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Musik, Film, Heiteres

Martin Blumenau

Martin Blumenau

Geschichten aus dem wirklichen Leben.

14. 6. 2012 - 16:03

EM-Journal '12-36.

Besserwissereien zwischendurch (6): Was ich gestern spätabends gelernt habe.

Das EM-Journal 2012 begleitet täglich die Euro in Polen und der Ukraine, ähnlich wie schon das WM-Journal '10 beim letzten Großereignis.

Das alles im Rahmen des heurigen Fußball-Journals '12, welches sich - wie schon 2011 - mit den aktuellen Unwägbarkeiten dieses besten aller nicht lebenserhaltenden Systeme beschäftigt.

FM4 hat auch diesmal wieder ein EM-Quartier im Wiener WUK, mit Public Viewing, Moderation und netten Gästen. Bei Regenwetter gibt es Indoors-Screens.

Was ich gestern spätabends gelernt habe:

... dass Toni Polster zwar gerne Hemden verkauft, aber große Angst davor hat Leiberln herzuzeigen.

... dass Frenk Schinkels die politische Dimension seiner Arbeit für Haiders Kärnten-Club sehr wohl bewusst war.

... dass er aber für jedweden Oligarchen die Polonaise rückwärts tanzen würde.

... dass Michael Köhlmeier keinen Unterschied zwischen den Möglichkeiten der Protestkultur von 1968 und heute machen möchte.

... dass Jakob Rosenberg gezwungen war, den Fußballkenner und Politologen, der er ist, hintanzustellen und so für den dringend nötigen ökonomischen Unterbau zu sorgen.

... dass Franzobel von seiner fast schon monopolistisch behandelten Aushängeschild-Funktion was den Brückenschlag zwischen Kultur und Fußball betrifft, bereits ein wenig angesäuert ist.

... dass die nahöstlichen Erzählungen von Karin Kneissl einen älteren Spiegel-Titel zu bestätigen wussten.

... dass es eine der fatalen Schwächen des österreichischen Feuilleton-Journalismus ist, sich popkulturellen Themen wie dem Fußball prinzipiell mit der gekräuselten Nase des Großbürgers anzunähern.

... dass es der Vorbereitung auf ein Medienwerk, dessen Qualität in der Prägnanz und der konzisen Einengung des Themas liegt, nicht sonderlich dienlich ist, Ahnungslosigkeit zu einem Stil-Prinzip zu erheben.

... dass das Ansprechen des Begriffs der Empörungsbewirtschaftung auch 2012 noch für Verstörung sorgen kann.

... dass es zwar unschicklich sein mag sich als Talk-Gast auch als Fragesteller reinzudrängen, man beim Ausbleiben von wichtigen Punkten aber nicht auf dieses Recht verzichten sollte.

... dass der Club 2 zwar demnächst in eine Sommerpause geht, im Herbst aber wiederkommt.

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  • johannesrausch | vor 344 Tagen, 21 Stunden, 8 Minuten

    typisch!

    mir war klar, dass in diesem forum wieder stehen muss: "auch wenn in der diskussion nichts herausgekommen ist"

    WIE soll in einer diskussion denn bitte etwas HERAUSKOMMEN?

    5 verschiedene menschen haben 5 verschiedene meinungen, die werden in einem raum gegenüber gestellt und am ende der diskussion ist - im besten fall - jeder ein bisschen gscheiter, hat wieder ein paar gedanken, anregungen mit nachhause genommmen. that's it.

    in zivilisierten und diskursfähigen ländern wie frankreich, england, usa würde niemand sagen: "da kommt ja nix heraus dabei"...

    aber österreich und philosophie, das geht sich halt nicht aus...

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    • johnleehookerelectro | vor 344 Tagen, 19 Stunden, 8 Minuten

      in der phiolosophie kommt ja immer etwas heraus auf ner neuen metaebene

      aber in dem fall is so schnell zwischen themen geswitcht worden dass das eigentliche wesen eines jeden themas nichtmehr angepackt wurde.
      sprich man bewegte sich im phrasendreschen auf höherem niveau und im halb nichts..eben weil fussball schon viel tiefer ist als das nochnäsige bürgertum oft denkt

      wofür blumenau undco nicht für konnten

      aber ein wirrer köhlmaier als leiter
      und ein opportunistischer franzobel der denkt er weis schon alles

    • johnleehookerelectro | vor 344 Tagen, 18 Stunden, 43 Minuten

      statt franhzobel wär halt ein "scobel" geeigneter bei so nem thema die essenzen herauszufiletieren

      aber is natürlich subjektiv.
      für die teilnehmer und leute die sich nicht so tief mit fussball beschäftigen (also e fast alle ösis)kam sicher etwas neues dabei raus

