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Burstup

Physische Welt, virtuelle Realität. Politik und Kultur.

11. 3. 2017 - 11:49

Mit Soundboxing im Rhythmus bleiben

Musik hören wird zum körperlichen Erlebnis in Virtual Reality. Dazu hat „Soundboxing“ auch noch eine kreative Komponente.

Ich stehe auf einer retrofuturistischen Plattform, die aus dem Kinofilm „Tron“ stammen könnte. Über mir der virtuelle Sternenhimmel. 10 Meter vor mir eine große Leinwand, die in der Luft schwebt. Mit den Händen, in denen ich kabellose Motioncontroller (Oculus Touch oder Vive Wands) halte, kann ich einen Lichtstahl auf verschiedene Menüs lenken. Ich wähle „Popular“ und sofort schwebt eine Liste beliebter Songs, "Challenges" genannt. Viele davon sind japanische J-Pop-Songs. und ich wähle einen davon aus:

Im Rhythmus kommen Kugeln in zwei Farben auf mich zu: Gelbe müssen mit der linken Hand geboxt werden, rote mit der rechten. Sie kommen auf Schienen, aber in wechselnden Positionen: oben rechts, unten links, Farben seitlich vertauscht – ich komme schnell ins Schwitzen. Weil jeder Schlag auf eine Kugel durch Vibration haptisches Feedback in der Hand erzeugt, und sich das „Sounds boxen“ gut anfühlt, will ich unbedingt im Flow bleiben. Das ist gar nicht so einfach, wenn es sich bei der gewählten Musik um ein Jazz-Stück handelt:

Die Basis der Songs ist der unerschöpfliche Fundus an Musikvideos auf Youtube. Ich klicke den Search-Button und gebe ein: „Public Enemy - Fight The Power“. Das Spiel findet das entsprechende Video. Es ist allerdings noch keine Challenge im Game – und hier besteht auch der größte Unterschied zum Konkurrenzspiel Audio Shield, in dem neue Levels zu Videos automatisiert erstellt werden. In Soundboxing hingegen legt man eine Challenge selbst an, indem man einfach frei nach Lust und Launa zum Spiel „soundboxt“ und tanzt, während die Bewegungen für alle aufgezeichnet werden. Das Erstellen von Challenges macht Spaß. Es hat allerdings auch einen Nachteil: Einige Challenges sind wirklich schlecht, sodass man sich fragt, ob Menschen ohne jegliches Rhythmusgefühl am Werk waren.

Der Vollständigkeit halber hier auch das Video des vorhin erwähnten, zeitlosen P.E.-Songs, allerdings ohne Soundboxing-Gameplay:

Die Möglichkeit, Challenges selbst zu erstellen, gehört für mich trotz gelegentlicher Katastrophen bei der Umsetzung zu den Highlights von Soundboxing. Hat man eine Challenge produziert, die vielen anderen Spielern gefällt, sieht man das an den „Likes“, die sie erhält. So kann die eigene Schöpfung auch in die „Popular“-Kategorie aufsteigen. Es geht dann nicht nur um die schnöde Jagd nach dem Highscore, sondern auch darum, die bestmögliche Challenge zu erstellen. „Fight The Power“ habe ich deshalb an diesem Abend circa zehn mal „soundgeboxt“, bis ich zufrieden war. Jetzt macht mir das nach, ihr VR-Headset-Besitzer!

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