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Günter Hack

Internet-Faktotum

27. 6. 2013 - 10:30

Elefantenjagd: George Orwell über Edward Snowden

Die von Edward Snowden aufgedeckten Überwachungsaktivitäten der Geheimdienste folgen einer alten Logik: Der des Empire. Doch dessen Grenzen verlaufen im Netzzeitalter anders.

„Selbst dem Briten George Orwell wäre ein solches Überwachungsprogramm im Leben nicht eingefallen“, heißt es in einem der jüngsten Artikel der „Süddeutschen Zeitung“ über die Enthüllungen des Geheimdienst-Whistleblowers Edward Snowden im britischen „Guardian“. Ganz im Gegenteil. Eric Arthur Blair alias George Orwell war ein Insider des späten britischen Empire. Bereits in seiner autobiographisch grundierten Kurzgeschichte „Shooting an Elephant“ von 1936 ist im Keim angelegt, was sich später zu den unheimlich präzisen Darstellungen totalitären Kontrolldenkens in „Animal Farm“ und „Nineteen Eighty-Four“ entfalten sollte: Das Spiel von Repräsentation, Kontrolle, Gewalt und Verachtung zwischen Machthabern und ihren Subjekten, das sich in verschiedensten Konstellationen bis heute fortsetzt.

„In a job like that you see the dirty work of Empire at close quarters.“
– George Orwell

Blairs Alter Ego, als Kolonialpolizist im Burma der 1920er Jahre tätig, wird in der Geschichte herbeigerufen, um einen Arbeitselefanten zu töten, der einen Mann totgetrampelt hat. Eigentlich will der Erzähler den Elefanten, der sich wieder beruhigt hat, verschonen, doch als Repräsentant des Empire ist er Gefangener der Herrschaftslogik. Er muss den Elefanten töten, wenn er sich nicht vor dem versammelten Mob lächerlich machen will – und er tut es auch.

Abhören als Staatsraison

Im Zweiten Weltkrieg kämpfte das Empire um sein Überleben. Es siegte mit Hilfe der USA und vor allem dank der Dechiffrierung der deutschen Kommunikationssysteme durch Genies wie Alan Turing. Spätestens mit Unterzeichnung des UKUSA-Übereinkommens zwischen Großbritannien und den USA am 5. März 1946 ist rechnergestützte „Signal Intelligence“, die möglichst umfassende Kommunikationsanalyse, einer der wichtigsten Stützpfeiler transatlantischer Sicherheitspolitik.

Die durch den US-Whistleblower Edward Snowden bekannt gewordenen Abhörprogramme der National Security Agency (NSA) und ihres weniger bekannten britischen Gegenstücks Government Communications Headquarter (GCHQ) sind die logische Fortsetzung dieser Tradition. Im Laufe der Jahre haben die Dienste es geschafft, sich der öffentlichen Wahrnehmung und Kritik weitestgehend zu entziehen, ob etwa die Internet-Spionagetätigkeiten der NSA gesetzeskonform sind oder nicht, entscheidet mit dem US Foreign Intelligence Surveillance Court ein Organ, dessen Sprüche der Geheimhaltung unterliegen.

Geldregen dank Terrorpanik

Das ermöglichte es ihnen, sich weiter auszudehnen, die Terrorpanik nach dem 11. September dürfte dann auch jedes finanzielle Problem der Dienste gelöst haben. Als etwa die Regierung von David Cameron im Oktober 2010 ihr Verteidigungsbudget vorgestellt hat, mussten alle Teilstreitkräfte empfindliche Einschnitte hinnehmen – bis auf den Geheimdienst, der umgerechnet 570 Millionen Euro erhielt, um seine Cyberwar-Aktivitäten auszubauen.

