Standort: fm4.ORF.at / Meldung: "Glamouröse Grauzonen"

Musik, Film, Heiteres

Christian Fuchs

Christian Fuchs

Twilight Zone: Film- und Musiknotizen aus den eher schummrigen Gebieten des
Pop.

1. 8. 2012 - 18:16

Glamouröse Grauzonen

Eine persönliche Christopher Nolan Huldigung, anlässlich der aktuellen Diskussionen rund um „The Dark Knight Rises“.

Die Kontroversen reißen nicht ab. Auch unabhängig vom nachhallenden Schrecken des Aurora-Massakers sorgt der neueste Batman-Blockbuster für hitzige Wortgefechte. Ob im Feuilleton oder in den sozialen Klatschbörsen des Internets, überall wird über „The Dark Knight Rises“ heftig diskutiert.

Die mehrheitlich argwöhnischen, enttäuschten bis erzürnten Kommentare haben sich auf den Schöpfer des Films und der dazugehörigen Fledermaus-Trilogie eingeschossen. Die einen werfen Christopher Nolan unerträgliches Pathos vor, betrachten ihn als verantwortungslosen Vermarkter zeitgenössischer Ängste und vermissen in seinen Werken die leichtfüßige Ironie anderer Comicverfilmungen. Andere sehen mit „The Dark Knight Rises“ endlich ihren Verdacht bestätigt, dass es sich bei dem 42-jährigen Autor und Regisseur um einen eitlen Blender handelt, hinter dessen aufgeblasenen Genre-Konstrukten ein einziges Vakuum aufklafft.

In gewisser Weise treffen diese kritischen Stimmen durchaus ins (Nacht-)Schwarze. Aber – und ab hier meldet sich der Nolan-Fan in mir zu Wort – auf ganz andere Weise, als es die Gegner des britischen Filmemachers meinen.

Christopher Nolan

Wenn Schrecken zur Schönheit wird

Christopher Nolans Kino lebt tatsächlich von Furcht und Paranoia, die Angst frisst viele seiner Charaktere nahezu auf, treibt sie aber auch gleichzeitig an. Das hat einerseits mit den gesellschaftlichen Grundstimmungen der Post-9/11-Ära zu tun, die der Regisseur vor allem in die Dark-Knight-Trilogie einfließen lässt wie kein anderer Blockbustermacher.

Nolans Meisterwerk: The Prestige

Entgegen jeder Vernunft liefern sich zwei Varieté-Zauberer im London des ausgehenden 19. Jahrhunderts einen Konkurrenzkampf um das unschlagbarste Kunststück. Dabei schrecken Robert Angier (Hugh Jackman) und Alfred Borden (Christian Bale) auch vor hinterlistiger Erpressung und mörderischer Sabotage nicht zurück.

Nolan, der nicht nur für verschachtelte Erzählstrukturen bekannt ist, sondern auch für eine Affinität zu psychologischen Abgründen, zeigt sämtliche Schattenseiten dieses Duells. Herzensmenschen bleiben auf der Strecke, Kollaborateure werden betrogen, Affären scheitern, Fanatismus mutiert zum Wahn. Und trotzdem: Die Faszination der Magie überstrahlt alles.

Christopher Nolan, der seinen Historienthriller ebenfalls wie einen Zaubertrick aufgebaut hat, voller Geheimnisse, Irreführungen und Drehungen, scheitert ausgerechnet beim Finale. Halbwegs findige Zuseher werden zumindest einen Teil des Twists schon lange vorher ahnen.

Aber das macht nichts. Denn in 'The Prestige' geht es um viel mehr als spannendes Rätselraten. Alleine die Bilder bestechen, einerseits mit düsterer Eleganz, auf der anderen Seite mit einem fiebrigen Handkamera-Realismus.

Völlig überzeugend wirkt auch die Besetzung, aus der neben Jackman, Bale und Scarlett Johansson als charmanter Assistentin vor allem David Bowie in einer großartigen Nebenrolle herausragt.

