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Maria Motter

Maria Motter Graz

Bücher, Bilder, Kritzeleien. Und die Menschen dazu.

1. 8. 2012 - 10:57

Und am Ende: Selbstdemontage

Das barprojekt in Graz musste schließen. Zum Schluss diskreditiert es sich selbst: Mit einem bizarren und rassistischen Posting gegen Kebap-Läden.

Der "Kebap Ali" ist wieder im Einsatz. Die Facebook-Seite des Grazer barprojekt zeigt das Bild eines dickbäuchigen Mannes, der sein Fleischmesser hochhält. Das Sujet rief vor drei Jahren Gerüchte in der Schweiz hervor: Breitflächig plakatiert, entpuppte es sich als Eigenkampagne der AGP ("Allgemeine Plakatgesellschaft") AG.

Jetzt muss das wenig schmeichelhafte Bild für einen anderen Zweck herhalten: Ein seitenlanges Posting des barprojekt bekundet, dass ein "24 Stunden (sprich: rund-um-die-Uhr-geöffnetes) Kebap-Schnellimbissrestaurant" in die Räumlichkeiten in der Grazer Klosterwiesgasse einziehen wird. Was folgt sind Pauschalunterstellungen an "Betreiber jeglicher Kebapbuden", Behördenwege zu meiden und "die türkische Mafia" für sich sprechen zu lassen. Noch Fragen offen? Die Telefonnummer der angebenen "extra eingerichtete Hotline" ist jene der türkischen Botschaft in Wien.

Von "kebapfreien Zonen" und Verboten

Von den Postings unter dem Statement des barprojekts will ich nicht anfangen. Sie gleichen bis auf einen Kommentar eins zu eins jenen, die sich auf HC Straches Facebook-Seite finden. Hier prangt das Foto eines Schildes, dass eine "kebapfreie Zone" verspricht.

Das Jakominiviertel wird von der Stadt Graz als neues Kreativviertel beworben. Das barprojekt war ein äußerst beliebtes Lokal, aus einer ambitionierten Idee und in Eigeninitiative von elf jungen Menschen geboren.

Nun ist das barprojekt "keine Burschenschafter-Bude", wie Martin sagt. Er war Teil des jungen elfköpfigen Teams, dass das "barprojekt" in der Grazer Klosterwiesgasse bis Anfang Mai betrieben hat. Gern hat sich das barprojekt als Alternative zu anderen Lokalen in Graz verstanden, gerne auf sein Fachhochschul- und studentisches Umfeld verwiesen und sich zuletzt über die Stadt Graz echauffiert, die so vieles verbiete.

Viele Menschen stehen des Nächtens in der Klosterwiesgasse in Graz vor dem barprojekt: Es ist der letzte Abend des Lokals.
Der allerletzte Abend des barprojekt: Fast ein Straßenfest in der Grazer Klosterwiesgasse.

Schließlich wurde das "barprojekt" im Mai von den Behörden zugedreht, weil die baurechtliche Nutzungsbewilligung für den Barbetrieb fehlt. Und zwar: Seit immer schon. Dass man ausgerechnet jetzt darauf kommt und nicht während der fast zwanzigjährigen Öffnungszeit jener Bar, die vor dem barprojekt in den selben Räumlichkeiten existierte, erzürnte das junge barprojekt-Team und seine Gäste. Immerhin hatten die Neo-Wirte von Beginn an die Behördenwege eingehalten und das Lokal offiziell und nicht etwa als Vereinslokal geführt. Dass die Betreiber der Lokalität wütend sind, ist also nachzuvollziehen. Dass sie ihre Wut in Rassismus kanalisieren aber ist nicht einfach traurig, sondern bedenklich.

"Der Text hat ja neben Unterstellungen und Beleidigungen, ein wenig hetzerische Elemente", sagt Daniela Grabovac von der Antidiskriminierungsstelle Steiermark, die erst kürzlich von der Stadt Graz und dem Land eingerichtet wurde. Daniela Grabovac hat die Helping Hands Anti-Rassimus-Hotline aufgebaut. Die Expertin findet schon das verwendete Plakat eine Zumutung. Beschweren können sich Einzelpersonen bei der Antidiskriminierungstelle, für das Facebook-Posting aber ist Grabovac nicht zuständig: "Nach dem Bundesgleichbehandlungsgesetz und EU-Richtlinien zu Anti-Rassismus sind Medien und Werbung ausgenommen, was jedoch zeigt, wie wichtig es wäre auch dafür Grundlagen zu haben", so Grabovac.

