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25. 7. 2012 - 18:35

Das Tattoo und die Ewigkeit

Was liegt, das pickt. Ein einmal gestochenes Tattoo wird man nur schwer wieder los. Warum man es sich besser gut und dreimal überlegt, was man sich in die Haut brennen lässt.

von Caro Haidacher

Die Vergangenheit zumindest ungesehen zu machen, das gehört für Tätowierer Michl, Chef von „Tattoo & Art Vienna“ in der Wiener Alserstraße zum Tagesgeschäft. Eine reuige Generation mit Arschgeweih und Tribals am Rücken kehrt jetzt in die Tattoo-Studios zurück, um ihre Jugendsünden wieder gut zu machen. Entliebte, die den Namen des einstigen Herzenskönigs oder der Herzenskönigin nicht mehr sehen und schon gar nicht am Körper tragen wollen. Ehemalige junge Rebellen, die doch irgendwann seriös werden mussten und ihren Job behalten wollen.

Tattoo: Joker

Meistens geht’s gut, manchmal nicht, erzählt Michl. Wenn die späte Reue kommt, gibt es zwei Möglichkeiten: Weglasern oder Cover-Up. Möglichkeit Nr. 1 ist schmerzhaft, teuer und vor allem langwierig. Um ein handtellergroßes Tattoo loszuwerden, braucht es ungefähr ein Jahr Geduld und an die fünf Sessions bei Hautarzt oder Hautärztin. Und ein bisschen bleibt immer sichtbar.

Möglichkeit Nr. 2 bietet die kreative Umgestaltung des gehassten Motivs: ein neues Bild wird drüber tätowiert. Wenn es gut gemacht ist - was laut Michl zum Beispiel beim russischen Sänger Evgeny Nikiti, der wegen eines Hakenkreuzes auf der Brust die Titelrolle bei den Bayreuther Festspielen verloren hat, nicht der Fall war –, sollte das darunterliegende Motiv nicht mehr zu sehen sein. Das hängt aber von der Körperstelle und vor allem von der Größe des neuen Tattoos ab. Kleinermachen geht logischerweise nicht - eine Mission Impossible, die aber nicht selten von Michl gewünscht wird.

Tattoo: Auge auf der Hand

Das Beratungsgespräch ist für den Tätowierer in seinen 20 Jahren als Künstler zum wichtigsten Werkzeug geworden. "Ein Halbstarker, der zwei Tage vorher auf der Donauinsel einen Totenkopf gesehen hat und jetzt den gleichen haben will, braucht Beratung", sagt Michl. Warum dieses Bild, warum jetzt, warum an dieser Körperstelle? Wer keine überzeugenden Antworten auf diese Fragen hat, bekommt von Michl kein Tattoo. So einfach ist das.

Trotz aller technischen Wunder ist man wohl am besten damit beraten, es sich gut und dreimal zu überlegen, bevor man sich unter die Nadel legt. Oder man macht es wie ein junger Kunde, der vor kurzem in Michls Studio war: Man vertraut darauf, dass sich die Technik bis zum Zeitpunkt der Reue so weiter entwickelt hat, dass eine Entfernung problem- und schmerzlos möglich ist.

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  • albundyfan | vor 298 Tagen, 8 Stunden, 23 Minuten

    also beruflich sollte ein tatoo aber wirklich kein hinderniss sein

    die meisten lassen es sich irgendwo am orberam, rücken oder an den beinen tätowieren und wenn man da normalle arbeitskleidung anzieht dann sieht es nichtmal wer.

    desweiteren zeigt es wieder nur mal, daß die menschen konsequent intolerant sind, wenn ein tattoo das berufliche fortkommen behindert.

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    • h3isenberg | vor 298 Tagen, 3 Stunden, 15 Minuten

      Ich denke, das tatoos noch immer von vielen als nicht geeignet gesehen werden, um eine firma zu repräsentieren oder um in einem "feinen" lokal den kellner zu mimen. Mag ja sein, das du das als intolerant siehst, aber teilweise kann ichs gut verstehen. Viele tatooträger haben sich ja teilweise irgendwas stechen lassen, so wie bunt zusammen gewürfelte elemente aus budhismus und co. oder die arschgeweihe, chinesische schriftzeichen oder AMA gütesiegel auf der rechten arschbacke.
      Persönlich steh ich zu tatoos sehr ambivalent. Gibt schon sehr schön gemachte, gerade die asiatischen oder maori, aber dazu gehört schon mehr als "gefällt mir, mag ich haben".
      Und irgendwie find ichs sogar schick, sagen zu können, nein, ich bin nicht gestochen und das bleibt auch so. Nur weils ein trend ist und das anscheinend manche menschen brauchen, um ihre persönlichkeit den letzten indivduellen touch zu geben, heißts noch lange nicht dass das auch jeder akzeptieren muss.

    • zugverschrotter | vor 298 Tagen, 1 Stunde, 57 Minuten

      "Persönlich steh ich zu tatoos sehr ambivalent. Gibt schon sehr schön gemachte, gerade die asiatischen oder maori"

      also genau die, zu denen 99% der träger exakt keinen bezug haben... individualismus ftw.