Standort: fm4.ORF.at / Meldung: "Protestsongcontest 2013"

Musik, Film, Heiteres

Michael Fiedler

Politik und Spiele, Kultur und Gegenöffentlichkeit.

25. 10. 2012 - 09:00

Protestsongcontest 2013

Zum zehnten Mal wollen wir die Wut hören, die bei euch einfach mal raus muss.

Ja, muss. Denn irgendwann lässt sich die Empörung einfach nicht mehr runterschlucken, steht bis zum Gaumenzäpfchen und muss heraus. Dem Würgereflex nachzugeben kann sehr befreiend sein, das Ergebnis muss sich aber noch lange nicht sehen bzw. hören lassen können. Vom Klagelied im Stil urtümlicher Musik nordamerikanischer Ureinwohner bis zum Hohelied auf kühles Bier und sogar einem plump ausländerfeindlichen Lied war unter den fast 2000 Einsendungen der vergangenen zehn Jahre etliches dabei, das thematisch, musikalisch und überhaupt sehr daneben war.

Der Protestsongcontest auf FM4.

Dabei gibt es immer noch so viele herrlich beschissene Vorgänge, gegen die sich die musikalische Wut richten könnte: Den US-Wahlkampf, Katzenfotos, Mietpreise, die Wehrpflichtdebatte, Apple / Microsoft und natürlich nach wie vor die Wirtschaft im Allgemeinen. Und so viel mehr.

Wir wollen noch unangenehmere Wahrheiten noch schonungsloser oder (vielleicht besser) noch gebrainfuckter hören, die Wut im leistesten Triangelton und in den tiefsten Bässen spüren. Und die Chancen stehen besser denn je: Denn auch wenn die Vorjahressieger Rotzpipn und das Simmeringer Faustwatschenorchester genug Material hätten, heuer treten sie einmal nicht an und geben ihren Quasi-Fixplatz unter den Top 3 freiwillig ab.

Rotzpipn und das Simmeringer Faustwatschenorchester

Christian Stipkovits

Rotzpipn und das Simmeringer Faustwatschenorchester in Aktion

Dafür dürfen sie am 26.10.2012 endlich ihr Siegerkonzert im Rabenhof geben, bei dem sie ihr neues Album präsentieren und jede Menge Freunde eingeladen haben: Manuel Normal, Roman Gregory, die Vamummtn und Sigi Maron kommen auch. Moderiert wird der Abend von Martin Blumenau und wie es seit dem Vorjahr Tradition ist werden die Einnahmen einem guten Zweck zugeführt, namentlich der Gruft, dem Zufluchtsort für Obdachlose in Wien.

Protest 2013

Dann geht es aber auch schon los mit den Vorbereitungen für das Jahr nach dem Weltuntergang: Radio FM4 und das Rabenhof Theater suchen euer Protestlied 2013. Einsendeschluss ist der 4. Jänner 2013, die Vorausscheidung findet am 25. Jänner wie immer im Haus der Begegnung Rudolfsheim-Fünfhaus in Wien statt und das Finale ist natürlich am 12. Februar im Rabenhof. Alle weiteren Infos und das Anmeldeformular gibt es auf protestsongcontest.at

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  • dirtyoldwoman | vor 645 Tagen, 4 Stunden,

    @gcs1

    Danke für deine Antworten, wenngleich du mir auch sehr ausgewichen bist. Mich persönlich hast du nicht überzeugt.
    Zu den Neidern, über die du schreibst, zähle ich aber mit Sicherheit nicht. Ich verstehe, dass du euer Projekt mit allen Mitteln verteidigst. Über meine Art der Kritik und deine Art darauf zu reagieren kann sich nun jeder ein Bild machen. Viel Erfolg weiterhin!

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    • gcs1 | vor 638 Tagen, 8 Stunden, 14 Minuten

      meine art...

      ..ist es, auf gewisse vorwüfe, die du hier als reiner "zuhörer" - wie du dich selbst bezeichnest, was ich aber ganz glauben kann, denn dazu bist du zu gut über die abläufe informiert - auch darüber kann sich jeder selbst ein bild machen:-) - zu reagieren und dinge aus meiner sicht darzustellen. ich dneke auch nicht, dass das allzu viele menschen kümmern wird, denn der protestsongcontest ist nach wie vor das, was er von anfang an war: eine plattform für kritische lieder, bei der jede und jeder die selben chancen hat. danke für die guten wünschen. darüber freuen wir uns sehr!