Diese Expansionsbewegung stößt nun an ihre Grenzen. Dabei spielen zwei zentrale Aspekte eine wichtige Rolle, der eine quantitativer, der andere qualitativer Natur. Zuerst zum quantitativen, und zwar aus einer bekannten Perspektive: Derjenigen der Massenmedien. Jeder politisch interessierte Mensch kennt heute die Namen Julian Assange und Edward Snowden, aber kaum einer weiß noch, wer Nicky Hager ist. Der neuseeländische Journalist veröffentlichte Mitte der 1990er Jahre ein Buch und eine Serie von Texten über die Arbeitsweise der Dienste in seinem Heimatland, wobei grundlegende Fakten über das Abhörsystem ECHELON bekannt wurden. Die Debatte schwappte auch kurz nach Europa, aber die Aufregung darüber hielt sich in Grenzen. E-Mail nutzte damals nur eine vergleichsweise kleine Gruppe, von der Erfassung des internationalen Faxverkehrs fühlte sich wohl auch nur eine Minderheit betroffen.

Geheimdienstarbeit als Innenpolitik

Heute ist die Internet-Nutzerschaft ungleich größer als Mitte der 1990er Jahre. Das bedeutet, dass sich auch die Kontaktfläche zwischen Bevölkerung und Geheimdiensten vervielfacht hat. Wenn sich aber die Kontaktfläche vergrößert, werden gleichzeitig die vorher mit großem Aufwand verschleierten Konturen des Geheimdienstapparates sichtbar. Unschuldige landen auf No-Fly-Listen, Referrer von Fahndungsdatenbanken tauchen bei bestimmten Schlüsselwörtern im Blog auf. Anders als im Fall ECHELON dürfen die Dienste auch nicht darauf hoffen, dass die Öffentlichkeit ihre Aktivitäten schnell wieder vergisst, denn mit der Kontaktfläche erhöht sich die Wahrscheinlichkeit von Fehlern und anderen Aufmerksamkeit erzeugenden Ereignissen.

Diese Ausdehnung könnte sogar den Diensten selbst gefährlich werden, denn die NSA ist nach wie vor Teil des Militärs – und dem Schnüffeln im Inland ohne richterlichen Beschluss sind sogar nach den drakonischen US-Antiterrorgesetzen Grenzen gesetzt. Auf den ersten Blick mag es noch so scheinen, als ob die imperiale Außengrenze zwischen US-Bürgern und dem Rest der Welt verlaufen würde. Das zumindest ist die Version, die US-Politiker gerne ihrer Wählerschaft verkaufen wollen. In Wirklichkeit verläuft sie längst zwischen Insidern und Outsidern des Geheimdienstkomplexes, und zwar über die Grenzen der Nationalstaaten hinweg.

Selbstzerstörerische Logik

Die Expansionsbewegung der Dienste und ihrer Überwachungssysteme gehorcht längst einer Eigendynamik, die Orwell bereits im Kleinen beschrieben hat: Wenn die mitgebrachte Winchester nicht reicht, dann muss halt eine Elefantenbüchse her. Die Erfassungssysteme folgen der digitalen Netzwerktechnik bis in die kleinste Ritze der zeitgenössischen menschlichen Existenz. Wie in Orwells Geschichte wird auch der wohlmeinendste Staatsschützer von der totalitären Logik mitgerissen.

„It was a tiny incident in itself, but it gave me a better glimpse than I had had before of the real nature of imperialism – the real motives for which despotic governments act.“ – George Orwell

Geheimdienstchefs wie der GCHQ-Leiter Iain Lobban modellieren ihre Argumentation entlang der scheinbar naturgesetzlich vorgegebenen binären Eigenschaften der Kommunikationstechnik: Entweder wir kontrollieren das Netz total, oder da draußen herrscht totales Chaos. Ein manichäistisches Denkfigürchen, das sich hervorragend dazu eignet, weiteres Nachdenken über den Sinn des Datensammelns zu stoppen. Die Politik gibt die Verantwortung gerne ab. Wer will sich schon vorwerfen lassen, nicht buchstäblich alles gegen sämtliche vorhersehbaren Bedrohungen unternommen zu haben? Nur zeichnen sich wahre Terrorakte leider exakt dadurch aus, dass man sie nicht kommen sehen kann. Und der Security-Apparat ist bisher jeden Beweis dafür schuldig geblieben, dass Anschläge nur durch die permanente Totalüberwachung aller Bürger verhindert werden konnten.

