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Musik, Film, Heiteres

Eva Umbauer

Popculture-Fan und FM4 Heartbeat-moderierende Musikjournalistin.

31. 1. 2013 - 19:00

Waiting For Something To Happen

Das britische Quartett Veronica Falls bezauberte vor etwas über einem Jahr mit seinem Debütalbum. Jingly-jangly Gitarrenpop mit wundersamen Boy/Girl-Harmonien und einem dunklen Herzen. Runde zwei für Roxanne, James, Marion und Patrick.

Albumcover Veronica Falls "WAiting For Something To Happen" UK Band 2013

Bella Union

"Waiting For Something To Happen" von Veronica Falls ist bei Bella Union/Coop/Universal erschienen.

"Waiting For Something To Happen" nennen Veronica Falls aus London ihren neuen, zweiten Longplayer. Warten wir nicht alle immer ein wenig darauf, dass etwas passiert, etwas Gutes, dass sich etwas Tolles tut? Ja, sagt Patrick Doyle, einer der drei Songschreiber und Schlagzeuger der Band. Wenn man in einer Band ist, wartet man vielleicht noch mehr ständig auf etwas: dass man zu so vielen Konzerten wie möglich gebucht wird, dass man seine Musik veröffentlichen kann, keinen Ärger mit der Plattenfirma hat, und und und, etwa auch, dass man möglicherweise vom Musik machen leben kann.

Mit ihrem Label, Bella Union in London, haben Veronica Falls jedenfalls einen verlässlichen Partner. Bella Union wird betrieben von einem gewissen Simon Raymonde, seines Zeichens in den 80er und 90er Jahren Mitglied der heute wieder oft erwähnten Cocteau Twins, jener Dreampop-Band rund um die schottische Sängerin Liz Fraser. Bella Union haben lange dahingewurschtelt, bis sich dann endlich größerer Erfolg mit den Fleet Foxes einstellte, oder schließlich das große Talent des US-Musikers John Grant auch von anderen als einzig von Simon Raymonde anerkannt wurde. Aber auch auf das homegrown talent, auf Musik aus Großbritannien vergisst Bella Union nicht, etwa auf Veronica Falls.

UK Band Veronica Falls 2 Frauen , 2 Männer (jung)

Bella Union

Some Morbid Romance

Vor etwa einem Jahr habe ich Veronica Falls hier vorgestellt. Seither gab es zum Beispiel ein sehr hübsches Wien-Konzert der Band, oder eines in Paris, wo das Quartett besonders aufgeregt war - kommt doch Bassistin Marion Herbain aus der französischen Hauptstadt. Zum Studieren war sie nach Glasgow gekommen, traf dort auf Roxanne Clifford, lernte den Bass zu spielen und ging auch nach London als die Band, inzwischen mit Marion an Bord, in die britische Hauptstadt übersiedelte.

Veronica Falls spielen am 2. Mai 2013 in der Arena in Wien

Seither wurde ein Debütalbum veröffentlicht und es wurden unzählige Konzerte gespielt, etwa auch in den USA, wo die wahren Twee-Pop-Fans zu Hause sind. Jene jungen Menschen, die von Generation zu Generation ihre Liebe zu britischem DIY-Pop zärtlich pflegen. Hübsche kleine Lieder, einst von englischen Independent-Plattenlabels wie Sarah Records in Bristol veröffentlicht, die von hübschen jungen Menschen gespielt werden. Meist tragen diese jungen Leute ein nettes Anorak-Jackerl, darum auch gern die Bezeichnung Anorak-Bands, oder Class of 86, weil die britische Musikpresse in diesem Jahr in den 80ern erstmals damals redete. Veronica Falls stehen ein wenig in dieser Tradition, oder zumindest wird es ihnen nachgesagt.

Auch die Prise Dunkelheit, die die Musik der Band umgibt, diese gewisse Melancholie wurzelt dort. Hmm, sagt Patrick Doyle, so ein wenig der Außenminister von Veronica Falls, das Sprachrohr der Band: "Ich mag diese Vergleiche. Sie nerven mich keineswegs, und eben durch sie habe ich auch Bands von damals entdeckt, von denen man sagt, sie hätten uns beeinflusst. Pop-History, oder die Geschichte des britischen Underground-Pop, zu erforschen, ist immer eine gute Sache, aber man kann Veronica Falls auch hören und genießen, ohne dass man all diese Zusammenhänge kennt".

Welcome back, Patrick, Roxanne, Marion und James! "Waiting For Something To Happen" ist ein
schönes neues Album, das insgesamt größere Popmomente hat als das Debütalbum von Veronica Falls.

Anspieltipps

  • "Teenage": Einer der ältesten Songs am neuen Album. Veronica Falls komponierten viel auf ihrer langen Tour durch Europa und die USA.
  • "Shooting Star": Ein sehr schönes Stück. "Looking for a shooting star, seeking out a four leave clover, to help my doubts and figure out...", singt Roxanne Clifford.
  • "Buried Alive": Sehr hübsche Gitarre.
  • "So Tired": Gutes Tempo.
  • "Everybody´s Changing": Im Song heißt es: "Everybody´s changing, I remain the same."

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