    • dirtyoldwoman | vor 634 Tagen, 13 Minuten

      Kein Grund zu Paranoia!

      Über die Abläufe kann sich nämlich jeder mit ein paar Mouseclicks selbst informieren.
      Und ich muss dir Recht geben, dass kümmert wahrscheinlich wirklich nicht sehr viele Menschen. Wie konnte ich nur auf die Idee kommen...
      Aber schön, dass wir zum Schluss doch noch etwas gefunden haben, worin wir übereinstimmen. Darüber freue auch ich mich sehr :-)

  • dirtyoldwoman | vor 646 Tagen, 13 Stunden, 30 Minuten

    Naja (@gcs1)

    Du vergisst aber zu erwähnen, dass die Top 25 Jury sich aus der Vorjury und aus der Bühnenjury zusammensetzt. Also traut ihr der Bühnenjury doch nicht so ganz oder warum wollt ihr sonst noch Einfluss ausüben?
    Vielleicht lukrieren FM4/ORF und das Rabenhof keinen finanziellen Gewinn, aber sicher auch keinen finanziellen Verlust. Darüber hinaus gibt es auch so etwas wie immaterielle Vermögensposten und da hat FM4/ORF eindeutig die Nase vorn und mit der Veranstaltung nichts zu verlieren. Melde sich bitte jemand dessen Ruhm durch die Teilnahme über die Dorfgrenze hinaus geschossen ist....
    Ich soll mir ein Jurymitglied überlegen? Ganz abgesehen davon, dass das jetzt sehr kurzfristig ist, ist das doch wohl euer Job. Ich habe einen anderen Vorschlag:
    Wie wär's, wenn sich die einzelnen TeilnehmerInnen gegenseitig Punkte geben. Zumindest im Finale müsste das doch machbar sein. So würde man eher miteinander als gegeneinander antreten, was schon viele Teilnehmer, auch mehrere Gewinner, kritisiert haben. Denkt mal darüber nach, ich halte das für eine gute Idee.

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    • gcs1 | vor 646 Tagen, 8 Stunden, 38 Minuten

      ich habe nie das gefühl...

      ...dass hier jemand gegeneinander antritt, weder im vorfinale noch im finale. das ist auch nicht der eigentliche sinn der sache. es geht darum, vielen themen eine plattform zu bieten. die stimmung der bands untereinander ist immer sehr gut und niemand missgönnt dem anderen einen "erfolg" - so habe ich es zumindest über all die jahre wahrgenommen. Es geht ja nicht um einen millionenplattenvertrag oder ähnliches. gerade heuer kann man gespannt sein, ob manche songs über den psc hinaus ev. auch politisch etwas bewirken können. (zuviel kann ich leider noch nicht verraten). ad jury im finale: ich denke, es macht dem publikum auch ein wenig spaß, den einen oder anderen in der jury für seine entscheidung auszubuhen. das gehört schon dazu, denke ich. wir haben uns auch so alle lieb. jeder band ein stimmrecht zu geben, klingt nett, aber ich denke, das wäre auch fürs publikum ein eher fades logistikprocedere. klar vertrauen wir der top25 jury und es war immer so, dass auch die vorjury jeweils eine stimme hatte. das hat sich über die jahre nie geändert. kann mich nie daran erinnern, dass deshalb jemand nicht ins finale kam, den die...

    • gcs1 | vor 646 Tagen, 8 Stunden, 37 Minuten

      Fortsetzung...

      kann mich nie daran erinnern, dass deshalb jemand nicht ins finale kam, den die top 25 jury gut fand. glaub mir, es gibt keine ausgemachten finalisten oder sieger. das wäre totlangweilig. ad gewinn/verlust: so kannst du es nach ein paar jahren betrachten. Als wir vor 10 jahren angefangen haben, war niemandem klar, was aus dem psc werden wird. noch dazu wo es eig. als einmaliger event geplant war. jetzt, wo der psc – sagen wir – gut läuft, gibt es plötzlich scheinbar neider. so ist das leben. ich kann diesen menschen nur sagen: erfindet selbst was und macht was draus, dann könnt ihr euch auch selbst eure regeln einfallen lassen, nach denen ihr handeln wollt.