Delegitimation des digitalen Staates

Diese Denkfigur ist strategisch mit dem zweiten zentralen Aspekt der Überwachungslogik gekoppelt: Anders als die früher von NSA und GCHQ abgehörten Telefoniesysteme dient das Internet nicht nur der Kommunikation zwischen Menschen, es ist integraler Bestandteil zahlloser Prozesse in Verwaltung und Produktion. Anlässlich eines viel beachteten öffentlichen Auftritts am International Institute for Strategic Studies sagte GCHQ-Chef Lobban 2010 dann auch, man müsse das Netz für Wirtschaft und E-Government sichern. Er mahnte daher eine enge Kooperation zwischen Privatwirtschaft und Staat an, vor allem zwischen Providern und Geheimdienst.

Dieses Argument lässt sich aber - wie alle Vexierbilder digitaler Medientheorie - gegen die pauschale Überwachung wenden. Welches Vertrauen kann ein Bürger – speziell ein Bürger außerhalb der UKUSA-Staaten – noch in E-Government-Prozesse haben, wenn dritte Mächte den Datenverkehr vollkommen unbeobachtet mitschneiden und manipulieren können?

Retro-Leninismus als Megatrend

Welche Auswirkungen hat die von der US-Nachrichtenagentur Bloomberg gemeldete Erkenntnis, dass die NSA von Microsoft vorab unbehobene Softwarefehler übermittelt bekommt, auf die Arbeit des Sicherheitsapparats selbst? Welche Beweiskraft besitzt die ausgefeilteste Forensik, wenn der Inhaber solcher Zero-Day-Expoits sogar an einem installierten Polizeitrojaner vorbei kompromittierendes Material auf dem Rechner seines Opfers ablegen kann? Was bleibt vom Kern der Demokratie, von der Gewaltenteilung, wenn sich eine Parallelwelt der Exekutive davon trennt und systematisch dafür sorgt, niemandem mehr Rechenschaft schuldig zu sein? „Ohne Sicherheit keine Freiheit!“ tönen die Überwachungsprofiteure. Mag sein, aber Sicherheit ohne Recht ist wertlos.

„As soon as I saw the elephant I knew with perfect certainty that I ought not to shoot him. It is a serious matter to shoot a working elephant – it is comparable to destroying a huge and costly piece of machinery – and obviously one ought not to do it if it can possibly be avoided.“ – George Orwell

Das Motto der Überwachungshardliner ist im Grunde leninistisch: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Totale Kontrolle soll im Netzzeitalter schwindendes Vertrauen in nationalstaatliche Institutionen ersetzen und Handlungsfähigkeit vortäuschen. Ohne Vertrauen gibt es aber keine Gesellschaft, ohne Gesellschaft gibt es keinen Staat. Der Überwacher untergräbt also ständig seine eigene Geschäftsgrundlage. Trotzdem ist die nächste Stufe der Eskalation vorhersehbar: Die Regierungen außerhalb des UKUSA-Komplexes werden unter Hinweis auf den Kontrollverlust die eigenen Geheimdienste mit noch mehr Mitteln und Überwachungsbefugnissen ausstatten, die Polizeien werden folgen, Stichwort Vorratsdatenspeicherung sämtlicher Inhalte auf Sozialen Netzwerken, alles zum Schaden elementarster bürgerlicher Grundrechte.

Das Skelett des Elefanten

Dieses letztlich autodestruktive Wettrüsten erinnert an die Situation im Kalten Krieg. Drohten damals Atomwaffen die materielle Basis der Gesellschaften zu vernichten, so ist heute der Überwachungswahn dabei, deren ideelle Grundlagen zu zerfressen. Das westliche Basisnarrativ, die große Erzählung von der individuellen Freiheit, ist bereits stark beschädigt. In dem erwähnten Vortrag von 2010 hat Iain Lobban mehr internationale Kooperation bei der Bekämpfung von Internet-Bedrohungen angemahnt. Man sollte sich eingestehen, dass überschießende unkontrollierte Überwachung – egal von welcher Seite – zu ebendiesen Bedrohungen gehört, immerhin führen die Kontrollstaatsbefürworter selbst gern die Rede vom „Cyberwar“. Im Kalten Krieg hat man versucht, solche Probleme durch Waffenkontrollgespräche wenigstens ansatzweise zu zivilisieren. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, dasselbe mit der Internetspionage zu versuchen.

