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Musik, Film, Heiteres

Trishes

Beats, Breaks und Tribe Vibes - oder auch: HipHop, Soul und staubige Vinyl-Schätze.

24. 1. 2017 - 17:32

Der Falke in Funk und Fernsehen

Zum Aufwärmen für die Jubiläums-Festspiele der nächsten Wochen: Denkwürdige und rare Aufeinandertreffen von Falco mit Mikrofonen und Kameras.

Am 19. Februar würde Falco seinen 60. Geburts- tag feiern. Die RBMA feiert zu diesem Anlass schon diese Woche unter dem Motto Junge Römer das Leben und Schaffen des Wieners.

Auf FM4 gab es am Mittwoch eine Spezial-Homebase und am Donnerstag wird das legendäre "Tribe Vibes"-Interview von 1996 in voller Länge wiederholt!

Der Mythos Falco lebt bei Weitem nicht von der Musik allein. Einen mindestens genauso wichtigen Anteil daran hatte sicher seine larger than life-Persönlichkeit, das von sich selbst überzeugte und oft süffisante Auftreten und Nixscheißen. Eigentlich zutiefst un-österreichische Charaktereigenschaften, derentwegen er hierzulande auch ordentlich angefeindet wurde. Aber aus heutiger Perspektive war er natürlich ein ziemlich cooler Hund und verkörperte das Wort Swag, noch bevor sich die Eltern von dessen heutigen Protagonist_innen überhaupt kennengelernt hatten.

Falco in Lederjacke vor Sonnenuntergang

APA/EMI

Besonders gut kommt Falcos Persönlichkeit in ihren unterschiedlichen Ausprägungen und ihrer Gestik klarerweise in Fernsehinterviews zum Tragen. Egal, ob er sich in einer norddeutschen Diskussionsrunde in einen Strudel redet, mit dem jungen G-Funk Era Stefan Raab witzelt oder sich in schwerer Achtziger-Panier mit Thomas Gottschalk über den "Amadeus"-Erfolg in den USA unterhält. Von beiderseitigem Respekt und ähnlichem Humor (inklusive der einen oder anderen Herrenwitzelei) gekennzeichnet sind aber vor allem seine beiden Auftritte bei Harald Schmidt:

Von Missverständnissen geprägt ist hingegen die Diskussion über das Verhältnis von Falco zum HipHop. Er hat zwar einen der ersten deutschsprachigen Rapsongs veröffentlicht (und war dabei wesentlich tighter unterwegs als z.B. oben erwähnter Gottschalk), fühlte sich der originär afroamerikanischen Kultur aber nicht zugehörig. Werner Geier argumentierte in seinem Nachruf zwar, Falco wäre HipHop im original amerikanischen Sinn gewesen, der Mann selbst hatte ihm aber keine zwei Jahre davor das entgegnet:

Falco über sein Verhältnis zum HipHop

Im Rahmen desselben FM4 Tribe Vibes-Interviews (das übrigens kommenden Donnerstagabend in voller Länge wiederholt wird) erzählte der Falke auch eine Schnurre aus den frühen Neunzigern: Da wurde er am Rande des White Nights Festivals in St. Petersburg etwas überraschend von den "Yo! MTV Raps"-Hosts Ed Lover und Dr. Dre interviewt.

Falco über sein "Yo! MTV Raps" Interview

Mit solchen Informationen im Hinterkopf ist dieses etwas bizarre Live-Interview auf jeden Fall um einiges unterhaltsamer:

Apropos bizarr: Anfang der Achtziger Jahre rollte ja auch die Aerobic-Welle um die Welt, und was Jane Fonda den USA war, durfte bei uns Falco darstellen. Im Jahr 1982 lieferte er im Ö3 Wecker regelmäßig Bewegungsanleitungen zu funky Hintergrundmusik - inklusive dem 'The Message' Instrumental von Grandmaster Flash & The Furious 5, das er berühmterweise auch be"rappt" hat.

Noch besser wäre das eigentlich nur mit zugehörigem Fernsehbild - und voilà, auch das hielt irgendjemand 1982 für eine fantastische Idee:

Wenn man schon über Falco und die Achtziger Jahre spricht, dann sollte auch der eine Moment vorkommen, der für die Außenwelt viel verändert hat. Für Falco selbst wirkte er nach eigenen Angaben aber eher einschüchternd: Die Nummer 1 in Ameriga!

Casey Kasem sagt 'Amadeus' als neue Nummer 1 der US-Charts an

Zum Abschluss noch ein Fundstück, dass für uns FM4-ler doppelt lustig ist: Der heutige Chefredakteur Martin Pieper interviewte Falco 1992 für die Reihe "Damals war ich 14" der Ö3-Sendung "Zick Zack". In dem Interview geht es um sein erstes Mal ("sehr medizinisch... eher Doktorspiel!"), aber auch um die musikalischen Anfänge:

Falco über seine musikalischen Anfänge (Ö3 Zickzack 'Damals war ich 14')

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