  • dirtyoldwoman | vor 650 Tagen, 1 Stunde, 53 Minuten

    @gcs1

    Danke für die offene Antwort. Es ist natürlich richtig, dass sich die KünstlerInnen präsentieren können, jedoch wirst du zugeben müssen, dass der Aufwand der Künstler zum Aufwand von FM4/Rabenhof ein ungleich höherer bzw. der Gewinn der Künstler im Vergleich zum Gewinn von FM4/Rabenhof ein ungleich niedriger ist. Jetzt hätte ich noch gerne gewusst, warum bei der Vorausscheidung nicht öffentlich abgestimmt wird bzw. warum man sich schon etliche Male eine Jury antut, die kaum ganze Sätze formulieren kann. Übrigens kommt das Wort Publikumsvoting lediglich in deinem Posting vor. Ich habe nicht die Mittel mit dem ORF zu konkurrieren und strebe daher auch kein eigenes Event an, finanziere den ORF jedoch durch meine Beiträge und trage damit, wenn auch nur in bescheidener Weise, etwas zu dieser Veranstaltung bei. Findest du nicht, dass ich das Recht habe Kritik zu üben? (Ja ich weiß schon, schöner wär's wenn nicht, gell ;-))
    Hättest du ausführlicher gelesen, wüsstet du indessen, dass ich Zuhörer bin. Nicht mitmachen würde daher heißen, nicht zuzuhören. Ich werde es mir durch den Kopf gehen lassen, wobei, dann müsstest du ja keine lästigen Postings mehr beantworten. Good night and good luck!

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    • gcs1 | vor 649 Tagen, 10 Stunden, 56 Minuten

      Kritk ist immer willkommen

      @dirtyoldwoman
      Ganz im Gegenteil: Kritik ist immer willkommen und für Verbesserungsvorschläge haben wir auch ein offenes Ohr. Bitte unterschätze nicht den Aufwand, den FM4 und das Rabenhof Theater mit dieser Veranstaltung, die uns viel Freude macht, hat. Der ist mit Sicherheit um einiges höher als der jeder einzelnen band. Und trotzdem sind es gerade die vielen band, die diesen "Event" zu dem machen, was er ist. Weder FM4 noch das Rabenhof Theater lukrieren durch den PSC einen finanziellen Gewinn. Müsste sich das in dieser Form rechnen, hätten wir das ganze schon seit Jahren sein lassen müssen. Der PSC ist ein wichtiger und vor allem ideeller Beitrag zur gesellschaftspolitischen Kultur in diesem Land. Ad Jury: verstehe, was du meinst. hier nochmals der Vorgang: die Vorjury wählt mal aus allen Einsendungen die Top 25. Dies geschieht nicht öffentlich. würde keinen Sinn machen, weil es Tage dauern würde. Wir legen hierbei größten Wert auf die Ausgewogenheit an Themen und Musikstilen. Die technische Qualität der Songs spielt überhaupt keine Rolle. Jeder hat also dir Möglichkeit mitzumachen. Die Top 25 Jury wählt dann die Top 10. hier hat jede(r) Juror/Jurorin die Möglichkeit, sich zu den Songs...

    • gcs1 | vor 649 Tagen, 9 Stunden, 37 Minuten

      Fortsetzung...

      Die Top 25 Jury wählt dann die Top 10. hier hat jede(r) Juror/Jurorin die Möglichkeit, sich zu den Songs zu äußern. Ein Punktsystem gibt es hier nicht. Wäre bei 25 Bands zu diffus. Und so zieht sich eben die Jury zurück und beratschlagt, welche der 10 Bands weiterkommen. Dass das nicht immer mit dem Geschmack des Publikums übereinstimmt, ist nicht zu verhindern. Auch hier gibt es keine ausgemachten Fixaufsteiger (falls du das annehmen solltest). Im Finale haben wir uns dann auf ein Punktsystem verständigt, und jeder Juror vergibt die punkte live. Auch hier divergieren oft die Wünsche des Publikums und die Juryentscheidung. Mir sind im Übrigen auch keine Postings lästig. Ich hab immer noch auf alle geantwortet;-) wenn du z.B. Ideen für eine(n) guten Jurykandidat(e)In hast, lass es mich wissen.