Eine Liebeserklärung an Männer, die von vielen wohl als gefühlskalte Egozentriker abgetan werden. Wenn aber einer der beiden Zauberer in einem Schlussmonolog sentimental von der Macht der Wunder schwärmt, dann verwandelt sich 'The Prestige' endgültig in ein Plädoyer für das unnachgiebige Verfolgen von irrationalen Lebensträumen. Und er wird auch zu einer Huldigung an die größte Illusionsmaschinerie überhaupt - das Kino selbst.

Die gepeinigten Detektive, Vigilanten und Verbrecher, die durch Nolans Filme hetzen, beziehen sich aber auch gleichzeitig auf das zentrale Genre, aus dem sich sein Schaffen speist: den Film Noir. Von seinem schwarzweißen Low-Budget-Debüt „Following“ über den faszinierenden Zauberer-Thriller "The Prestige" bis zum Multiplex-Monstrum „The Dark Knight Rises“ stehen die klassischen rabenschwarzen und pessimistischen Krimis der vierziger und fünfziger Jahre Pate. An deren schwindelerregende Atmosphäre, in der Wahn und Wirklichkeit oft nahtlos ineinander übergehen, versucht der Brite mit seinen ganz eigenen Mitteln anzuknüpfen.

The Dark Knight Rises

Wenn Nolan wie so oft kritisiert die Gewalt und Entfremdung in elegante, stylische und poppige Bilder verpackt, dann ist auch das ein Erbe des Film Noir. Denn bereits die artifiziellen Kameraeinstellungen dieses Genres, die zynischen Detektive im Trenchcoat und undurchschaubaren Femme Fatales waren ein Versuch, die depressiven Abgründe des Menschseins in Coolness zu transferieren.

Christopher Nolan schließt an diesen Ansatz nahtlos an. Wie vielen Neo-Noir-Vertretern der Popkultur, ob in der Literatur, in der Musik oder im Film, geht es ihm eben nicht darum, das Grauen bloß sinnentleert zu ästhetisieren und in den Karren der Hollywood-Maschinerie zu spannen. Nein, im Vertrauen in die magischen Transformations-Möglichkeiten der Kunst, extrahiert er aus dem Schrecken der Existenz einen Glamourfaktor, der unser aller klägliches Zuschauerleben erträglicher macht. Nach einem Nolan-Film kommt man vielleicht erschlagen aus dem Kino, aber auch: inspiriert, aufgeregt, kribbelnd, euphorisch.

The Prestige

Heiliger Ernst und angestrengte Originalität

Während andere Filmemacher ebenso legitim auf blanke Verstörung setzen, generiert der ewige Dandy Christopher Nolan also überwiegend positive Emotionen aus seinem Spiel mit den Schatten und der Dunkelheit. Es ist das selbe Gefühl, wie wenn man sich an einem grausamen, aber verschlungenen Märchen delektiert, den Suspense eines sinistren Hitchcock-Thrillers genießt oder sich an den Mode-Inszenierungen eines Alexander McQueen ergötzte, der Schrecken und Schönheit verknüpfte.

Damit der ganz spezielle dunkle und herrliche Sog, auf den Nolans Werke abzielen, sich wirklich entfalten kann, muss der Regisseur auch auf Elemente verzichten, die für viele seiner Genrekino-Kollegen essentiell geworden sind. Die Ironie, die bei Typen wie Sam Raimi oder Joss Whedon so brilliant eingesetzt ist, würde der verführerischen Noir-Taktik nur im Wege stehen. Und die selbstreferentiellen Aha-Erlebnisse, auf die Filme von Robert Rodriguez oder Quentin Tarantino abzielen, wären erst recht fehl am Platz.

Inception

Christopher Nolans Filme durchweht im Gegensatz ein fast schon heiliger Ernst und ein Drang, dem Zitate-Wahnsinn der Posmoderne wenigstens halbwegs zu widerstehen. Beides kann manchmal angestrengt wirken und auch streberhaft. "Inception" ist etwa ein Streifen, dem man die analytische Angestrengtheit dahinter anmerkt, all die Denkarbeit, die Planung, die Bemühungen um Eigenständigkeit. Minutiös ausgetüftelt bis ins winzigste Detail, ungemein präzise und ziemlich kühl mutet dieses zweieinhalbstündige Epos an.

