Standort: fm4.ORF.at / Meldung: "Yalta Club feiern mit uns!"

Musik, Film, Heiteres

Eva Umbauer

Popculture-Fan und FM4 Heartbeat-moderierende Musikjournalistin.

19. 1. 2017 - 18:00

Yalta Club feiern mit uns!

Yalta Club aus Paris kommen mit einem brandneuen Album im Gepäck live zur FM4 Geburtstagsparty in die Ottakringer Brauerei.

Der oder die eine oder andere hat die französische Band Yalta Club hierzulande vielleicht schon einmal ein Konzert spielen gesehen, etwa letzten Herbst im WUK in Wien, beim Geburtstag von Ink Music, oder im Frühjahr mit einem Clubauftritt im kleinen Rhiz in den Wiener Gürtelbögen.

Yalta Club Bandmitglieder mit gergoldeten Köpfen

Promo/Yalta Club

Paaarty!

Das FM4 Geburtstagsfest am 21. Jänner 2017 mit Camo & Krooked, Mighty Oaks, Gerard, Gudrun von Laxenburg, Kommando Elefant, View, Schnipo Schranke, Ankathie Koi und vielen mehr.

Wir gehen nie nach Hause
FM4 feierte in der Ottakringer Brauerei Geburtstag, jede Menge Leute feierten mit (Christoph Sepin).

FAQ
Was es sonst noch zum FM4 Geburtstagsfest zu wissen gibt.

Das sympathische Sextett aus Paris ist längst dabei, sich an größere Bühnen zu gewöhnen, schließlich kommt Begeisterung für die gern als 'happy indie-pop' spielende Band auch von der anderen Seite des Ärmelkanals, mit begeisterten Rezensionen für diese 'exciting rarity' aus der französischen Hauptstadt.

Da sind diese Basslinie, dieses so rhythmische Schlagzeug, die großen Harmonien und, ja, die Frau an den Keyboards. Corinna 'Coco' Krome kommt aus Lüneburg in Deutschland und war - so besagt es jedenfalls die Legende - gerade erst drei Tage lang in Paris, im Rahmen ihres Erasmusstudienprogramms, als sie in einem Park eine Gruppe junger Straßenmusiker traf.

FM4 Acoustic Session mit Yalta Club im April 2016 mit 360 Grad-Video!

Auf Corinnas Frage, ob sie denn eventuell mitspielen könnte, entgegneten die fünf French Men, dass sie eigentlich niemanden brauchen würde. Weil da aber auf Anhieb eine gewisse Sympathie da war, wurde die Piano spielende Corinna Krome aber dann doch eingeladen, zum Proben zu kommen. Das Sextett Yalta Club war geboren.

Corinna Krome steht an den Keyboards bei Yalta Club und singt mit, oder sie greift zur Melodika oder einem anderen Instrument. Instrumente gibt es ja viele bei dieser Band aus Paris mit Wurzeln in der westfranzösischen Stadt Nantes - von der Trompete bis zur Ukulele.

Positive Melancholie

Yalta Club sind beeinflusst von britischem Indiepop, haben aber auch französisches Punk- und Rock-Blut in den Adern, den Afrobeat sowieso und was es alles an Spielarten der "World Music" gibt, die immer wieder gern in den Pop einfließt. Den dänischen Regisseur Lars von Trier und den großen US-Autor Cormack McCarthy geben Yalta Club als weitere Einflüsse auf ihre Musik aus.

Albumcover Yalta Club Frankreich 2017 lehmverschmiertes Männergesicht. Bart, orangebraun.

Soulfood

"Hybris" von Yalta Club

Dass Yalta Club keine reine gute-Laune-Band sind, die perfekt für den hedonistischen Sound einer Party sorgt, ist mit dem neuen Album - dem Nachfolger zum vor vier Jahren erschienen Debüt - noch klarer als zuvor. Einer der neuen Songs, die Single "Love", wurde am Tag nach dem Attentat auf das französische Satire Magazin Charlie Hebdo geschrieben. "Why can´t we just love each other?" fragen Yalta Club im Text vom Song.

Das Persönliche und das Politische

Ihren Idealismus haben sich Yalta Club nach wie vor bewahrt, auch wenn das Melancholische immer wieder übernimmt. In "Holy Kind" singen Yalta Club "I have looked for another world so many times." Nein, gefunden haben sie diese andere Welt bisher nicht wirklich. Dennoch resigniert die Band rund um Sänger Julien Geffriaud nicht und singt im selben Song "I feel fine like I haven´t for a while", oder glaubt im ebenso zart-melancholischen "New Day" an einen, ja, neuen Tag, auch wenn "Something To Remember" eine Ballade fast schon apokalyptischen Ausmaßes ist. Im Stück Exile geht es um die Flüchtlingsthematik.

Das neue Album von Yalta Club mit Songs wie "Holy Kind" gespickt, einem echten kleinen Meisterstück, wunderbar gespielt, samt dieser zarten Akustikgitarre und der noch zarteren Trompete, und herrlich aufgenommen und produziert von Florent Livet, der schon mit französischen Bands wie Phoenix oder Housse De Racket im Studio war und auch etwa beim "Intimacy"-Album von Bloc Party assistierte. Ihm zur Seite stand ein gewisser Pavle Kovacevic, den French-Music-Afficionados vielleicht etwa von seiner Arbeit mit dem Sänger und Songschreiber Sébastien Tellier kennen.

Yalta, oder Jalta, ist eine Stadt am Schwarzen Meer, auf der Halbinsel Krim. Den Namen des Ortes kennt man am ehesten durch die "Konferenz von Jalta", wo im Februar 1945 Roosevelt, Churchill und Stalin die für das besiegte Deutschland geplante Politik festlegten. Während der Konferenz tobte noch der Zweite Weltkrieg. Doch es wurde immer deutlicher, dass das Deutsche Reich den Krieg nicht gewinnen konnte.

Ein weiterer Höhepunkt auf dem neuen Album von Yalta Club ist der Song "Stars", inspiriert von der alten aber immer noch kraftvollen Geschichte des jungen Ikarus, der in der griechischen Mythologie zusammen mit seinem Vater Dädalus der Verbannung auf einer Insel zu entkommen sucht: Mit Flügeln aus echten Federn - zusammengehalten von Bienenwachs - treten Vater und Sohn den Flug an, nicht zu nahe an der Meeresoberfläche, aber auch nicht zu weit oben. Doch dann juckt es Ikarus, und er fliegt höher - bis die Sonne das Wachs seiner Flügel schmilzt und er tödlich abstürzt.

Hybris

Bleibt nur noch, den Titel dieses insgesamt verlockenden Albums zu erwähnen: "Hybris". Dieses Wort klingt schwer und hintergründig, kompliziert, aber eigentlich wieder auch ganz einfach. Hybris steht für den Übermut, den Hochmut gar, die Selbstüberschätzung, die fatal sein, ja, die Welt zertrümmern kann.

It´s the end of the world as we know it, oder zumindest ist man bisweilen geneigt, das so zu sehen oder irgendwie zu spüren. Lasst uns also umso mehr fröhlich sein und tanzen, oder zumindest zart mit den Zehen wippen, wenn uns Yalta Club mit auf ihre Reise nehmen.

Haftungsausschluss

Die ORF.at-Foren sind allgemein zugängliche, offene und demokratische Diskursplattformen. Die Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Wir behalten uns aber vor, Werbung, krass unsachliche, rechtswidrige oder beleidigende Beiträge zu löschen und nötigenfalls User aus der Debatte auszuschließen. Es gelten die Registrierungsbedingungen.