„I perceived in this moment that when the white man turns tyrant it is his own freedom that he destroys.“ – George Orwell

George Orwells "Shooting an Elephant"

penguin books

In Orwells Geschichte bleibt von dem Elefanten nur noch das Skelett übrig. Die Bewohner des Elendsviertels, in dem das Arbeitstier kurz außer Kontrolle geraten war, sicherten sich schnell dessen Fleisch. Der entsetzte Eigentümer des Tiers, ein Inder, konnte Orwells Alter Ego nichts anhaben, als weißer Sahib stand dieser auf der richtigen Seite der imperialen Macht. Er sei am Ende glücklich darüber gewesen, dass der Mann im Armenviertel von dem Elefanten getötet worden sei, schreibt Orwell, denn dies habe ihn ins Recht gesetzt und gegen Kritik immunisiert. Der Rest der Gesellschaft ist aus Perspektive des imperialen Polizisten am Ende nur noch ein potenzieller Kollateralschaden.

„I often wondered whether any of the others grasped that I had done it solely to avoid looking like a fool.“ – George Orwell

Eric Arthur Blair alias George Orwell hätte am 25. Juni 2013 seinen 110. Geburtstag gefeiert. Die Zitate im Artikel sind seiner Kurzgeschichte „Shooting an Elephant“ entnommen.

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  • softmachine | vor 1154 Tagen, 21 Stunden, 12 Minuten

    was geht mich das an ?

    http://www.perlentaucher.de/blog/364_prism_3:_was_geht_mich_das_an?.html

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  • johnleehookerelectro | vor 1155 Tagen, 5 Stunden, 9 Minuten

    interessant is ja auch diese rückkoppelung die diese datenmengen verursachen

    sie werten daten eines ohnehin bis in dne neokortex gebrainwashten neoliberalen marktes aus...um ihn theoretisch genauer brainwashen zu können

    sprich sie fressen ihre eigene scheisse(wenns die marketing industrie verwendet..zu soziologischen forschungszwecken von seriöser und nicht politisch motivierter wissenschaft is es ja ok)

    und die rückkoppelung der jetzigen daten wenn man über prisma diskutiert...
    ein programm das über die dikussionen von sich selbst daten aufnimmt

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    • johnleehookerelectro | vor 1155 Tagen, 5 Stunden, 8 Minuten

      ab dem punkt wos halt in den massenmedien war und jeder drüber kommuniziert

  • biased | vor 1157 Tagen, 13 Stunden, 49 Minuten

    Warum lesen die Leute, die von Orwell Reden nicht seine Bücher

    Wie kommt man auf die Idee, dass Orwells 1984 auch nur in irgendeinem Zusammenhang mit PRISM et al steht?

    Der Inhalt von 1984 ist nicht "Überwachung" oder Technologie, sondern die staatliche und öffentliche Gewalt, mit der Menschen dazu gebracht ihre Unterwerfung und Demütigung sowohl durch Technologie von außen als auch durch eigenes Bemühen zu internalisieren. In 1984 geht es darum, dass Unterdrückte ihre Unterdrückung durch aktive Selbstkontrolle institutionalisieren. Mit anderen Worten: in der Abgeschlossenheit eines totalitären Staats wie in Nordkorea macht der Vergleich mit Orwell Sinn.

    In der reichsten und freiesten Gesellschaft der Geschichte ist so ein Vergleich höchstens lächerlich.