Aber schon bald, nachdem man irritiert von der Komplexität der Erzählung, die Nolan dem Massenpublikum zumutet, ins Freie gestolpert ist, passiert es dann. Wie bestimmte Drogen, deren Wirkung erst mit Verzögerung einsetzt, entfaltet sich plötzlich die ganze Fülle der Eindrücke, überschlagen sich die Assoziationen im Kopf, fangen die Synapsen zu rauchen an. Und dann, zumindest mir erging es so, lässt einen "Inception" nicht mehr los, verfolgt dich bis in die Träume hinein.

Inception

Blitzgescheiter Leinwand-Populismus

Apropos Zumutung: Die vielleicht größte Errungenschaft, die das Gegenwartskino diesem Mann verdankt, ist sein Versuch, seine Vorliebe für undurchschaubare Charaktere, verwickelte Plots und komplexe Weltsichten auch in Megamillionen-Unternehmungen zu retten.

Wir reden bei „Inception“ oder „The Dark Knight Rises“ schließlich von Filmen, deren Misserfolg einen Konzern gefährden kann, bei dem jede künstlerische Entscheidung in hunderten Marketingsitzungen hinterfragt wird und wo jeder einzelne Satz im Drehbuch von unzähligen Männern in grauen Anzügen abgesegnet werden muss.

The Dark Knight Rises

Die Schwierigkeiten, die sich für einen ernsthaften Künstler ergeben, wenn er sich in das Haifischbecken des Kommerz begibt, sind enorm. Einerseits ist die Möglichkeit, zuerst mit einem Erfolg den guten Ruf und dann mit einem Flop die Existenz zu verlieren, immer nur einen Hauch entfernt. Auf der anderen Seite wimmelt es vor miserablen Vorbildern, die den einfachsten Weg gehen und damit die ganz große Kohle einfahren.

Gelingt die diffizile Gratwanderung aber, wie bei Stanley Kubrick, James Cameron, Martin Scorsese, Steven Soderbergh oder David Fincher, um nur einige blitzgescheite Leinwand-Populisten zu nennen, dann ist das für mich die Königsklasse des Kinos.

Christopher Nolan hat sich in diese Liga auf ewig mit „The Dark Knight“ eingeschrieben, einem kassensprengenden Comicaction-Spektakel, in dem um nichts weniger ernsthaft und erwachsen als etwa bei Ingmar Bergman über die Fragen des Seins diskutiert werden.

The Dark Knight

Sein oder Nichtsein

Moral, erklärt der Joker in einem formidablen Monolog, ist ein bloßes Konstrukt, eine Schimäre, eine philosophische Fleißaufgabe. Warum nicht einfach ohne Grund und völlig sinnentleert ein Krankenhaus in die Luft sprengen? Warum nicht einfach töten ohne monetäre Gründe, denen gewöhnliche Verbrecher nachjagen? Warum, wenn es keinen Gott gibt und man der irdischen Strafe entkommt, nicht einfach blindwütiges Chaos erzeugen?

Eine Verbeugung als Text-Remix: Teile dieser Huldigung wurden anderen Nolan-Artikeln meinerseits entnommen, die im Laufe der Jahre hier erschienen sind.

Batman alias Bruce Wayne weiß auf diese Frage nicht nur keine schlüssigen Antworten, er lässt sich von ihnen auch in die Ecke drängen. Und trotzdem gibt er dieses moralische Konstrukt nicht auf. „The Dark Knight“ schildert diesen Konflikt nicht bloß nebenbei in einem Subtext, er stellt ihn in den Mittelpunkt des Films.