Rassisten mit Rassismus überführen?

Warum diskreditiert sich das barprojekt zum Schluss also selbst? Auf schriftliche Anfrage verwehrt sich Burkhard für das barprojekt-Team gegen den Vorwurf des Rassismus "vehement". Die selben Nachbarn, die das Barprojekt mit Anzeigen zu Fall gebracht hätten, wären über das gestreute Gerücht einer Kebapbude als Nachfolger in der Barlokalität aufgebracht.
Also hat das barprojekt einen "allerletzten Streich" gemacht: "vielleicht eine kindisch-trotzige Abschlussreaktion - naja, wir wollten uns das gönnen", wie Burkhard vom barprojekt-Team schreibt.

Man gönnt sich also rassistische Unterstellungen. Um sich danach "persönlich befremdet" zu geben, von "diesem Kulturkampf, der hier um das Kebap entbrannt ist". Und zugleich freut man sich "aber auch diebisch, dass die Wogen wegen dieser Kebap-Geschichte gar so hoch schwappen".

An einer "offiziellen Klarstellung" will das barprojekt derzeit arbeiten, so Martin, der betont, dass das Team in seiner alten Form nicht mehr existiert.

Das ganze ist kein "sehr, sehr scharfsinniger Humor", als den das barprojekt-Team das Posting nun gerne einordnen würde. Und angibt, damit "gezeigt zu haben, welche Geisteskinder sich in den verschiedensten Sümpfen dieser Stadt tummeln", wie Burkhard schreibt. Das ist keine Kunst, die auf Freiheit pocht.

Am Mittwoch in FM4 Connected

Wie es zu der ganzen Aktion in dieser Form gekommen ist, erklären Martin und Mike vom barprojekt heute nachmittag in FM4 Connected.

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  • vernon | vor 291 Tagen, 13 Stunden, 44 Minuten

    was ich grad nicht ganz weiß...

    als ehemalige grazerin bin ich ja immer intresssiert was so in meiner alten stadt passiert. als ich vor nem halben jahr das letzte mal vor ort war hab ich die sehr lässige kunsthure entdeckt nahe jakominiplatz. von dem barprojekt von dem hier die rede ist hab ich noch nie was gehört (was wiederum bedeutet dass es nicht so gut da gewesen sein kann ;-). handelt es sich dabei um verschiedene bars oder ist das etwa das gleiche? danke für eine erhellung meinerseits.

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    • zugverschrotter | vor 291 Tagen, 12 Stunden, 4 Minuten

      es handelt(e) sich um ein einzelnes lokal namens "barprojekt", das in der klosterwiesgasse (also parallel zur jakoministraße, wo die kunsthure beheimatet ist) angesiedelt war.

      der name "barprojekt" resultiert nach meinem verständnis aus dem umstand, dass keiner der 11 betreiber aus der (professionellen) gastroszene kommt, sondern es sich einfach um eine gruppe gleichgesinnter handelte, die der auffassung waren, graz bräuchte ein (im gegensatz zb zum parkhouse) ganzjährig attraktives, gemütliches beisl mit studentisch-lockerem ambiente, kulturveranstaltungen und günstigen preisen, das trotzdem nicht auf bermudadreieck-sauforgien ausgelegt ist.

      gut war es schon, weil das personal freundlich, die kundschaft angenehm und die lage recht zentral war.

  • miikesmama | vor 292 Tagen, 9 Stunden, 26 Minuten

    Ok, der Scherz war schlecht, aber kann mir trotzdem jemand erklären was an diesem Bild oder dem Text "rassistisch" sein soll?

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    • gerettet | vor 291 Tagen, 17 Stunden, 20 Minuten

      lesen

  • oldbag | vor 293 Tagen, 11 Stunden, 3 Minuten

    Barprojekt zurecht abgesoffen

    Das Facebook Posting sagt wohl weit mehr über die Barprojektler aus als ihnen lieb ist. Ich habe auch sehr viel lachen müssen als ich es las, nämlich über die Arroganz und die mangelnde Intelligenz der Verfasser. Ich empfehle den Schreiberlingen dennoch eine Bewerbung beim Kopp Verlag in Rottenburg am Neckar ;-)

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  • gerettet | vor 293 Tagen, 15 Stunden, 59 Minuten

    Ein Spaß solls gewesen sein? O wie lustig, machen wir noch ein paar Judenwitze dazu. Das wird doch hoffentlich noch erlaubt sein, ein bisserl Rassismus in den Alltag zu mischen? /sarcasm off Und selbst wenn sich die Crew uneins ist, und nicht jeder dort diesen zweifelhaften "Humor" teilt:
    Jetzt bin ich richtig froh nicht bei der Feier auf dem roten Asphalt dabei gewesen zu sein. Wiederwärtig.

