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Musik, Film, Heiteres

Robert Rotifer London/Canterbury

Themsenstrandgut von der Metropole bis zur Mündung: Bier ohne Krone, Brot wie Watte und gesalzene Butter.

17. 1. 2013 - 11:26

His Muzzled Voice

Die britische Musik-Megastore-Kette HMV geht ein. Alle sagen: "Internetzeitalter, digitale Wende verpasst, nicht schnell genug reagiert. Usw." Aber vielleicht ist in Wahrheit alles umgekehrt. (includes link to English version)

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Es ist mittlerweile ein automatischer Reflex geworden. Wenn irgendein Teil der alten Musikindustrie eingeht, behaupten alle, die schlau klingen wollen, ohne nachzudenken, betreffendes Unternehmen habe sich zu langsam auf die veränderten Verhältnisse des Internet-Zeitalters eingestellt.

Diesmal also hat es HMV (His Master's Voice), die letzte Musik- und DVD-Kette des Landes erwischt. Am Dienstagnachmittag begab sich jenes in den 1920ern gegründete, 239 Filialen große, einst so mächtige britische Imperium in die Hände der Konkursverwalter.

Schon am selben Morgen erhielt ich von einer PR-Firma folgende Presseaussendung: "HMV's slow digital response to blame - Musicmetric chief".

Die Firma Musicmetric, die da mit ihrer Schnellschussanalyse um Aufmerksamkeit bettelte, ist offenbar die Idee von ein paar StatistikerInnen, die es für glamourös und karrieretauglich halten, dem verbleibenden Rest der Musikindustrie anonyme Daten über per Torrent konsumierte Musik zu vermitteln.

Musicmetric hat sogar einen echten CEO namens Gregory Mead, der neben der Überschrift und den üblichen Gemeinplätzen über seismische Verschiebungen und verpasste Chancen auch noch den schiefsten Vergleich des Tages anzubieten hatte. Während etwa das Kaufhaus John Lewis mit seiner Online-Präsenz große Erfolge gefeiert habe, hätte man große Schwierigkeiten, "in einen HMV-Laden zu gehen sich seine Songs direkt auf den iPod zu kaufen."

Mit anderen Worten: Da es Leute gibt, die ein Doppelbett auf einer Website bestellen und nach Hause liefern lassen, sollte es nach Ansicht dieses professionellen Erforschers globalen Download-Verhaltens auch "music fans" geben, die in ein Geschäft gehen, um sich dort ein Soundfile abzuholen.

Ich erwähne diesen gequirlten Irrsinn nur als Beispiel für die ermüdende Selbstgefälligkeit der Apologeten der neuen Netzwelt, die mit Friedmanschem Fatalismus in einfach alles, was Märkte auf legale oder illegale Weise tun, irgendeine Form höherer Gerechtigkeit oder kulturellen Fortschritts hineinprojiziert.

Der Eingang des HMV in Canterbury

Robert Rotifer

Die Trostlosigkeit des HMV in Canterbury am Tag, als des Henkers Beil fiel.

Ein Blog, der am Tag von HMVs Zusammenbruch von einigen ansonsten besonnenen Menschen besonders enthusiastisch und unkritisch zirkuliert wurde, war der eines Marketing-Managers namens Philip Beeching, dessen Firma über 25 Jahre für HMV gearbeitet hat. Er schildert darin die Exzesse der von den unglaublichen Profit-Margen des CD-Verkaufs verwöhnten Neunziger Jahre. Und wie er und sein Kollege schon zu Anbruch des Millenniums gemerkt hätten, dass der Wind im Begriff war, sich schicksalhaft zu drehen.

Die wahre Konkurrenz, habe er damals dem HMV Boardroom erzählt, seien die Supermärkte, Downloads und der Online-Markt. Und der Chef von HMV, der habe bloß getobt: "Ich hab noch nie solchen Müll gehört!" Supermärkte seien nichts für den "ernsthaften Musik-, Spiele oder Filmkäufer" und Downloads "nur eine Modeerscheinung."

Nach ihrer Präsentation im Pub hätten Beeching und sein Kollege sich geschlagen gefühlt. Den Marketing-Auftrag hätten sie zu ihrer Überraschung dann aber doch behalten.