Christopher Nolan

Ich würde es umdrehen und sagen: Die (durchaus zahlreichen und sensationellen) Kämpfe und Verfolgungsjagden sind der Subtext. „The Dark Knight Rises“ setzt diesen Ansatz, wenn auch auf ganz andere Weise, direkt fort. Auch hinter der Maske von Bane steckt einer dieser subversiven Charaktere, die alles auf den Kopf stellen. Und die in der Tradition von Nietzsche, De Sade und der bösen Schwiegermutter von Schneewittchen, sämtliche unserer moralischen und
ethischen Regeln und Normen als Fassade entlarven.

Weil der als Bildungsbürger verschriene Nolan aber keine Filme macht, die fein abgeschmeckte liberale Botschaften verbreiten, und weder seine Storys noch die Figuren politisch korrekten Idealen genügen, verharrt alles in einer ewigen Ambivalenz. Zwar erkämpft sich Batman jedes Mal den dubiosen Begriff „Heroismus“ aufs Neue. Aber die Grauzone, in der Helden und Bösewichte herumschleichen, sie bleibt erhalten. Auch wenn es in ihr höchst glamourös zugeht.

The Prestige

Haftungsausschluss

Die ORF.at-Foren sind allgemein zugängliche, offene und demokratische Diskursplattformen. Die Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Wir behalten uns aber vor, Werbung, krass unsachliche, rechtswidrige oder beleidigende Beiträge zu löschen und nötigenfalls User aus der Debatte auszuschließen. Es gelten die Registrierungsbedingungen.

Forum

Zum Eingabeformular Kommentieren

  • miikesmama | vor 290 Tagen, 8 Stunden, 57 Minuten

    Meine persönliche Meinung ist das TDK und TDKR in spätestens 10 Jahren eine Randerscheinung sein werden, Beispiele für durchschnittliche Filme die aufgrund der Performance (bzw. des Todes?) eines einzelnen Schauspielers zur Boxoffice-Sensation wurden.
    Batman Begins ist und bleibt der schlüssigste, intelligenteste, fehlerfreiste und koherenteste Film der Reihe.

    Auf dieses Posting antworten
    • miikesmama | vor 290 Tagen, 8 Stunden, 53 Minuten

      tausche e gegen ä

  • miikesmama | vor 290 Tagen, 9 Stunden, 16 Minuten

    Gerade aus dem Kino rausgegangen...

    Als riesiger Batman- UND Nolan-Fan hab ich mich schrecklich auf diesen Film gefreut, und ich LIEBE so vieles an ihm, dass er an den ersten anschließt, die Gastauftritte Neesons & Murphys, Robin, die Geschichte von Bane und Talia, und und und, aber auf der anderen Seite ärgert mich (wie schon bei TDK) so vieles, dass man leicht mit "sloppy" oder "cringe-worthy" umschreiben könnte:

    - Eis bricht bei einem Typen ein, dann geht eine ganze Gruppe Polizisten drauf, es bricht nicht ein! Dann steht auch noch Batman dort (wie ist der dort hingekommen?), und praktisch, da liegt ein bengalisches Feuer. Oldman zündet es an, und wirft es-how convinient-genau in die Benzinspur die Batman vorher gelegt hat ->cringe-worthy!
    - Der "Trennungsdialog" zwischen Wayne und Alfred ->cringe-worthy
    - Das Kind mit einer so schirch-dünnen Stimme, dass die USA-Hymne singt->cringe-worthy
    - Das Stadium, dass in Nahaufnahmen voll wirkt, bei Totalen seltsam leer->sloppy
    - Der Präsident und das Militär, jeez, wirklich? ->cringe-worthy
    - Kein "Heldentod" für den Bürgermeister, Matthew Modine und gar Bane? ->sloppy
    - Sterbeszene Marion Cottilard->cringe-worthy [DIE FRAU KANN EINFACH NICHTS!!!!]
    - Wen oder was sollte Juno Temple darstellen?, ihr Part war fürn Hugo (für die Katz wollt ich nicht schreiben)
    -...