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    • johnleehookerelectro | vor 1157 Tagen, 13 Stunden, 17 Minuten

      ja brainwash von konsumenten und usern is die augmentierung von kontrolle
      es kommt aufs selbe hinaus.
      als user dieses forums wird man von admins überwacht,bei facebook wirst du von konventionen überwacht ächz etc

      bitte ned i tüpfel reiten wir sind seit langem in dieser binären kontrollierten scheisse drinnen

      die frage is welchen nutzen man daraus fürs individdum ziehen kann
      jede massenübergreifende !errungenschaft! hat seine kehrseite

      fernsehen schaffte interdiskurs
      facebook schaffte individuelles marketing für einzelne projekte und nicht nur für coca cola samsung undco etc

      die grossstadt verlierte längst ihre anonymität und intimität(alles is ein code.mode wörter etc)

      wir kommen nichtmehr raus die frage ist wie man solche daten nuuuutzen kann wenn man weis wie man sie anwendet..und für was.(zB für genauere simulationen von sozialer interaktion).next level umkehrschluss.das chi der industrie verwenden etc.hergottnochmal
      orwell hatte im detail keine ahnung von heute nur eckpunkte stimmen.er war halt ein paranoider linker der schwarz gemalt hat

    • johnleehookerelectro | vor 1157 Tagen, 13 Stunden, 3 Minuten

      trotzdem is deine "freiste gesellschaft" eine illusion solang man nach filmen und werbespots youtube clips hormonell beeinflusst is(man of steel adrenalin etc) sind wir nicht brainwash-frei und somit nicht kontrollfrei

      wie gesagt man müsste in den jetzigen daten primsa shit mehr eine neurobiologische debatte mit spezialisten die am geschehen sind einfordern..also zur wurzel des bewusstseins kommen um es verdammtnochmal zu erweitern!

      solangs noch heiss is und bevors allen wieder wurscht wird

    • zarniwoop | vor 1157 Tagen, 10 Stunden, 55 Minuten

      ... und dann wird ausgerechnet noch die SZ zitiert, die Qualitätsjournalismus doch so definiert, dass pro Seite nie mehr als 1000 Tote erscheinen dürfen, und nicht dass so was wie Fachwissen oder gar fundierter Recherche bei Schreiber oder Textautomat vorliegt...

  • konjunktiv2 | vor 1157 Tagen, 19 Stunden, 11 Minuten

    Die prophetische Rhetorik vom Geist der zukünftigen Weihnacht und ihre Erfüllungsgehilfen

    Gespenstisch wie er ist, lässt sich der Terror nicht auf Zelluloid bannen; es sei denn, er tritt in Aktion, was dann meist den Charakter völliger Selbstentäußerung hat. (Tatsächlich kann man dem durchschnittlichen Suicide Bomber alles Mögliche attestieren, Inkonsequenz zählt üblicherweise nicht dazu.) Die Geheimdienste sind also gefordert, entschlossenes Vorgehen auch hier ein Gebot der Stunde. Und obwohl die virtuelle Bedrohung ja zweifellos eine reale ist -immerhin bleibt sie nicht folgenlos-, erwecken diesbezügliche Pressekonferenzen inzwischen nicht selten den Anschein, es handle sich bei ihnen um Séancen: Besser den Teufel an der Wand, als Taubenschiss im Hirn! Dass der Feind ein unsichtbarer ist, macht ihn schließlich nicht weniger bedrohlich. Wie praktisch, in Zeiten wie diesen im Allsehenden Freimaurer-Argusauge einen potenten Verbündeten zu haben; Grund genug, ihm auf unsren Banknoten ein Denkmal zu setzen! Sein unverwandter Blick registriert jede Kontobewegung und mehr. Sollen sie ruhig kommen, die Dickhäuter, gerne auch über die Alpen, das Imperium schlägt schon noch zurück, keine Sorge. Großwild-, Hexen- und Geisterjäger aller Herren Länder, vereinigt euch: Was die GOP nicht zu domestizieren vermag, wird hiermit zum Abschuss freigegeben!

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    • zikmund | vor 1157 Tagen, 18 Stunden, 21 Minuten

      Bitte nochmal auf Deutsch - mit besonderer Berücksichtigung der Rolle der Republikaner? Danke.

