur Vergabe des Kredits nicht wirklich existiert und erst durch die Rückzahlung inklusive Zinsen tatsächlich vorhanden ist, sehe ich da eher als ein nicht geringes Problem.

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  • wer66ner | vor 471 Tagen, 52 Minuten

    Kindergarten "Die kleinen Habenichtse"

    Kind: "Ein Hund hat mein Pausenbrot gefressen"
    Mama: "Ich hab nicht noch mehr Brot für dich."
    Kind: "Doch. Morgen ist doch auch Schule. Da bekäme ich doch auch ein Pausenbrot. Gib mir das, sonst sterbe ich vor Hunger."
    Mama: "Also gut. Hier hast du das Pausenbrot von morgen. Dann esse ich eben heute nichts."
    Kind: "Lieb von Dir."
    AM NÄCHSTEN TAG:
    Kind: "Mama, wieso bist Du tot? Und wo ist mein Pausenbrot?"

    Vielleicht kapiert's ja wer ☺

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  • softmachine | vor 471 Tagen, 1 Stunde, 6 Minuten

    hallelluja, danke für diesen artikel.der ganze populismus war ja kaum mehr auszuhalten.

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