    Auf dieses Posting antworten
    • miikesmama | vor 290 Tagen, 9 Stunden, 12 Minuten

      - Wayne lernt die Geschichte Banes bzw. des Gefängnisses von Liam Neeson...Moment, das war ja nur eine Vision ->sloppy, die dann auch noch ausfadet ->cringe-worthy

      Von beinahe allen cringe-worthy Monologen Gordons fang ich gar nicht erst an (diese Unsitte hat schon am Ende des zweiten Teils begonnen), aber ich könnte diese Liste ewig lang weiterühren, so schad das Ganze. Vergebene Liebsmühe

  • softmachine | vor 293 Tagen, 17 Stunden, 3 Minuten

    toller beitrag. wenn man bedenkt, dass batman zeitgleich wie der film noir entstand, dann schliesst sich hier der kreis.

    Auf dieses Posting antworten
  • watchtowerman | vor 294 Tagen, 20 Stunden, 19 Minuten

    dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen. Herlich wie du es immer schaffst Gedanken die man schon immer geahnt hat so schön auf den Punkt zu bringen. Nolan -> Film Noir, Im Nachhinein alles klar.

    Ich glaube ja dass das größte Problem das TDKR hat ist einfach dass sich die falschen Leute etwas ganz anderes erwartet haben. TDK hat nämlich duch die Heath Ledger-Show ein Puplikum angelockt welches mit Batman Begins auch schon nichts anfangen konnte.

    Auf dieses Posting antworten
    • johnleehookerelectro | vor 294 Tagen, 7 Stunden, 44 Minuten

      "die falschen leute"

      ein richtig seltsamer ausdruck
      bist du auch batman?

      ledger hat einfach alle geownt von ausgewiesenen comic nerds wie mir bis zu normalo cineasten

      wobei ich denke dass jeder mensch in seinem leben einmal begins besser findet und dann DK oder umgekehrt..das leben is zu kurz um da einen film vorzuziehen..same mit lost highway oder mullholand drive ,inland empire...bei manchen filmen muss einfac mehr zeit vergehen

    • watchtowerman | vor 293 Tagen, 19 Stunden, 40 Minuten

      yeah...I'm Batman

      okay war vielleicht falsche Wortwahl. Wie du gesagt hast, der Rummel hat einfach dazu geführt dass sich "alle" mit DK befasst haben, auch diejenigen die BB gar nicht gesehen haben und sonst auch eher weniger mit dem Genre anfangen können. und das fehlt halt jetzt.

      abgesehen davon sticht lost highway alle anderen Lynchs bei weitem (außer vielleicht blue velvet)

    • christianfuchs | vor 293 Tagen, 18 Stunden, 39 Minuten

      wir sind alle batman.

  • johnleehookerelectro | vor 295 Tagen, 7 Stunden, 23 Minuten

    interessante überlegungen.
    nolan is nach wie vor 1-2 welten über den marvelblockbuster(ausser irondowney eschowissn)das war die mindesterwartug für verwöhnt verzogene zuseher wie mich.
    aber die grauzonen von batman und der schmäh mit comics in einer authentisch realistischen welt sind mmn komplett verflacht.

    das antiheldentum is ab den 00er jahren ja auch kommerziell geboomt..vl is batman verflacht seitdem jason bourne james bond,gina-haywire oder ein "truestory" machinegun preacher "realistisch" durch die gegend morden und trotzdem identifikationsfuguren bleiben..
    und der vorteil von kompletten comic eskapismus ala marvel oder tim burton is, dass man sich die frage ob das jetzt realistisch war ,gar nicht stellen muss..etwas was die storylinien im film schnell ermüden kann.einzig heath joker hat den spagath auf unantastbare weise wie kein anderer hergestellt.joker war surreal

    das hochverzweigte storykonstrukt(das bei rises zwar sehr zusammengestückelt wirkte und trotzdem nur auf den oldschool-plot "stopthebomb" hinauslief..hätte auch macgruber geschafft)lässt aber absolut viel platz für verschiedenste gedankengänge auch beim 2ten mal sehen .inception all the way

    prestige is aber noch immer der beste nolan wo alles vereint is mmn.inception danach, zerberstende spannung im film.

