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Musik, Film, Heiteres

Boris Jordan

Maßgebliche Musiken, merkwürdige Bücher und mühevolle Spiele - nutzloses Wissen für ermattete Bildungsbürger.

17. 12. 2016 - 00:31

FM4 Intelligentkalender #17: MyBoo / Yonso

24 Ideen zur Rettung der Welt. Heute: Bambus kann alles - auch schöne Fahrräder, die eine ganze Region in Ghana beschäftigen.

Der FM4 Intelligentkalender

24 Ideen zur Rettung der Welt.

Weltrettung, erneut: So wie die Myzellium-Wachstums-Technologie uns vom Fluch der Plastikabhängigkeit befreien könnte, so ist Bambus der nahezu ideale Ersatz für Holz, Kohle, Holzpellets, Holzfaser-Materialien und vor allem für Stahl.

Bambus wächst schneller als jede andere Nutzpflanze und schluckt mehr CO2. Verholzter und getrockneter Bambus hat eine ähnliche Festigkeit wie Stahl, wiegt aber nur ein Drittel und ist auch erheblich billiger. Man kann Bambus als Sprosse essen, als Faser anziehen, als Papier bedrucken, als Bambus-Kohle verheizen, zu Häusern, Baugerüsten oder tragenden Konstruktionen verbauen - oder eben als Stahlrohr-Ersatz verwenden. In dieser Form baut das ghanaische Unternehmen Booomer's handgefertigte, hochwertige Fahrräder aus Bambus.

Bambus Fahrrad

boomers.com

Die Idee ist nicht neu, Bambusfahrräder gibt es bereits seit über hundert Jahren, ein Patent lag sogar einmal in Österreich. Die Rahmen werden aus sorgfältig ausgesuchten und schonend getrockneten Bambusrohren in Handarbeit hergestellt, die Endfertigung und Vermarktung der Räder erfolgt dann in Europa. Das Hauptproblem der Bambus-Verarbeitung, nämlich wie man die Bambusstäbe verbindet, löst die Firma mit Aluminiumverbindungen, die mit Hanfseilen fixiert und mit Epoxyharz verleimt werden. Die Räder sind stabil und leicht und sehen edel aus. Der hohe Preis rechtfertigt sich auf zweierlei Art: Nicht nur hat man ein sorgfältig gebautes Produkt aus einem nachhaltigen Rohstoff, sondern man hat auch einen Anteil an der Bekämpfung der Armut.

Denn das Neue an der Idee von Boomer's ist seine Zusammenarbeit mit dem so genannten Yonso Project. Diese Organisation erhält 15% des Gewinns aus dem Fahrradverkauf und investiert dieses Geld in nachhaltige Projekte zu Bekämpfung der Armut im ländlichen Ghana, wie etwa Schulen, Lehrstellen oder Mikrokredite. Zusammen mit der deutschen Fima My Boo aus Kiel wird eine professionelle Vermarktung durchgeführt, unter anderem werden die Räder den strengen Richtlinien der EU und Japans angepasst. Versuchsweise startet Booomer's / MyBoo auch in den neuen Markt für Elektrofahrräder. Man kann sich auf der Homepage von MyBoo sogar sein individuelles Rad zusammen stellen.

Wer jetzt noch kein Weihnachtsgeschenk hat, baut sich keines mehr - außer es ist ein Bambusrad.

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