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Hannah Lutz, Spitzenkandidatin des VSSTÖ

VSStÖ / Domnanovich, Mahmoud

Öh-wahl

Der VSSTÖ „kämpft für den freien Hochschulzugang“

Der Verband Sozialistischer Student_innen, kurz VSSTÖ, ist die älteste Studierendenbewegung Österreichs. Spitzenkandidatin Hannah Lutz setzt auf altbewährte Themen.

von Michael Fiedler

Der Verband Sozialistischer Student_innen wird in ÖH-Kreisen gerne auch „Faust“ genannt. Er ist eine offizielle Vorfeldorganisation der SPÖ, wird also von den Sozialdemokraten unterstützt und hat auch Mitspracherecht beim Bundesparteitag.

Besonders gut verstehen sich Bundespartei und Studentenorganisation aber nicht, sagt auch die VSSTÖ-Spitzenkandidatin Hannah Lutz: „Wir haben gerade mehr Probleme mit der SPÖ als Gemeinsamkeiten. Nichtsdestotrotz versuchen wir aber, unsere Themen so gut wie möglich einzubringen und in den Vordergrund zu stellen.“

Die Spitzenkandidatin

Hannah Lutz, 21 Jahre alt, studiert Jus am Juridikum Wien.
Ein dezidiertes politisches Vorbild hat sie nicht.
Als Wissenschaftsministerin würde sie dafür sorgen, dass alle, die studieren möchten, das auch können - unabhängig von finanzieller Situation und Bildungsbackground.

Seit 1893 gibt es die sozialistische Studierendenbewegung unter verschiedenen Namen, die während des Austrofaschismus und der Nazizeit verboten waren. Auch in den Hochzeiten der Sozialdemokratie in der Zweiten Republik war das Verhältnis des VSSTÖ zur Mutterpartei nie ganz harmonisch. Als sich die SPÖ 1991 von Sozialistische in Sozialdemokratische Partei Österreichs umbenannt hat, ist der VSSTÖ nicht mitgezogen.

Anfang 2007 ist dann Schluss mit Freundschaft: Die SPÖ unter Alfred Gusenbauer bricht ihr Wahlversprechen, die von Schwarz-Blau eingeführten Studiengebühren wieder abzuschaffen. Die damalige ÖH-Vorsitzende Barbara Blaha und VSSTÖ-Vorsitzende Sylvia Kuba treten öffentlichkeitswirksam aus der SPÖ aus:

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Freier Hochschulzugang für alle

Bis heute ist der Freie Hochschulzugang eine der großen Forderungen des VSSTÖ und neben leistbaren Öffis und einer Erhöhung der Studienbeihilfe eins der drei Themengebiete, auf die sich der VSSTÖ in diesem Wahlkampf konzentriert: „Der Freie Hochschulzugang ist das einzige Mittel, das garantieren kann, dass der Bildungsbackground der Eltern bzw. der finanzielle Hintergrund von angehenden Studierenden nicht darüber entscheidet, ob sie ein Studium beginnen können oder nicht.“ sagt Hannah Lutz.

Der VSSTÖ hat 2015 bei der ÖH-Wahl 15,0 Prozent der Stimmen bekommen und damit 8 Mandate in der Bundesvertretung.

Online findest du ihn unter vsstö.at, auf Twitter als @der_vsstoe und auf Facebook

Es ist aber auch einer von vielen Punkten, die der VSSTÖ mit den GRAS, den Grünen und alternativen Studierenden, gemeinsam hat. Und wann immer die sozialistischen Studierenden bisher auf ÖH-Bundesebene eine Koalition eingegangen ist, waren die GRAS daran beteiligt.

Momentan befindet sich der VSSTÖ in einer Koalition mit den Fachschaftslisten Österreichs (FLÖ), der Fraktion Engagierter Studierender (FEST), und eben den GRAS. Der Wunsch nach einer linken und basisorientierten Koalition durchzieht das vergangene Jahrzehnt VSSTÖ: Die Ideen und Forderungen sind seit Schwarz-Blau und dem Beginn des Bologna-Prozesses gleich oder zumindest ähnlich geblieben. Seit damals haben die Verschulung der Hochschulen, die Zugangsbeschränkungen und der Druck auf Studierende, möglichst schnell ein wirtschaftlich möglichst gut verwertbares Studium abzuschließen, massiv zugenommen. Die politische Arbeit der ÖH-Exekutive lässt sich in diesem Umfeld als Kampf gegen Windmühlen oder als Kampf David gegen Goliath interpretieren.

Wo ist der Unterschied zu den GRAS?

Die ÖH-Wahlen auf FM4

Wir begleiten die ÖH Wahl 2017 hier auf FM4.

wahl2017.oeh.ac.at: Die offizielle Seite der ÖH mit allen Infos zur Wahl.

Die große Frage für potentielle WählerInnen des VSSTÖ ist also: Worin unterscheidet sich die Fraktion eigentlich von den GRAS? Hannah Lutz: „In den Ideen und Ansätzen sind wir uns sehr ähnlich und können auch viele Ideen gemeinsam umsetzen. Wenn man sich aber die Projekte anschaut, die tatsächlich umgesetzt werden, dann sind das meistens Projekte des VSSTÖ, weil wir die Dinge meistens einen Schritt weiter denken.“

Mal sehen, ob die GRAS nach der Ansage noch für eine Koalition zur Verfügung stehen - und vor allem: ob sich eine linke Exekutive diesmal wieder ausgeht. Denn neben dem Wegfall der FEST, die heuer gar nicht antreten, gibt es ja auch innerhalb der Grünen Quereleien um die Studierendenorganisationen. An den Mehrheitsverhältnissen könnte sich also einiges ändern.

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