    Auf dieses Posting antworten
    • christianfuchs | vor 294 Tagen, 17 Stunden, 7 Minuten

      das mit dem kommerziellen boom des antiheldentums stimmt natürlich...bin gespannt, ob "man of steel" im nächsten jahr einen gegenboom einläuten wird. ich glaube ja, es kommt ein gewaltiger helden-backlash auf uns zu (der ungebrochene "starke mann"). und das postapokalyptische kino wird nach dem overkill 2012 auch abgefrühstückt sein.

      wenn so eine kino-wende eintritt, dann hoffentlich nicht gepaart mit einer wende in der us-politik zum entschieden schlimmeren.

    • johnleehookerelectro | vor 294 Tagen, 10 Stunden, 17 Minuten

      also der trailer(wegbereiter für diese machart war sicher nolan mit batman begins.is ja auch producer) deutet glaub ich schon an dass auch superman gebrochen sein kann. nur die grauzone kommt von einer anderen seite..(clark kent ist halt mehr das naive gutmütige "kind" als der überzerrissene aber stets kalkuliert erwachsene batman mit dem zeigefinger)

      politik hm:
      bei DK gabs amerikanischen patriotismus und heftigste china-xenophobie. ..irritierender weise in einer perfekten story verpackt und nicht im gewohnte michael bay stumpfsinn..

      genauso wie ein obama ja auch kurz davor is syrien/iran in schutt und asche zu legen..nach4 jahren kompromissen is er wirklich nurmehr hauchdünn das kleinere übel.
      vl gibts deswegen 2 trailer versionen?eine für romney eine für obama haha?
      http://www.youtube.com/watch?v=Maxy_DTZ544

      aber superman-neu passt auch perfekt zu obama."gutmütig".auch wenn der grinser nichmehr ganz so breit ist...romney is einfach zu sehr aristokrat und mr burns für den white trash

      und dieser sonic boom effekt wie er die atmosphäre verlässt..straight epic shit..für alle die nach neuen eskapismus dürsten wird the man of steel wohl ein fest.

      comics sind langweilig wenn sie wirklich in der realen welt existieren würden.der reiz wäre logischerweise vorbei...
      batman begins hat noch vom gegenteil überzeugt,DK schockte noch und neutralisierte..
      aber rises war zuviel...

    • johnleehookerelectro | vor 294 Tagen, 10 Stunden, 17 Minuten

      aber rises war zuviel für meiner einer.
      das experiment von nolan wird dennoch zurecht in die filmgeschichte eingehen

    • christianfuchs | vor 293 Tagen, 18 Stunden, 37 Minuten

      bin wirklich gespannt, wie die snyder vs nolan paarung ausgeht. ich bin ja kein snyderianer.

      viel mehr als die meisten logik/realismus-diskussionen interessiert mich nach dem "man of steel"-trailer: wie kommt superman zu seinem bart? aufgeklebt?

    • johnleehookerelectro | vor 293 Tagen, 12 Stunden, 59 Minuten

      wenn er dann plötzlich glattrasiert is wäre es wieder fragwürdig...
      rasierklingen aus krypton ?mit nem laser?

      bin auch kein riesenfan von snyder aber er und nolan passen insofern zusammen als das sich beide noch immer mit ihren 35mm gegen komplette digital kameras ala cinealta oder RED wehren...obwohl beide viele effekte verwenden

      d.h. sie ergeben sich nicht ganz dem ILM kreis von cameron,lucas,spielberg,favreau etc..was schade is weil ILM(und alle tochter firmen,oder pixar etc) visuell noch immer führend ist

    • johnleehookerelectro | vor 293 Tagen, 11 Stunden, 14 Minuten

      http://www.youtube.com/watch?v=k1MwcmfzUHw&feature=related

      grad zufällig gefunden
      der geneigte leser dieser filmkritiken weis ja das du nicht gerade der grösste fan von cgi bist^^..in der docu gehts auch um die modelierungs "analog-tricks" stopmotion nerds vs komplett digital nerds...sehr interessant

    • kleinerrollhügel | vor 293 Tagen, 8 Stunden, 35 Minuten

      große vorfreude auf den man of steel bei mir, nach diesen teasern, obwohl ich auch kein snyder fan bin (dawn of the dead fand ich ok). (wie bart und rasur zustandekommen könnte mir ja nicht egaler sein...)