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    • gerettet | vor 293 Tagen, 15 Stunden, 52 Minuten

      Sorry, ohne langes i. Dennoch widerwärtig!

    • aereogramme | vor 293 Tagen, 15 Stunden, 18 Minuten

      Deine Nazi-Keule (Judenwitze) war aber auch wieder widerwärtig.

    • gerettet | vor 293 Tagen, 12 Stunden, 5 Minuten

      Falls es dir noch nicht aufgefallen ist: Nicht nur Nazis reißen Judenwitze. Außerdem hab ich niergndwo von Nazis geredet. Sich über den Ali lustig zu machen und krasse Vorturteile zu verbauen ist absolut legitim mit Judenwitzen zu vergleichen. PS: Die Nazi-Keule ist ein selten stattfindender Mythos, erfunden von Menschen die gerne generell Kritik an rechtem Gedankengut unterbinden würden.

    • zugverschrotter | vor 293 Tagen, 8 Stunden, 31 Minuten

      ZOMG WTF BBQ!!?!??!11?!!ß1!

      da hat einer der elf (!) betreiber ein fragwürdiges frustposting auf fb hinterlassen, und schon sind team plus kundschaft ein haufen selbsternannter arier mit fragwürdigen rassischen vernichtungsgedanken?

      wenn schon nicht nazi- dann wenigstens judenkeule, die hier verwendet wurde. und die ist irgendwo fehl am platz.

    • gerettet | vor 293 Tagen, 4 Stunden, 48 Minuten

      Hier steht, der "Gag" ist ähnlich aufgebaut und wiederwärtig wie Judenwitze. Keine Keule. Keine Juden. Keine Arier. Kein Wort über alle 11. Keines über die Kunden. Bitte genau lesen und ganz ruhig bleiben. Wenn du hier so an die Decke gehst, was machst du dann wenn wirklich mal irgendwo ein ungerechtes Pauschal-Urteil vorliegt?

    • zugverschrotter | vor 293 Tagen, 2 Stunden, 37 Minuten

      bitte genau lesen und denken. hier steht auch etwas von freude darüber, nicht bei der abschlussveranstaltung dabeigewesen zu sein. fand diese etwa zum zwecke des ali-bashings statt? und warum müssen unbeteiligte religionsgemeinschaften für einen etwas bochenen vergleich bemüht werden?

      ps: das mit dem widerwärtig plus extra "e" wird wohl ein running gag, eh?

    • gerettet | vor 292 Tagen, 15 Stunden, 46 Minuten

      Okay der Satz war gemein gegenüber jenen die dort waren (ich kenne auch persönlich viele die dort waren, alles geliebte und geschätzte Mitmenschen). Mir fiel im ersten Moment eben nur das ein, um zu zeigen: Wer sich zu solchen "Schmähs" hinreißen läßt hat, kann mich als Kunde gern haben. Ich möchte dran erinnern, daß es auch Menschen gibt die in dieser Tonart keinen Spaß verstehen. Rassismus darf über keine Schiene saloonfähig werden, das wünschen sich doch die Populisten (ihre Daham-statt-Islam Slogans werden irgendwann zum Selbstläufer...). Ich kann daher nicht zusehen und sagen "okay, 10 von elf sind eh anständig". Wenn sie es sind, dann werden sie schon richtig reagieren. Ich will trotzdem, wenn mich etwas anpisst nicht still sein. Ich habe nicht im Geringsten ein schlechtes Gewissen zehn Mitbetreiber durch meinen Ekel gestreßt zu haben. Leider war meine Formulierung insofern unscharf als sie sich tatsächlich auch gegen Besucher des Festls lesen läßt (das war nicht gemeint!!) und nicht klar als Abgrenzung gegenüber dem Lokal, in dessen Namen nunmal Mist gebaut wurde. Werde mich in Zukunft noch zielgerichteter artikulieren!

  • aereogramme | vor 293 Tagen, 16 Stunden, 11 Minuten

    "Bizarr" ist maximal die überkorrekte, humorlose Reaktion auf ein unnötiges, ignorierbares Facebook-Posting frustrierter, netter Menschen.