    • johannesrausch | vor 344 Tagen, 18 Stunden, 25 Minuten

      stimmt, aber mich nervt eben dieses grundsätzliche, sehr österreichische "kumt eh nix dabei aussa" vor jeder diskussion, dieser automatische reflex, der uns aus der k.u.k. etc. noch nachhängt...

      es gibt diskussionen, da kommt nix dabei heraus - wie eben jener club 2 auch meiner meinung nach - , sind aber trotzdem wichtig, weil es immer ein paar punkte gibt, die man sich herauspicken und weiter verfolgen kann.

      was die beschreibung dieser club 2-ausgabe betrifft, hast du natürlich voll recht: mit einem moderator, der den fußball aus einer "brot und spiele"-perspektive betrachtet (in österreich passiert das ja sehr vielen bildungsbürgern, leider), ist nicht viel zu machen...

      was mich am meisten geärgert hat: dass michael köhlmeier, der moderator und von mir als autor etc. sehr geschätzt, ein fußball spielsystem nicht als urphilosophisch betrachtet, fußball total falsch einschätzt, was er intellektuell könnte...

    • johnleehookerelectro | vor 343 Tagen, 23 Stunden, 12 Minuten

      ja vorallem bei künstlern noch oft verpönt
      wobei international die meisten künstler aus musik/film auch fussball schätzen

      bei uns vorallem kommt in der literatur und theater kultur dieser paranoide "riegel der verachtung", bevor sich wirklich damit auseinandergesetzt wird..auch bei wirklich klugen köpfen wie dem köhlmaier(seine vorlesungungs CDs über griechische sagen waren die besten kinder gutenachtgeschichten ever btw)

      wird halt ne mischung aus der jahrzehntelangen erfolglosgkeit ,den proleten, und der angst vor gruppendynamiken sein...(intelligente authisten haben ja auch oft vor sozialen kontakten mit vielen menschen auf engem raum etc angst)

  • rober7777 | vor 345 Tagen, 2 Stunden, 41 Minuten

    Lieber Blumenau,

    Auch wenn in der Diskussion nichts herauskam, war er trotzdem durchaus unterhaltsam der club2. Aber mich würde eine Meinung von dir zu diesem unglaublichen Interview auf 90minuten mit diesem unsäglichen Präsidenten von wr. Neustadt interessieren?

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  • zugverschrotter | vor 345 Tagen, 8 Stunden, 49 Minuten

    marc carnal als ghostwriter für martin "die trainerlegende" blumenau

    das ist wahre brutal... äh... dings halt. mehr aber auch nicht.

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  • bigbadjohn | vor 345 Tagen, 15 Stunden, 24 Minuten

    ...und die egomanische Ich-Maschine rattert wieder ....

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  • johnleehookerelectro | vor 345 Tagen, 16 Stunden, 14 Minuten

    sehr nobler versuch die konservativ bemuste ösi-literatur und verschlossene bürgertums fraktion mal etwas aufzulockern.
    eines wurde bei beim im kreis drehen aber vergessen:

    sowohl am feld als auch beim zusehen gehts um das gefühl, die emotion der einheit!
    die reflektierte magnetfeldresonanz .der noch undefinierte vollkommen unpolitische 6te sinn des zum scheitern und gewinnen, und zu allem dazwischen, sowie darüber hinaus, verurteilten menschen!
    zum teil schon straight wissenschaftlich (danke barcelona, danke neuromedizin/kognition etc)aber auch noch immer mit dem begriff den phänomens und einem tieferen mystischen sinn unseres cogito behaftet!

    wenn man im stadion ein lied singt ob hymne oder "54,76 ,2006 mit dem herz in der hose mit dem beidl inder hand" woteva
    gehts im grunde nicht um fucking politik

    wenn man in die kirche geht gehts nicht um fucking gott und den papst
    wenn sich xavi und iniesta(und hoffentlich negredo) heute einschwören gehts nicht um stumpfe interessensvertretung(um dies sowieso 24/7 immer geht inder NLP gesellschaft)

    es geht um diesen winzigen moment dieses kurze und intensive gefühl der einheit zusammen diesen fucking planeten nach vorne zu treiben ..und darüber hinaus bis zum tor bis zum mars bis zum glück

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    • johnleehookerelectro | vor 345 Tagen, 16 Stunden, 12 Minuten

      mit dem begriff DES phänomens

      verflixt eins aber auch

  • cheguevarawithblingon | vor 345 Tagen, 16 Stunden, 51 Minuten

    !!!!!!!!!!!!!!!!

    ". dass es eine der fatalen Schwächen des österreichsischen Feuilleton-Journalismus ist, sich popkulturellen Themen wie dem Fußball prinzipiell mit der gekräuselten Nase des Großbürgers anzunähern."

    AMEN

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