    • kleinerrollhügel | vor 293 Tagen, 8 Stunden, 34 Minuten

      wenn wir schon bei vorfreude sind: der skyfall trailer hats mir auch angetan. craig ist für mich der kuhlste bond ever:
      http://youtu.be/vgr2syY_OU4

    • christianfuchs | vor 293 Tagen, 6 Stunden, 5 Minuten

      das mit snyder und 35mm wusste ich gar nicht...aber die teaser sind gut, zugegeben. obwohl ich ja der church of christopher reeves angehöre;-)

      und "skyfall" sieht vorerst mal fantastisch aus!

    • miikesmama | vor 290 Tagen, 9 Stunden, 5 Minuten

      Also Christian, dafür dass du so auf Individualismus bedacht bist, bist du aber ganz schön dogmatisch wenn es um Unterhaltung geht;-) Du gehörst der "church of christopher reeves" an, bist Nolan-er etc etc. Ich glaub da kompensiert jemand etwas ;-)

  • unami | vor 295 Tagen, 9 Stunden, 51 Minuten

    Na, ich bin nach TDKR wieder versöhnt - nachdem mir beim 2er Batman der Spannungsbogen (und deswegen auch die Spannung) und bei "Inception" die Phantasie gefehlt hat (nix als fade Schießereien im Traumland). Bin aber auch schon gespannt, wie der nächste, nicht-Nolan Batman wohl werden wird.

    Auf dieses Posting antworten
  • sauvage | vor 295 Tagen, 10 Stunden, 1 Minute

    Nicht zu vergessen "Memento". Selten wurde die Fragwürdigkeit, die tiefe Sinnlosigkeit von "Auge um Auge..." so pointiert und lakonisch abgehandelt.
    Murderer without a cause.

    Bin ich übrigens die Einzige, die sehr irritiert darüber war, dass der Polizeisprecher nach dem Aurora-Massaker erklärt hat, James Holmes habe sich die Haare rot gefärbt - "like the Joker"? Der Joker hat grünes Haar! The Riddler und Poison Ivy haben rotes!
    Nicht, dass das irgendjemanden wieder lebendig macht, aber -! (Wenn mir jemand ein Messer in die Rippen rammen und mir erklären würde, er hätte es soeben zwischen meiner dritten und meiner vierten Rippe versenkt, würde ich ihn mit meinem letzten Atemzug noch korrigieren, wenn es sich um den Raum zwischen vierter und fünfter Rippe handelte.)

    Was ich an Nolan-Filmen so mag, neben dem von uns schon diskutierten Mut zur Ambivalenz, sind die tiefen Liebesgeschichten, die er in seinen Filmen in Nebensätzen unterbringt. "The Prestige"...! - "Today you mean it."

    Und: "Finder - Keeper".

    Auf dieses Posting antworten
    • christianfuchs | vor 294 Tagen, 16 Stunden, 59 Minuten

      ja, natürlich, "memento". ich erinnere mich noch, wie ich den in einem kleinen londoner kino gesehen habe, um mich herum verzogene jungbriten, die den film lautstark ignorierten. und wie mich nolan auch damals trotz widrigster umstände in diesen sog gesaugt hat. glamour, grauzonen, sinnlosigkeiten, alles da. "following" dagegen fehlt mir immer noch, muss ich endlich nachholen.

      mich hat die verwechslung punkto haarfarbe nicht irritiert, weil ungenauigkeit ja die (gefeierte) untugend unserer zeit ist, es wird immer zurechtgebogen, was ins bild passt. habe lange in printmedien mit massenappeal gearbeitet, genauigkeit war da immer eine persönliche fleißaufgabe, wurde nie eingefordert, sondern eher belächelt.

      danke an die diskussionen zu ambivalenz und grauzonen!