    • konjunktiv2 | vor 1157 Tagen, 17 Stunden, 1 Minute

      In eine Sandburg (wahlweise auch ein Luftschloss) hineinzutrampeln und sich dann unverständig zu zeigen für das Weh des Erbauers, zeugt nicht grad von Taktgefühl, mein Lieber. Zufällig ist der Elefant das Wappentier der Republikaner. Und es ist müßig auf den "War on Terror" wie wir ihn kennen als Sprachregelung des Bush-Kabinetts hinzuweisen. (Hochoffiziell eingemottet hat den Begriff später dann übrigens Secretary of State Hillary Clinton.) Und dass Walker, Texas Ranger, nicht nur einer der größten Profiteure des Terrors der Nullerjahre war, sondern gleichzeitig auch einer ihrer größten Terroristen, sollte hinlänglich bekannt sein. Außerdem bin ich mir fast sicher, dass der militärisch-industrielle Komplex (Erich Möchel und Co geben sich ja alle Mühe analog dazu den Begriff eines "militärisch-elektronischen Komplexes" zu prägen) sich vorzugsweise im Dunstkreis der Konservativen formiert. Mir erschien das Sprachspiel jedenfalls naheliegend und zulässig. Der Vollständigkeit halber kann ich aber gerne noch ergänzen, dass niemals Einzelpersonen die Macht haben, sondern sie auf ihren Astralreisen lediglich von Zeit zu Zeit (Stichwort Legislaturperiode) in neue Avatare schlüpft, und dass wer immer "Chef vom Dienst" is', notwendigerweise daran interessiert sein muss, Störgeräusche zu minimieren, die vereiteln könnten, dass sie sich ungehindert dem...

    • konjunktiv2 | vor 1157 Tagen, 17 Stunden, 1 Minute

      ...Selbstgenuss überlässt.

    • zikmund | vor 1157 Tagen, 16 Stunden, 42 Minuten

      Ok, jetzt kann ich´s entschlüsseln.
      Sehr spannend - völlig egal was Obama tut, schuld ist GOP. (die ich tatsächlich sonst keinswegs verteidigen will).
      Dass bei Nixon ein Bruchteil dessen fürs Impeachment reichte, wurscht, die Konservativen warens.
      Klar - so passt es auch besser zum Vers!

      (Wenn du jetzt noch erfährst, dass Snowden Ron Paul endorsed/supported, hilfst ihn dann mit suchen? ;)

    • konjunktiv2 | vor 1157 Tagen, 16 Stunden, 26 Minuten

      Wen, Ron Paul? ;)

    • christianlehner | vor 1157 Tagen, 16 Stunden, 21 Minuten

      "i am not a crook"

      mit dem kleinen aber feinen unterschied, dass nixon gehen musste, weil ER quasi abgehört wurde (und daraus resultierende beweismittel unterschlagen und die öffentlichkeit darüber angeschwanert hat).

    • konjunktiv2 | vor 1157 Tagen, 15 Stunden, 40 Minuten

      Am aktuellen "Spionage-Thriller" geb ich den Republikanern bestenfalls eine Teilschuld. Wie bereits unzählige Male erwähnt: Meine paranoide Einschätzung lautet, dass es in erster Linie gewisse -*hüstel*- Sachzwänge sind, denen wir uns unterworfen sehen, hier wie allerorts. Das klingt jetzt freilich arg fatalistisch, aber bis zum Beweis des Gegenteils halt ich an der These fest, dass vieles, was uns konsterniert und betroffen macht, einer systemimmanenten Logik folgt, der wir irgendwie nicht mehr Herr werden. Wer das für beschwichtigend hält, hat kein Gespür für Drastik: Eigentlich wäre schieres Entsetzen angezeigt! Ich muss zugeben, dass ich immer noch gewisse Sympathien für Obama hege; ich hab eine Schwäche für den Kerl, obwohl natürlich spätestens seit dem Nobelpreis klar is', dass er den in ihn gesetzten Erwartungen unmöglich gerecht werden kann. Im Grunde doch eine tragische Figur, ein Opfer seiner eigenen Versprechungen: Der einstige Hoffnungsträger verkümmert zum desillusionierten Pragmatiker. Obama kämpft auf verlorenem Posten, wenngleich einem hoch dotierten - als "mächtigster Mann der Welt" ist er doch auch nichts anderes als eine weitere Marionette, zumal in der Chefetage. Sein Gebaren ist zwar nicht entschuld-, wohl aber erklärbar.