Halt ein, denk ich, als ich das lese: Dann bist am Ende du, weitsichtiger Autor, mitschuld am Niedergang des Megastores? Oder war deine ganze Arbeit für die Fisch?

gähnend leere Technology-Abteilung

Robert Rotifer

Die unbeschreibliche Traurigkeit der Technology-Abteilung

In der von Beeching (dessen früherer Blog über den Buchhändler Waterstone's übrigens glaubhaft eine ganz andere Geschichte erzählt) beschriebenen goldenen Ära, da angeblich alles so falsch lief, hatte HMV nämlich eine klare, unsentimental schätzbare Existenzberechtigung: Endlose CD- und Plattenregale, ein annähernd voller Katalog an praktisch allen Reissues, eine ertastbare, sauber geordnete Pop-Enzyklopädie, dazu noch gut sortierte Jazz-, Folk-, "World"-, Soul-, Blues-, Country-, Rock'n'Roll- und Klassikabteilungen, Fachmagazine und Musikbücher. Das war eine offene Einladung zur Horizonterweiterung, die der von Amazon, iTunes etc. geförderte, als Auswahlhilfe verbrämte Tunnelblick ("customers who bought this item also bought...") seinen KundInnen vorenthält - eine unerlässliche Funktion, die die unabhängigen Nischenläden nicht erfüllen konnten oder wollten. Deren Persönlichkeit ging dem Megastore zwar ab, aber sein unkuratierter, pragmatischer Generalismus verströmte auch eine erfrischende Unvoreingenommenheit.

So breit die Palette des Rough Trade-Shop-Sortiments heutzutage auch sein mag, der spontane Wunsch, nach guter Füllung des Pop-Magens im Keller nach ein bisschen Bach für den Klassik-Pansen zu stöbern, lässt sich dort nicht befriedigen.

2004 zog ich nach Canterbury und fand einen örtlichen HMV vor, der (damals noch in Konkurrenz zum Virgin Megastore und dem Independent Richard's Records, beide längst verschwunden) der Londoner Version mit seinen begrenzteren Mitteln zumindest nacheiferte.

Doch bald wurde der Laden einer radikalen Wandlung unterzogen, erst wucherte die DVD-Abteilung, dann die Games-Nische, gefolgt vom Auftauchen einer neuen "Technology"-Abteilung, die vor allem Zubehör fürs Musikhören ohne Tonträger verhökerte.

Wie viele andere wohl auch besuchte ich am Dienstag noch einmal meinen örtlichen HMV, um zur Feier seines Abgangs noch schnell was im finalen "blue cross sale" zu kaufen. Aber da war rein gar nichts, was nicht auch in den CD-, DVD- und Bücherregalen jedes größeren britischen Supermarkts zu finden wäre. Die Buchabteilung enthielt hauptsächlich 50 Shades of Grey nebst ein paar alibihalber reingezwängten Pop-Biographien, in der CD-Abteilung (völlig hirnverbrannterweise kein Vinyl in Sicht) fanden sich ausschließlich aktuelles Charts-Futter und eine völlig arbiträre Auswahl an Mainstream-Reissues.

Nach ein paar Minuten gab ich auf. In diesem Tonträgerladen, der sich für sein eigenes Metier schämt, war für einen "ersthaften Musik- und Filmkäufer" wie mich (bei Games kenne ich mich nicht aus) nichts zu holen (dazu auch dieser großartige Blog von Bob Stanley).

Natürlich hat der Untergang von HMV seine Wurzeln teils in der Misere der gesamten britischen High Street, bedingt durch das drastische Sinken der Kaufkraft der KonsumentInnen nach dem Platzen der Kreditkartenblase. Die durchschnittlichen Lebenserhaltungskosten sind in den letzten zehn Jahren um 43 Prozent gestiegen, die Reallöhne im selben Zeitraum stetig gesunken.

Noch größeren Schaden verursachte die Konkurrenz durch den Multi Amazon, der immer ein bisschen billiger sein kann, weil er in Großbritannien keine Steuern zahlt. Im Endeffekt führt aber nichts an der Tatsache vorbei, dass HMV um Jahre länger standgehalten hat als seine Konkurrenz, ob Our Price, Borders, Virgin bzw. Zavvi oder Tower Records.

Waren die alle einfach noch ein Stückchen rückständiger, geblendeter und unfähiger gewesen als die doch so rückständige, geblendete und unfähige HMV-Kette?

Philip Beeching und der KolumnistInnenkonsens behaupten, HMV hätte mit seiner etablierten Marke im Download-Geschäft ganz vorn sein können. Aber erinnern wir uns einmal kurz an die korrekte Reihenfolge der Ereignisse:

Zuerst kam wildes, illegales Filesharing, dann erst die Legalisierung durch iTunes. Apple lieferte Musik, um uns seine Hardware, den iPod, zu verkaufen. Der Verkauf von MP3s alleine wäre auch für Apple kein profitables Geschäftsmodell gewesen.