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  • herrgesangsverein | vor 294 Tagen, 5 Stunden, 49 Minuten

    was ist los mit dem jugendsender fm4?

    da stirbt mit dem barprojekt ein teil der alternativen grazer jugendkultur und alles was der jugendsender tut, ist auf den toten hinzutreten. ein letztklassiger artikel, der ein einziges fb-posting völlig aus dem zusammenhang reißt und nicht im geringsten auf die monatelangen anstrengungen der barprojektler eingeht, die mit viel aufwand versucht haben eine schließung zu vermeiden. man könnte meinen die grazer övp hätte den artikel in auftrag gegeben. was ist los mit den menschen in dieser stadt?

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  • klarola | vor 294 Tagen, 10 Stunden, 8 Minuten

    das barprojekt war von anfang bis ende ein unglaublich einladendes beisl, betrieben von intelligenten leuten, die es hervorragend verstanden haben, einen ort zu schaffen, in dem sich wirklich alle willkommen fühlen. das konzept - die gäste entscheiden über barnamen, musikauswahl, getränkeangebot, tapete, etc. - war großartig. die umsetzung und vermarktung der idee war genial gemacht. die stimmung war positiv, die gäste stets von der angenehmen sorte, die wirtInnen sowieso. umso trauriger ist, dass diese bar, die dem jakominiviertel zumindest eine zeit lang tatsächlich das von der stadt graz zunächst ja noch ausdrücklich gewünschte leben eingehaucht hat, nun wieder verschwinden musste, und das aus gründen, die man durchaus "bizarr" nennen darf.
    das im artikel angesprochene fb-posting kann man mögen oder nicht. ich persönlich halte es nicht für das beste der crew, aber – wie unter mir auch schon angedeutet wurde – im kontext der vielen diesem vorangegangenen (ebenfalls „bizarren“, damit aber auch stets höchst unterhaltsamen) postings ist der von burkhard angesprochene scharfsinnige humor durchaus aufzufinden und kommt die kritik von frau motter, die hier glaubt, xenophobe barbetreiberInnen und –gäste „aufgeplattelt“ zu haben, doch ein bisschen lächerlich, wenn nicht gar reißerisch daher....

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    • klarola | vor 294 Tagen, 10 Stunden, 6 Minuten

      schade, dass die absurden schikanen, mit denen sich das barprojekt-team in den letzten monaten herumschlagen musste und die erfrischende, konstruktive, kreative und kritische art, wie von diesem (und ihren über 3.000 in der fb-gruppe "wir retten das barprojekt" versammelten unterstützerInnen) mit diesen schikanen umgegangen wurde, nie so eine große story bei fm4 bekommen haben.

    • irmiwutscher | vor 294 Tagen, 8 Stunden, 48 Minuten

      aber komisch ist halt schon

      dass man den erfrischenden und bizarren humor nicht auf die lenkt, dies verdient hätten, nämlich die stadt oder die behörden. also das wär ja ne gute zielscheibe für skurrilen humor. oder?

    • klarola | vor 294 Tagen, 8 Stunden, 10 Minuten

      stimme zu, stadt und behörden sind eine gute zielscheibe für den erfrischenden humor der barprojektantInnen, zum glück haben sie ihn ebendiesen in der vergangenheit bereits ausführlich zuteil werden lassen. eines von vielen beispielen findet sich etwa hier: http://www.youtube.com/watch?v=6mZptWhQhHk&hd=1

      wie gesagt bedauernswert, dass FM4 bislang nicht über das barprojekt bzw. seine erzwungene schließung berichtet hat, obwohl die in graz derzeit um sich greifende zusperrerei und verbieterei ja an sich für einen jugendsender schon ein recht interessantes thema wäre.

      schade um ein sehr lässiges lokal, und schade besonders für das team, das mit rassismus genau gar nichts am hut hat, und jetzt von FM4 mit so einer seltsamen berichterstattung in verruf gebracht wird.

    • motter | vor 294 Tagen, 7 Stunden, 9 Minuten

      "In Verruf gebracht" wird das barprojekt nicht, vielmehr hatte es die Möglichkeit zur Klarstellung. Und die wurde auch genützt. Kam ja nicht von ungefähr, dass es dem Team - soweit es besteht - leid tut.

      Behördenauflagen sind das eine. Diskriminierende Aussagen und Unterstellungen etwas anderes.