    • johnleehookerelectro | vor 1157 Tagen, 15 Stunden, 18 Minuten

      gähn.statt zynisch zu werden lieber gleich nach mehr transparenz fragen...

      ...und FORDERN

      jeder der sich ein bischen mit industrialisierung und dem damit einhergehendem social engineering beschäftigt hat wusse schon vor 2001 dass das internet und mobile datenübertragung irgendwann als statistische orientierung und (bzw wissen das in weiterer folge kontrolle aka regelung ermöglicht) für die herrschaft der industrie herhalten kann und wird

      der herr möchel hat auch schon mehrfach dargelegt wie britische und amerikansiche militär komplexe mit der privatwirtschaft connected sind und umgekehrt(wobei es sich halt um einen ständig machtprozess handelt und man nie zentriert sagen kann wer da genau achso mystisch dahinter steckt..es gibt kein entweder militär oder entweder privatwirtschaft.es überschneidet sich ständig..mein tipp sind ja die spacejockeys von prometheus ,predator und thule...mhm)

      also wozu 15 jahre später aufeinmal schockiert tun???anstatt das problem genauer zu analysieren und zu hinterfragen

      WAS ZUR HÖLLE STELLEN DIESE fIRMEN NEUROLIGISCH MIT DIESEN DATEN AN.inwiefern connecten statistiken dieser daten mit unserem bewusstsein
      ohne alte phänomenologien eines pelsingers und eso shit zB mit zynischem sarkasmus dekonsutrieren zu müssen

      und auch ein andrejevic zB und produktiosnweise facbook is hinlänglich bekannt also
      straight zum punkt!.,,was zur hölle stellen sie mit diesen daten an?vorallem die marketingindustrie und der staat...
      stichwort http://noosphere.princeton.edu/

    • johnleehookerelectro | vor 1157 Tagen, 15 Stunden, 6 Minuten

      michael peRsinger nicht pelsinger.
      und der typ is ur alt genau wie nelson

      die frage is was uptodate neurobiologen und pyhsiker die sich dem
      "social engineering"veschrieben haben mit diesen daten anstellen können(nobelpreisträger wie roth etc)

    • softmachine | vor 1155 Tagen, 11 Stunden, 59 Minuten

      was wenn das internet eben öffentlicher medialer raum ist ? evtl ist unser dogma der permanten privatheit im medium internet obsolet ? dafür sind ja demokratieerneuerer wie wikileaks & whisteblower auch.

    • johnleehookerelectro | vor 1155 Tagen, 9 Stunden, 57 Minuten

      solang nur die CIA deine daten hat is es ja sowieso blunzn
      blöd wirds nur wenns bald soetwas wie ne "private bonität" gibt..errechnet wird wieviel sex man hat wieviel kommunikation mit wenig oder viel verdienenden etc
      wenn topnotch science damit experimentiert oder die CIA halt ihre leute suchen will vonmiraus

      aber wenn irgendwelche marketing wapla oder dein chef im büro drauf zugriff hat
      sowas is scary
      und absolut technisch machbar

    • johnleehookerelectro | vor 1155 Tagen, 9 Stunden, 55 Minuten

      der ausweg is halt nur vollkommene transparenz und DAFÜR eine privatheit auf neuen ebenen des bewusstseins

      same wie zur alten jahrhundertwende photographie ,kino neorealismus undco

    • softmachine | vor 1154 Tagen, 21 Stunden, 41 Minuten

      yep.digital ist eben immer public.man wird wege finden qua codierung etc, so wie es offene und liebesbriefe gibt.aber natürlich istes ein medium, das wird eben vergessen. du bist sender. es mangelt an medialem bewusstsein. nur weil ich mit mit dem laptop am scheisshaus sitze bin ich digital noch lange nicht privat.und so ist es schon lange: eine bekannte arbeitet in bewerbungsbüro, da werden alle bewerber internettechnisch gescannt & gefiltert von wegen drug/alc & vomit pics usw. na ja, hätte ja auch niemand in einem tv interview in die kamera gekotzt.