Fraglos war und ist das Weiterführen der eingeführten Marke HMV für einen digitalen Vertriebsweg immer noch möglich, es rechtfertigt aber gewiss nicht den Bestand von 239 Filialen oder 4000 Arbeitskräften. Wer von einer verpassten digitalen Zukunft von HMV spricht, hätte mit seiner Vision vermutlich auch nicht mehr gerettet als den Namen.

Je mehr ich darüber nachdenke, desto größer mein Verdacht, dass Beechings Chef im ersten Teil seiner Einschätzung vermutlich recht hatte. Der Kardinalfehler war vielmehr, ihr nicht Folge zu leisten und den von ihm beschworenen "ernsthaften Musikkäufer" im Regen stehen zu lassen.

Ein Händler, der den Wert seiner Ware nicht kennt, kann auch keine Kundschaft überzeugen. Natürlich kann ein popeliger Download, schon gar ein Torrent oder auch ein Stream bei weitem nicht dasselbe wie ein Tonträger, aber HMV ließ jene KundInnen im Stich, die das erkannten.

Ob mein örtlicher HMV in den letzten drei Jahren - zum Beispiel im Licht wachsender Vinyl-Verkäufe - etwas aus seiner Monopolstellung als letzter verbleibender Tonträgerhandel (abgesehen von ein paar Second Hand-Läden) machen hätte können, werde ich nie erfahren, denn HMV nahm diese Rolle nie wahr.

DVDs: Fitness-Anleitungen und Pussycat Dolls.

Robert Rotifer

DVDs für ernsthafte FilmkäuferInnen

Die Logik eines Semmelbäckers bei Rückgang der Nachfrage an Semmeln mag sein, weniger Semmeln anzubieten. Aber Tonträger ticken anders. Zwar werden immer geringere Stückzahlen verkauft, gleichzeitig aber immer mehr verschiedene Produkte veröffentlicht. Darüber hinaus wurden 2012 in Großbritannien erstmals mehr Reissues als neue Musik verkauft. Es gilt also eine extrem verfaserte Gegenwart und 60 Jahre Popgeschichte zu repräsentieren, abgesehen von einer ganzen Welt anderer Genres.

Die einzige sinnvolle Reaktion auf diese von der Retromanie des Pop einerseits und sinkenden Produktionskosten andererseits vorangetriebene Veränderung wäre, eine Erweiterung des Sortiments gewesen - eine Leistung, zu der nur HMV mit seinem einzigartigen Überfluss an Verkaufsfläche imstande gewesen wäre. Stattdessen geschah das Gegenteil. Die Tonträgerabteilung wurde reduziert, bis der Laden unbrauchbar war.

Darin, und nicht im Online-Markt, lag vielleicht die wahre verpasste Chance dieses Unternehmens.

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  • softmachine | vor 454 Tagen, 17 Stunden, 46 Minuten

    hey, wo sind eigentlich die ganzen schönen schreibmaschinen- und kerzenläden geblieben ?

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  • kleinerrollhügel | vor 455 Tagen, 10 Stunden, 5 Minuten

    gibts eigentlich echt noch leute die cds kaufen? vinyl versteh ich ja, aber cds? so wie dvds (und bald wohl auch blu rays), einfach tote technologie.

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    • rotifer | vor 455 Tagen, 23 Minuten

      Naja. CDs enthalten immerhin aifs.
      Und Artwork und Booklets. Außerdem sind sie absurderweise oft billiger als Downloads.

    • kwikstep | vor 455 Tagen, 10 Minuten

      Tote Technologie, Klischee ole. Sicher gibt es noch Millionen Leute die CDs kaufen. Kommt eben auf die Musik und den Markt an. Schlager- und Klassikfans sind ja manchmal noch bereit, für Musik zu bezahlen.

