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Musik, Film, Heiteres

Robert Glashüttner

Robert Glashüttner

Videospielkultur, digital geprägte Lebenswelten, Musik aus Österreich

25. 5. 2012 - 19:01

Grind und Glorie

"Diablo III" ist der Über-Blockbuster der Videospielwelt und hat innerhalb des ersten Tages 3,5 Millionen Lizenzen verkauft. Doch der Hype ist so groß, dass es kritische Stimmen nicht leicht haben.

Elf Jahre Wartezeit, tausende Mitternachtsverkäufe, Millionen Spieler/innen. Das Action-Rollenspiel "Diablo III" hat viele Grenzen bisheriger Videospiel-Erfolgsgeschichten innerhalb weniger Tagen gesprengt.

Ein Held führt mit gehobenen Armen einen Zauberspruch aus, der vor ihm alles hell erleuchtet.

Es wird wieder gekämpft und geschnetzelt. So, wie schon in den Jahren 1997 und 2000, wo die ersten "Diablo"-Teile erschienen sind, genügt ein einfaches Klicken auf die großen und kleinen Gegner und Monsterhorden um ihnen den Gar aus zu machen. Das passiert quasi von selbst, wichtig ist, dass man die richtigen Waffen und Gegenstände verwendet und wegläuft oder sich selbst heilt, wenn es mal zu brenzlig wird.

Ab in die Dungeons

Weitere Gamesrezensionen

Dieser Spielmechanismus war 1997 erfrischend zugänglich, doch er wurde über die Jahre hinweg kaum erneuert oder überarbeitet, sondern quasi unverändert in die Jetztzeit übertragen. Auch grafisch haben sich im Wesentlichen nur Darstellungsdetails verbessert. "Diablo" ist, wie es schon immer war, nur umfangreicher, intensiver. Das ist neben der Euphorie über ein neues Stück unerreichter Produktionsqualität aus dem Hause Blizzard Entertainment das Kernproblem von "Diablo III": Das sogenannte Grinding, also das fließbandartige Totklicken der Feinde, ist alles andere als abwechslungsreich. Das eigentliche Spiel besteht darin, Gegenstände zu sammeln oder zu kaufen und seine Charakter damit möglichst stark und ausdauernd zu machen. Das schafft man aber nur, indem man sich geduldig durch die Dungeons klickt.

Ein Kampf im Verlies, der Held bedient eine Feuerwaffe.

Wer dennoch nicht lange warten möchte, kann sich in einem Auktionshaus, das ins Game integriert ist, virtuelle Gegenstände kaufen - wahlweise um "Gold", das man im Spiel sammelt, oder um tatsächliches Geld. Auch im Auktionshaus geht es letztlich nur um das Vergleichen von Zahlen und Werten: Je höher die Hitpoints einer Waffe, je besser die Magiepunkte eines Schildes und je stärker die Verteidigungswerte einer Rüstung, desto wertvoller.

Kritik an der Kritik

"Warum ich nicht Diablo III spiele" - das ist der lapidare Titel eines Eintrags auf dem Blog "Video Game Tourism", der vom österreichischen Spielkultur- und fm4.ORF.at-Autor Rainer Sigl betrieben wird. Er veröffentlichte seinen Artikel am 15. Mai, dem Erscheinungstag von "Diablo III" und bezeichnet darin das Game als eine "perfekt optimierte Stimulus-Response-Maschine" und einen "einarmigen Banditen", der als komplexes Videospiel getarnt wäre. Ein paar Tage später wird Golem.de, eine der größten deutschsprachigen IT-News-Sites, auf den Text aufmerksam. Er wird als Kommentar auf Golem.de ein weiteres Mal veröffentlicht. Das Ergebnis: Erboste "Diablo"-Fans, hitzige Diskussionen, aufgeregte Untergriffe in insgesamt rund 400 Kommentare.

"Diablo III" ist als Hybridversion für Windows und Mac erschienen.

Ist denn ein Computerspiel so sakrosankt, dass die Fangemeinde keine negative Meinung dazu mehr akzeptieren will? - Dass dies der Fall ist, zeigt etwa auch der besonders umfangreiche Testbericht des deutschen Spielemagazins 4players.de - hier sind die Kommentare schon über die 2000-Stück-Grenze hinausgewachsen. Grund der Aufregung: Der Autor ist nach langer und ausgiebiger Analyse zu dem Schluss gekommen, dem Spiel "nur" eine Bewertung von "Gut" bzw. "83% Spielspaß" zu geben.

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Popcorn-Gaming für Freunde und Familie

Kritik an der Kritik an der Kritik hin oder her: Wer die alten "Diablo"-Teile gerne gespielt hat, wird auch "Diablo III" mögen. Das Spiel ist im Wesentlichen so wie früher, mit der alten Hintergrundgeschichte von und mit Dämonen, tapferen Held/innen, Seelensteinen und so weiter. Leider kann man - wie schon bei "StarCraft II", dem letzten Spiel von Blizzard Entertainment - nicht offline spielen, sondern muss immer mit dem Online-Netzwerk battle.net verbunden sein. Das ist dann eher blöd, wenn mal wieder die Server ausfallen, wie es am ersten Tag passiert ist, als diese von Millionen Gamern gestürmt worden sind.

Ein großes Tor, aus dem oranger Schein dringt, davor eine Treppe im Dunklen.

Verfällt man nicht tage- und monatelang der stupiden Gegenstände- und Goldsammelwut und sieht in "Diablo III" leichte Action-Rollenspiel-Kost, ist das Spiel unterhaltsam - vor allem, weil es sehr einfach ist, gemeinsam - mit Partnerin oder Partner oder sogar Elternteilen - durch die düsteren Online-Dungeons zu streifen.

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  • jangoman | vor 389 Tagen, 21 Stunden, 17 Minuten

    sehr einfach

    Auf dieses Posting antworten
    • jangoman | vor 389 Tagen, 21 Stunden, 16 Minuten

      ist das spiel spätestens ab dem 3. schwierigkeitsgrad sicher nicht mehr. schon auf dem 2. hat man oft genug zu kämpfen. ist aber auch gut so, zu einfach wär ja auch fad

    • derfiedler | vor 389 Tagen, 5 Stunden, 28 Minuten

      ausser du holst dir spitzengegenstände von befreundeten mitspielerInnen oder aus dem auktionshaus...