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Musik, Film, Heiteres

Robert Glashüttner

Videospielkultur, digital geprägte Lebenswelten.

28. 1. 2017 - 14:46

Wonder Woman in blond

Die charmante Superheldin Kat manipuliert bestens gelaunt die Schwerkraft. "Gravity Rush 2" ist ein märchenhaftes japanisches Action-Game im Comic-Look.

Sie zieht uns ständig zu Boden und doch ist leben ohne sie nicht möglich. Die Schwerkraft ist eine Konstante für uns alle, aber manchmal wäre es trotzdem schön, wenn wir sie mal eine Zeit lang hinter uns lassen könnten. Weil sich aber die wenigsten von uns eine Reise in den Weltraum leisten können, fantasieren wir uns das Überwinden der Gravitation eben in guten Geschichten herbei. Zum Beispiel in der des aktuellen Videospiels "Gravity Rush 2", wo wir in die Rolle einer jungen Martial-Arts-Kämpferin schlüpfen, die per Knopfdruck Frau über die Schwerkraft wird.

Das originale "Gravity Rush" ist 2012 exklusiv für die tragbare, mittlerweile weitgehend obsolete Playstation Vita erschienen, vor einem Jahr aber schließlich für die PS4 portiert worden.

"Gravity Rush 2" beginnt aber erst mal alles andere als leichtfüßig. Wir übernehmen die Rolle eines Minenarbeiters in klobigem Schutzanzug, der auf einer Plattform in die Tiefe gelassen wird. Unten angekommen, stapfen wir mit einem Kollegen in Richtung der Kristalle, die wir abbauen müssen. Doch noch bevor wir beginnen können, zieht ein Gravitationssturm auf. Um schneller flüchten zu können, ziehen wir den Schutzanzug aus. Aus der gesichtslosen Figur wird eine junge Frau, die aber jetzt um ihr Leben rennen muss, bevor der Schacht zusammenstürzt.

Kat aus "Gravity Rush 2"

Sony Computer Entertainment

Links und rechts, rauf und runter

Die Frau heißt Kat und den Minenarbeitern ist sie beigetreten nachdem sie ihre Superkraft verloren hat. Genauer gesagt hat sie ihre Zauberkatze verloren, mit der sie zum Gravity Shifter wurde. Doch nun sind wir in Teil 2 der Schwerkraftüberwindungsspieleserie angekommen und so finden wir Dusty, die Katze, natürlich bald wieder.

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Dank Dusty verteilt sich die Action in alle Richtungen: Per Knopfdruck können wir in der Luft schweben und mit einem weiteren Knopfdruck in eine beliebige Richtung fliegen. Zusätzlich dazu können wir Gegenstände um uns herum schweben lassen und sie schleudern. Kräftige Tritte kann Kat auch verteilen. Später erlernt sie auch die speziellen Gravitationstricks "Jupiter Style" und "Lunar Style". Mit dem einen kann sie schwer werden und in Gegner krachen, mit dem anderen sich nahezu schwerelos teleportieren.

Ein amüsanter Promotion-Kurzfilm mit zwei jungen Frauen und einem Kätzchen, das sich den üblichen Restriktionen der Gravitation nicht beugt.

"Gravity Rush 2" ist ein grelles, japanisches Videospiel: farbenfroh, überdreht, fantasievoll. Alles ist in einem schicken Comicstil dargestellt und die Story wird auch größtenteils über Comicpanels erzählt. Kat ist eine Art blonde Wonder Woman, die trotz ihrer Superkräfte sehr bescheiden und hilfsbereit bleibt. Sie gibt ihren Minenarbeiterjob nicht auf und kümmert sich auch um die kleinen Anliegen ihrer Freunde – etwa, wenn der verträumten Gänsemagd die Tiere auskommen und wieder eingesammelt werden müssen.

Kat aus "Gravity Rush 2" schwebt in der Luft.

Sony Computer Entertainment

Schwerkraft remixed

"Gravity Rush 2" ist exklusiv für Playstation 4 erschienen.

Die Gravitation zu manipulieren und durch alle Ebenen und Richtungen zu springen, hechten und fliegen, macht Spaß. Kat steuert sich dynamisch und einsteigerfreundlich, nur die schnellen Bewegungen und Drehungen sorgen manchmal kurz für etwas Konfusion. Unsere Gegner sind die sogenannten Nevi. Diese bizarren, schwarzen Schleimmonster mit großen Augen kommen in unterschiedlichen Formen und Größen, können aber ein paar beherzten Sprüngen und Tritten von Kat nichts entgegensetzen.

"Gravity Rush 2" ist ein gut gelauntes, visuell ansprechendes und spielerisch leichtfüßiges, märchenhaftes Action-Game. Es ist eine wohltuende Abwechslung zu den zahlreichen japanischen Strategie- und Rollenspielen, die zwar in vielen Fällen empfehlenswert sind, aber viel Spielzeit einfordern. Das sympathische Schwerkraftabenteuer braucht keine lange Einspielphase, weshalb es sich auch gut zu mehrt spielen lässt. Einfach mal das Gamepad weiterreichen!

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