    • watchtowerman | vor 454 Tagen, 23 Stunden, 7 Minuten

      Also ich beobachte gerade im Verwantenkreis dass gerade die Generation um die 40/50 extrem gerne noch immer Cds kauft. Zu alt für Download und außerdem genau in der Zeit groß geworden in der Vinyls von der Qualität extrem schlecht geworden sind. Viele haben einfach eine Abneigung gegen das ganze Vinylprocedere

    • kleinerrollhügel | vor 454 Tagen, 18 Stunden, 48 Minuten

      naja, ok, blöde frage, sicher gibts genug leute die cds kaufen, der sinn erschließt sich mir halt nicht mehr, zumal die haltbarkeit ein glückspiel ist. ich weiß auch nicht wie das heute ist, aber eine zeitlang wurden ja auch audio-cds verkauft mit kopierschutz und nicht-abspielbarkeit in computerlaufwerken, sodass man sich nicht mal eine sicherheitskopie machen konnte...
      ich rede hier auch nicht von bezahlen versus nichtbezahlen, sondern rein vom medium.

  • christianfuchs | vor 456 Tagen, 15 Stunden, 19 Minuten

    sehr luzide analyse, die mich auch mit wehmut erfüllt.

    die großen buchhändlerketten machen auch gerade den selben fehler, bald gibt es dort alles mögliche klumpert, ausser bücher. ich gestehe, deshalb meinen doch nicht so geringen bedarf an bedrucktem papier und neuerdings blu-rays auch meistens im lande amazonien zu tätigen.

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    • watchtowerman | vor 454 Tagen, 23 Stunden, 4 Minuten

      ich hab ja auch nie den Sinn hinter Nebenfilialen gesehen die dann erst recht nicht das gleiche Sortiment haben.

  • watchtowerman | vor 456 Tagen, 18 Stunden, 41 Minuten

    Super Analyse Robert.

    Seit ich als kleiner teenager die Plattensammlung von meinem Vater durchforstet habe und auf den ganzen 60er Stuff aufmerksam wurde wünschte ich mir einen Riesenladen der einfach nur meinen Backkatalog aufstoken kann und zwar durch stöbern. Stattdessen war ich verloren in Saturnregalen wo man bis vor ein paar Jahren nicht einmal die Beatles lückenlos auf Cd bekam. (Jetzt versucht der Saturn auf der MaHü ja mit seinem verhältnismäßig mächtigem Vinylregal ja auch noch die letzten Plattenläden in Wien kaputt zu machen.)

    War letzten Sommer im HMV an der Oxford Street. 3cds für irgendwas pfund und dann schon viel Standard lagernd aber natürlich trotzdem weit entfernt von dem was man sich vorstellt.

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  • densenfdazu | vor 456 Tagen, 20 Stunden, 27 Minuten

    Der Lauf der Zeit !

    Wenn man nur Mainstream verkauft bleibt dieses Debakel nicht aus.

    Ludwig Beck in München erkannte den aktuellen "Musikmarkt" und hat sich auf JAZZ, KLASSIK, OPERN, WELTMUSIK etc. spezialisiert. POP und MAINSTREAM ist nur in geringen Mengen verfügbar . Ursprünglich ein kleiner TEIL im 4. Stock an CD Fläche gehabt , brachte er den Mut auf und hat den 5. Stock ( ursprünglich Lager von Klamotten) komplett umgebaut und die Fläche einfach mal zu 100% genutzt für MUSIK seiner gleichen. CD`s kann man an ca. 50 grandiosen CD Spielern anhören.Hat man eine Frage, bekommt man Auskunft von dem grandiosen Personal "

    Der Mut wurde belohnt und als eines der best sortierten CD Läden der Welt präsentiert. Natürlich ausserhalb des Mainstreams. Doch Mainstream sollte man sich digital runter laden, was anderes hat MAINSTREAM nicht verdient und somit HMV auch nicht
    !!

    Mainstream ist ein Massenprodukt und sollte als solches preislich verkauft werden, doch wenn ein neues Album präsentiert wird von den ganzen POP und ROCK GIGANTEN und sie im Laden mehr kosten als eine "fm4 SOUND SELECTION " ( was ja wesentlich in geringeren Mengen produziert wird ) Dann liegt der Hund irgendwo anders begraben,...

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  • evaumbauer | vor 457 Tagen, 7 Stunden, 24 Minuten

    Ach

    wo sind die Zeiten, als man/ich mehrmals pro Woche zu HMV (oder auch Virgin) gehangen ist, Vinyl-Singles um 99 Pence und Bücher über Popmusik etc gekauft hat.........Wehmut macht sich grade breit bei mir. ;-)

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  • arnonymous | vor 457 Tagen, 19 Stunden, 14 Minuten

    hmm

    robert, so funktioniert einzelhandel nicht. das sortiment im shop ist gebundenes geld, der shop muss es ja einkaufen. dein vorschlag würde noch mehr geld binden, um dann kleine mengen zu verkaufen. shops müssen möglichst viel von ihrem lager loswerden, möglichst schnell.