  • mox01 | vor 651 Tagen, 14 Stunden, 27 Minuten

    man könnt ja auch aus protest einfach nicht mitmachen! (@dirtyoldwomen) ;)

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  • dirtyoldwoman | vor 663 Tagen, 2 Stunden, 53 Minuten

    Alles nur damit Michael Fiedler einen Job hat :-(

    ...muss man zumindest ein Mal auftreten und wird dafür nur sehr sehr gering entlohnt.
    Jeder Teilnehmer sollte sich vor Augen führen, dass es hierbei nichts zu gewinnen gibt, da die Gewinner schon von Vornherein feststehen. Es sind übrigens jedes Jahr die Selben, FM4 und das Rabenhoftheater :-(

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    • doherty81 | vor 660 Tagen, 15 Stunden, 44 Minuten

      das ist stoff genug um einen eigenen protestsong zu schreiben!

    • martinvandermarchfeld | vor 655 Tagen, 14 Stunden, 52 Minuten

      was hat dich bloss so frustriert...

      ...du schmutzige alte frau?
      mitgemacht und gescheitert?
      selbst versucht, etwas ähnliches auf die beine zu stellen und gescheitert?
      einfach nur böse auf die welt?

    • gcs1 | vor 651 Tagen, 8 Stunden, 44 Minuten

      also...

      ...jedem sei es unbelassen, selbst einen wettbewerb ins leben zu rufen. wünsche ihnen jetzt schon viel erfolg dabei! ich denke nicht, dass es den einzelnen künstlerInnen nichts bringt. es ist eine gute möglichkeit, seine songs vor einem größeren publikum zu präsentieren. eine vorauswahl der einsendungen ist notwenig, um dem publikum auch zu zeigen, in welche richtung die proteste gehen. es wäre nicht zielführend, alle songs auf die bühne zu bringen. es sind jedes jahr - zum glück - immer sehr viele! in keinem jahr stand ein sieger im vorhinein fest und es gab auch oft überraschungssieger. dass nicht immer der favorit des publikums gewinnt, mag auch vielleicht daran liegen, dass manche bands weniger fans im zuschauerraum haben. deshalb gibt es auch kein publikumsvoting. und zu allerletzt: wen diese form des wettbewerbs stört, mache doch einfach nicht mit. ich denke, es ist eine dreifach win-win situation: für die künstlerInnen, fm4 und den rabenhof!

  • dirtyoldwoman | vor 663 Tagen, 2 Stunden, 57 Minuten

    Alles nur damit Michael Fiedler einen Job hat :-(

    Ich finde den ganzen Wettbewerb als solches diskussionswürdig. Was will man den eigentlich? Will man eine Gegenveranstaltung zum Eurovision – Songcontest? Will man Künstlern eine Bühne geben? Will man anders sein?
    Nein, das will man nicht. Allen Beteiligten ist das ziemlich egal. Die erste Jury hört sich die Lieder an, sucht dann etwas abendfüllendes aus den Einsendungen zusammen und schlägt sich dann auf die Schultern. Die zweite Jury sitzt teilnahmslos vor einem Tisch voller Wurstsemmeln und verkrampft sich im Versuch ihre Empfindung über das ach so kreative Sammelsurium, welches einem die erste Jury beschert hat, auszudrücken. Die dritte Jury feiert sich schließlich nur noch selbst, das aber dann live im Radio. Jedes Jahr gewinnt dann das Lied, das eigentlich niemandem so wirklich gefallen hat. Darum frage ich mich als Zuhörer jedes Jahr und das möge man auch Hauptpunkt meiner Kritik verstehen: Warum findet das in dieser Form statt? Gibt es keine kreativeren Methoden als so eine Art Wettbewerb?
    Was die Teilnehmer betrifft, dass sind schon arme Schweine. Wenn Sie es überhaupt durch das schwierige und, ich behaupte, willkürliche Auswahlverfahren schaffen (Bei den ersten zwei Jurys wird ja nicht öffentlich abgestimmt...), muss man...

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  • crutches | vor 726 Tagen, 13 Stunden, 3 Minuten

    Hm. Wenn ich eine Wut hätte, die einfach raus müsste, würd ich ehrlich gesagt keine Jury die Qualität meiner Wut berwerten lassen wollen.

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    • gcs1 | vor 723 Tagen, 1 Stunde, 51 Minuten

      verstehe ich, aber dafür lockt eben ein größeres forum, um diese wut auch auf breiterer ebene hörbar zu machen.