      Das barprojekt musste schließen. Die Kombüse hat von sich aus vorerst geschlossen, weil sich nach eigenen Angaben polizeiliche Verwarnungen und Anzeigen häuften. Beides bedauere ich - wie viele - andere auch.

    • klarola | vor 294 Tagen, 6 Stunden, 44 Minuten

      nach "möglichkeit zur klarstellung geben" liest sich der artikel aber nicht, vielmehr werden die antworten von burkhard erst recht in fast ein bisschen sensationsgeil wirkender manier in richtung "rassismus, rassismus!" ausgelegt. meiner bescheidenen auffassung nach tut man den ehemaligen betreiberInnen damit unrecht, und dieser eindruck wird unter anderem dadurch verstärkt, dass dieser artikel der erste und einzige in sachen barprojekt auf der FM4-seite ist, als ob es zu dem lokal und seinem ende nicht mehr zu sagen gäbe (und ja, das gehört auch hierher, auch wenn "behördenauflagen das eine" und "diskriminierende aussagen und unterstellungen etwas anderes" sind).

      zumindest in einem punkt sind wir uns aber einig: es ist sehr schade, dass graz derzeit ohne barprojekt und kombüse auskommen muss. vielleicht gibt's ja auch einmal eine story über die hintergründe dazu?

    • bedenklich | vor 294 Tagen, 6 Stunden, 33 Minuten

      vielleicht ist interessierten menschen, die den artikel hier lesen und vorher noch nie etwas vom barprojekt gehört haben, zuzutrauen, dass sie sich aufgrund der berichterstattung hier selbständig weiterführend erkundigen?

      man munkelt, dass diese vorgangsweise ab und an anschlägt.

    • motter | vor 294 Tagen, 6 Stunden, 21 Minuten

      Falls es "Hintergründe" im Sinne von Unrechtmäßigkeiten seitens Behördenforderungen gegeben hätte, wäre das auf dem Rechtsweg zu klären. Ich verstehe die Frage nach "Hintergründen" nicht anders, sorry.

    • motter | vor 294 Tagen, 6 Stunden, 18 Minuten

      war als antwort für klarola gedacht.

    • herrgesangsverein | vor 294 Tagen, 5 Stunden, 42 Minuten

      die unrechtmäßigkeiten gehören nicht ins radio und sind auf dem rechtsweg zu klären? aber mit der präventiven rassismuskeule darf man öffentlich im radio drüberfahren? was ist den dass für eine auffassung von journalismus, liebe frau motter? DAS ist wirklich bedenklich!

    • motter | vor 294 Tagen, 5 Stunden, 30 Minuten

      Wozu mit Anspielungen und Unterstellungen operieren? Wenn es etwas gäbe, würde man dem nachgehen.

    • herrgesangsverein | vor 294 Tagen, 4 Stunden, 30 Minuten

      frau motter, das kann doch wohl nur ironisch gemeint sein. ihr ganzer artikel ist eine einzige unterstellung. hingegen haben sie alles, was durch nachgehen und recherche zum thema barprojekt zu berichten gewesen wäre, gekonnt (bewusst?) ausgelassen. vieles davon war ebenfalls auf der fb-seite des barprojekts zu lesen und meist auch interessanter als die geschichte über alis kebabladen.
      schade, dass sie das nicht so sehen.

    • marmos | vor 294 Tagen, 3 Stunden, 29 Minuten

      liebe frau motter,
      da sie es bereits zum zweiten mal erwähnen bzw. anspielen, möchte ich folgendes richtigstellen: das barprojekt-team besteht nach wie vor aus den 11 gründungsmitgliedern. unterschiedliche meinungen zu der aktuellen problematik: ja. team-spaltung oder -auflösung: nein.
      martin alias marmos, mitglied des barprojekt-teams

    • klarola | vor 293 Tagen, 10 Stunden, 16 Minuten

      anspielungen und unterstellungen braucht es gar nicht, es reicht auch eine darstellung der grazer verbotspolitik der letzten monate (jahre), in deren kontext das barprojekt geschlossen wurde. zur erinnerung:

      *alkoholverbot in der innenstadt
      *bettelverbot
      *neue straßenmusikverordnung, die effektiv z.b. die gesamte herrengasse unbespielbar macht
      *vergitterung des stadtparkpavillons
      *untersagung eines konzerts im maykäfer inkl. aufhebung der aufschiebenden wirkung einer möglichen berufung wegen angeblicher "gefahr im verzug"
      *schließung des barprojekts wegen eines bescheids, der über 20 jahre keinen menschen interessiert hat, und verweigerung jeglicher kooperation seitens der stadt mit den barprojektantInnen
      *zwangssperrstunde für mehrere univiertel-lokale
      *kapitulation der kombüse

      das sind jetzt nur die aktuellsten themen. wenn man ein paar jahre zurückgeht, könnte man zum beispiel auch noch anführen:
      *ende der parkhouse-live-konzerte
      *grazer ordnungswache
      *hauptplatzverbot für punks
      *telefonierverbot in der bim

    • klarola | vor 293 Tagen, 10 Stunden, 13 Minuten

      außerdem:
      *in der derstandard.at-rubrik "verbotszonen im öffentlichen raum" finden sich genau vier beiträge. alle vier befassen sich mit graz.

      *in der zeit wurde die grazer verbotspolitik dank alfred dorfers kolumne schon im frühjahr angesprochen. außerdem gab es bereits 2009 einen ausführlichen artikel zum thema: http://www.zeit.de/2009/24/A-Graz

      *siegfried nagl wurde vom orf in den steirischen sommergesprächen auf das neue grazer verbotsklima angesprochen, nachdem die redaktion zahlreiche anfragen bekommen hatte, man möge ihn doch bitte damit konfrontieren. die antwort des herrn nagl war imho natürlich ein kompletter schmarrn, aber immerhin hat ihn erreicht, dass nicht alle mit dieser verbieterei einverstanden sind.

      vielen anderen medienmenschen scheint also in letzter zeit durchaus etwas berichtenswertes in graz aufgefallen zu sein!

  • indieaner | vor 294 Tagen, 11 Stunden, 2 Minuten

    naja...

    is halt doch graz, kleingeisitger als man denkt, doch eher dorf als stadt - unesco city of täuschungseffekt.

    ps: jaja, und jetzt keine vorwürfe bitte dass ich alle dörfer oder grazer der kleingeistigkeit pauschalisiere. ich weiß eh wie super es auch sein kann. aber. naja, graz is halt graz, eine endlose diskussion...

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  • raveonett | vor 294 Tagen, 11 Stunden, 15 Minuten

    voreilige Schlüsse...

    ..können vermieden werden, wenn genauer recherchiert wird. Wenn man regelmäßig die Seite vom Barprojekt besucht, so dürfte schnell auffallen, dass die meisten Beiträge (vor allem von Walter) erstens literarisch hochwertig, witzig, skurril und vor allem nicht allzu ernst zu nehmen sind.

    Ich finde deine Kritik ehrlich gesagt für zu wenig reflektiert. Ja, das Bild wurde ungünstig gewählt und ja man kann vor allem auch im Zuge von humoristischen Beiträgen schell in homophobe Sphären abdriften. Das ist jedenfalls zu verurteilen. Ich traue mich jedoch zu behaupten, das keineswegs eine türkenfeindliche Kampagne Ziel des Postings war, sondern es sich vielmehr um eine - wenn auch vorschnelle - Reaktion auf den Plan einen (24 Stunden offen haltenden) Kepap Laden in die Räumlichkeiten einziehen zu lassen handelt.

    Die meisten LeserInnen des Posts haben angesichts der Vorgeschichte die Ironie verstanden. Die Kommentare daher gleich von vornherein zu ignorieren ist jedenfalls nicht der richtige Weg, die Moral- und Ethikkeule kann in diesem Fall unter dem Schreibtisch bleiben.

    Das Barprojekt stand für alle offen, egal ob Maurer/in, Student/in oder Manager/in. Die Atmosphäre war zu keiner Zeit auch nur in irgendeiner Weise homophob. Vielmehr kam es in den letzten Monaten...

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    • raveonett | vor 294 Tagen, 11 Stunden, 14 Minuten

      ...

      zu einer Vermischung der Grazer Szene. Von den großartigen Konzerten ganz zu schweigen (Christoph & Lollo...).

    • zugverschrotter | vor 294 Tagen, 3 Stunden, 7 Minuten

      word.

      auch wenn man alltagsrassismus nicht mit einem "is jo eh ned so gmaant" abtun sollte, halte ich die in diesem artikel gebotene darstellung für ziemlich übertrieben. gerade angesichts der in der vergangenheit gelebten barprojektphilosophie und der angesprochenen süffisant-ironischen schreibweise des herrn walter.