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FM4 Doppelzimmer am Ostermontag

Verena Winiwarter hat laut Selbstauskunft todlangweilige Hobbys. Die Umwelthistorikerin, die im Sinne des Klimaschutzes Nationalstaaten abschaffen und eine Maschinensteuer einführen möchte, liest gerne Gedichte. Und sie fordert auch ihre Studentinnen und Studenten von der Fakultät für Umweltgeschichte in Klagenfurt dazu auf, sich der Poesie zu widmen.

von Elisabeth Scharang

„Auch in der Wissenschaft geht es darum, eine Geschichte zu schreiben, die jemand lesen will.“ Und so beschreibt Verena Winiwarter die ganz großen Zusammenhänge in klaren Worten und Bildern, die einem die Augen öffnen.

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Verena Winiwarter im Funkhaus mit Elisabeth Scharang

FM4 / Pamela Rußmann

Über Verena Winiwarter

Verena Winiwarter ist Österreichs „Wissenschafterin des Jahres 2013“.

Die gebürtige Wienerin hält die derzeit einzige Professur für Umweltgeschichte. Sie lehrt an der Alpen-Adria-Uni in Klagenfurt und ist maßgeblich daran beteiligt, dass es eine wissenschaftliche Basis für die Umweltgeschichte Österreichs gibt und dass Umweltgeschichte Teil des Schulunterrichts geworden ist.

Leseempfehlung: „Geschichte unserer Umwelt. Sechzig Reisen durch die Zeit“. Was können wir aus der Geschichte unserer Umwelt für eine nachhaltigere Zukunft lernen? Es geht von Fukushima bis zu den verborgenen Gärten der Osterinsel.

Es gibt keinen Umweltschutz ohne Friedenspolitik. „Der Zugang zu Ressourcen ist Grundlage zu Macht“, schreibt Verena Winiwarter in ihrem Buch „Geschichte der Umwelt“. Die Wissenschafterin bezieht zu weltpolitischen Themen Stellung, weil die Ökologie nicht von der Ökonomie zu trennen ist. Umso absurder scheinen mir aktuelle Diskussionen am politischen Parkett, wenn es um die Rettung von Arbeitsplätzen geht und um Mülltrennung und die Errichtung neuer Schilifte. Was das miteinander zu tun hat? Alles. Verena Winiwarter zieht den Vergleich von Schipiste und Fabrik. Sie beschreibt den Wintertourismus als Industrielandschaft. Und sie kritisiert unser „Umweltbewusstsein“. Denn das Mülltrennen verschleiere die notwendige Forderung nach einer ökologischen Ökonomie, die die Antworten auf eine digitalisierte Welt geben muss.

„Keine Zinsen, eine Maschinensteuer, eine Energiesteuer, runter mit der Lohnsteuer und Nationalstaaten abschaffen; das ist ohnedies eine neue Erfindung, die es vor 300 Jahren nicht gab“, ergänzt die Umwelthistorikerin. „Naturschutz im herkömmlichen Sinn reicht nicht, um die anstehenden ökologischen Herausforderungen zu lösen.“

Wir retten Banken. Wir setzen auf Atomkraft. Wir digitalisieren die Welt und überlegen nicht, was aus den vielen Menschen wird, die dadurch keine Arbeit mehr haben. Wir schaffen uns also selbst ab.

Verena Winiwarter ist tatsächlich die Person, der ich das gesamte „Der Mensch ist das Problem“-Paket auf den Tisch legen kann und sie hat auch noch Antworten für mich. Zu hören im FM4 Doppelzimmer am Ostermontag von 13 bis 15 Uhr und gleich nach der Sendung für sieben Tage im FM4 Player.

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