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Musik, Film, Heiteres

Christoph Sepin

Pixel, Post-Punk, Psychedelia und sonstige Ableger der Popkultur

28. 2. 2017 - 14:40

Auf der Suche nach der Challenge

Ein unveröffentlichtes Akira Kurosawa-Skript wird als Spiel neugeboren: "Nioh" ist herausfordernde Action-Strategie für Fans der alten Spieleschule.

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Es gibt Spiele, die wirken auf den ersten Blick unmöglich zu bewältigen. Gigantische Monstren stellen sich in den Weg, Fallen lauern hinter jeder Ecke und wird man dann einmal von den Gegnern besiegt, muss man wieder ganz am Anfang des Levels anfangen. "Nioh" scheint auf den ersten Blick so ein Spiel zu sein. Eines der großen Herausforderungen und unbesiegbaren Widersacher. Dabei zeigt das Action-Rollenspiel - wie schon der mittlerweile als Kult gefeierte Titel "Dark Souls" - einfach nur einen anderen Zugang zum Konzept des Videospielens. Und ist damit für alle, die die notwendige Geduld mitbringen, eines der besten und belohnensten Spielerlebnisse.

Nioh

Koei Tecmo

Vor über zehn Jahren hat der japanische Videospielentwickler Team Ninja mit der Arbeit an "Nioh" begonnen. Ursprünglich basierte das Spiel auf einem Skript des Filmemachers Akira Kurosawa, über die Zeit bewegte sich das Projekt aber immer weiter von der ursprünglichen Story weg.

"Was wäre wenn?", das ist eine zentrale Frage, mit der sich "Nioh" in seiner Geschichte, die historische Elemente mit Fantasy-Einflüssen vermischt, sehr gerne beschäftigt. Was wäre, wenn es Magie geben würde, Geister und mystische Parallelwelten? Wenn ein magisches Element namens Amrita existieren würde, das seinem Besitzer übernatürliche Kräfte verleiht? Und was wäre wenn im Jahr 1600 Queen Elizabeth I. auf der Suche nach genau diesem Element ist, um den entscheidenden Sieg über Spanien zu erringen? Und ein einsamer irischer Samurai namens William sich plötzlich inmitten dieser Verirrungen wiederfindet.

Nioh

Koei Tecmo

"Nioh" ist ein Spiel der alten Schule, das auf übertriebenes Händehalten verzichtet. So wie das eben früher war, bevor Videospiele immer mehr zu Experiences wurden, mit langen ausgedehnten Zwischensequenzen und Spielmomenten, die durch einige wenige Knopfdrücke zu bewältigen sind. Als William ist man im Spiel großteils auf sich allein gestellt, muss Ausrüstung sammeln, Fertigkeiten hochleveln und damit immer schwieriger werdende Widersacher besiegen. Und das braucht schon einmal ein paar Anläufe.


Der Fokus liegt in "Nioh" ganz klar auf dem Kampfsystem: Verschiedenste Waffen, vom Bogen zum Schwert zur Axt, können auf verschiedenste Arten geführt und schlussendlich gemeistert werden. Jede Waffe führt sich komplett anders, hat Vorteile und Nachteile, die erst erlernt werden müssen. "Nioh" ist ein Spiel der Wiederholungen, in dem man oft besiegt wird und Levels einige Male wiederholt werden müssen, trotzdem zieht es einen immer wieder zurück in seinen Bann.

Denn was frustrierend klingen mag, bringt die Langzeitfaszination in das Spiel. Jede gegnerische Bewegung muss erst erlernt und Strategien müssen entwickelt werden, um das nächste scheinbar unmöglich zu bewältigende Geisterwesen doch noch zu besiegen. Und damit erreicht jede Auseinandersetzung Bedeutung und jeder bestandene Kampf ist ein Erfolgserlebnis. Fordernd, aber fair, schwierig, aber trotzdem durchgehend unterhaltsam: "Nioh" ist ein Spiel für Nostalgiker, für Menschen, die frühere Videospielzeiten vermissen und wieder einmal so richtig herausgefordert werden wollen.

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