    • johnleehookerelectro | vor 1154 Tagen, 12 Stunden, 41 Minuten

      es hängt ja auch indirekt mit dem exzess system von drogen(und dem gegenüberliegenden "sicherheitssystem" des staatlich und privat big geförderten ant-drug-wars ,der die drogenproblem seit nixon bekanntlich nur grösser werden lies bzw ein gemeinsames system is) zusammen

      je genauer kontrolliert wird je stärker die strafen sind..desto stärker wird der trotz

      bzw am scheisshaus gefilmt und kommuniziert...

      eine vollkommene tranzparenz für alle(also das auch du über den 0815 chef oder entscheider für diese förderung bescheid weist) is halt leider noch eine utopie

      was fehlt is ein grundsätzliches wissen über 1 soziologische(aka neurobiologisch) ,2 technische(programmieren algyrythmen,augemtnierung und stochastik ,qualitätssicherung etc) und 3 metakommunikative (relationen dazwischen)

      erst dann kann man leuten solche informationen zutrauen

      der NSA traut mans zu...aber irgendeinem kaffe furzer magistrat der stadt wien zB=???? holy shit

  • johnleehookerelectro | vor 1157 Tagen, 19 Stunden, 35 Minuten

    das gute is immerhin dass sie nur scheisse des meistens gebrainwashten neoL. marktes auswerten...bzw theoretisch auch nicht wirklich schlau draus werden können

    das übliche spiel der bewusstseinsindustrie
    unter kontrolle hatten sie uns seit dem family circel des fernsehers .dann kam der trotz der teils "paranoiden"68er danach reagan danach internet
    jetzt haben sie halt ahnung wo wir neoliberal herumscheissen..na hui jeder is ja so wichtig und ein CIA agent.

    logische schlussfolgerung= die nächste nische tut sich als trotz auf

    = steuerung/regelung der sinne(5D kino/TV/theater..info die schneller ans hirn gegeben wird als neurotransmitter es können etc)

    computer stossen ca 2015 an ihre grenze weils erst ab quantenlevel schnellere übertragungen gibt

    aber die intellektuellen und nerds erfinden grad neues um aus dem circel auszubrechen(teils im auftrag von DARPA NSA undco teils "halb indie")..was dann irgendwann wieder von der industrie verwendet wird

    always 2schneidig bitte und keine schwarz weiss scheisse->die industrie erfindet shit(bzw lässt shit entwickeln) womit sie besser kontrollieren kann was aber perfiderweise das bewusstsein auch erweitern kann!
    DAS HEIST
    die frage is was man mit der NSA-information im neokortex undco GENAU anstellen kann.hirn besteht auch aus algyorythmen..fragt verdammtnochmal bitte neurobiologen was da mit dem prismascheiss abgeht..sogar wired.com undco kackt ab und sagt...

    Auf dieses Posting antworten
    • johnleehookerelectro | vor 1157 Tagen, 19 Stunden, 28 Minuten

      fast NICHTS STICHHALTIGES KONKRETES KAUSALES zum verwendungszweck dieser datenunmengen

  • zikmund | vor 1157 Tagen, 20 Stunden, 52 Minuten

    Nice!

    Orwells 1984 hat sich übrigens in den letzten Wochen auf Amazon US rasant verkauft, Steigerung bei 70% was ich weiß.

    Auf dieses Posting antworten
    • softmachine | vor 1155 Tagen, 12 Stunden, 14 Minuten

      hanen die ausgebauteten amazon lohnsklaven wieder unbezahlte überstunden schieben dürfen.