    amazon zerstört deshalb ganze märkte, die haben ein unglaublich tiefes lager, aber viel weniger kosten, weil ja zentral. physische shops müssten dies an JEDEM standort replizieren - völliger irrsinn.

    bei musik ist sharen ja schon wieder wurscht, der killer heisst youtube. psy ist das beste beispiel, die milliarde views sind all die leute, die deswegen nicht zu HMV gehirscht sind um die single mit unglaublicher marge zu kaufen.

    die zukunft liegt in gemeinsamen konsum, das phil in wien oder auch starbucks sind ein vorgeschmack. b&n filialen haben starbucks drinnen, also lesen und kaffee kombiniert.

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    • wuschdibumm | vor 457 Tagen, 16 Stunden, 40 Minuten

      möglicherweise werden wir ohnehin vollkommen vom musikverkauf in direkter form abkommen, so ausbeuterisch sich das für einige anhören mag. ein mögliches szenario stellt da die völlige mobilität des konsums dar, wie sie von den kids heute ja schon häufig praktiziert wird. in fast jedem straßenbahnwaggon werden youtube-videos (da geb ich arnonymous recht) abgespielt. demnach denk ich, dass nicht eine frage nach der lokalität des verkaufs gestellt werden sollte, sondern, ob überhaupt noch gekauft wird. und das geht bei weitem über eine illegalitätsdebatte hinaus, sondern spielt sich auf ebene des flüchtigen konsumverhaltens der aktuellen und zukünftigen generationen ab.

    • rotifer | vor 457 Tagen, 16 Stunden, 15 Minuten

      Ad Arno:
      Im Musikgeschäft ist das jedenfalls so:
      Die Tonträger kommen von einer überschaubaren Anzahl an Vertrieben, die eine große Zahl von Labels vertreten und durchaus geringe Stückzahlen verschiedener Produkte in gemeinsamen Lieferungen an Plattenläden verschicken.
      Im Gegensatz zu den Kopfhörern, Tablets etc., die die Technology-Abteilung verkauft, sind sie keineswegs gebundenes Geld, weil nur in Kommission geliefert. Was nicht verkauft wird, wird an den Vertrieb zurückgeschickt.
      Ad wuschdibumm:
      Hier geht es eben nicht um das Anschauen von Youtube-Videos, sondern um Tonträger. Es mag dir fremd erscheinen, aber es gibt Leute, die solche kaufen wollen, und derer Interessen hätte sich HMV annehmen müssen, anstatt sich sinnloserweise denen anzubiedern, die Musik eh nur nebenbei als ärmlicher Schatten ihrer selbst über Ohrknöpfe auf irgendeinem Pimperl-Stream hören. Darum geht's ziemlich ausführlich im obigen Text.

    • arnonymous | vor 457 Tagen, 14 Stunden, 31 Minuten

      @robert:

      interessant, die gesamte cd-abteilung beim saturn ist im besitz der vertriebe, erst wenn ein kauf erfolgt macht saturn damit umsatz? das wusste ich nicht. in der DACH region gelistet zu sein heisst da schon ein bisserl investment für den vertrieb. bumm.

      aber zu deiner antwort an wuschdibumm, die menge an leuten, die du hier definierst, erlaubt nicht den betrieb einer kette wie HMV mit all dem overhead an miete, personal, werbung, etc.. die optionen sind a) massiv erhöhte preise (siehe konzerttickets) oder b) ganz, ganz wenige standorte, wenn nicht sogar nur einer, in leistbarer lage.

    • rotifer | vor 457 Tagen, 14 Stunden, 10 Minuten

      Noch ärger: Die Tonträger bleiben bis zu ihrem Verkauf im Besitz des Labels. Ein ziemliches Risiko, weil du glauben kannst, du musst schon nachpressen, alles ist weg, und dann schickt dir, sagen wir, Deutschland ein paar Wochen später einen guten Teil der Erstpressung wieder zurück. Eine alte Geschichte.

    • kwikstep | vor 455 Tagen, 4 Minuten

      wäre ja fein wenn die ketten keine retouren an den vertrieb.. und der vertrieb auch was tun würde, um indies zu platzieren statt sie nur im katalog zu haben.. ooooh.. das weisse einhorn

    • softmachine | vor 454 Tagen, 17 Stunden, 35 Minuten

      @rr: dir ist schon klar, dass man ganze alben auf yt in cd qualität hören und auch runterladen kann ?