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Gerlinde Egger / Radio FM4

wortlaut

Wortlaut als Booster

David Fuchs hat 2016 Wortlaut, den FM4 Kurzgeschichtenwettbewerb gewonnen. Das hat seinem Schreiben einen „Boost“ gegeben und hilft über kritische Phasen.

Von Zita Bereuter

Vor Wortlaut

David Fuchs ist Onkologe – also Arzt für Krebserkrankungen. Das Fach hat er gewählt, weil er sich gern mit Patienten über längere Zeit beschäftigen wollte. „Laufkundschaft hat mir nie gefallen.“ Als Onkologe kann er eine engere und tiefere Verbindung mit den Patienten aufbauen. „Und es ist einfach schön, wenn man jemanden über Monate oder Jahre immer wieder sieht und betreut.“ Und außerdem „ist es rein medizinisch ein intellektuell sehr anspruchsvolles Fach. Das mag ich auch.“

Mit der Kurzgeschichte „Fingerfallen“ gewinnt David Fuchs 2016 Wortlaut.
Darin erzählt er von den beiden Schulkollegen Ben und Ambros, die sich bei einer Klassenfahrt nach Rom näher kommen.

„Verdichten und Verknappen“ - Portrait von David Fuchs 2016

Anspruchsvoll in die Tiefe gehen – das trifft auf das Denken und Arbeiten von David Fuchs zu. Und wohl auch auf sein Schreiben. Denn das ist seine große Leidenschaft. Lange waren es Gedichte. Dann hat er die Leondinger Schreibakademie besucht, ein Arbeitsstipendium des Landes Oberösterreich erhalten und an einem längeren Text um die Figuren Ben und Ambros begonnen.
Über die beiden hat er auch die Kurzgeschichte „Fingerfallen“ geschrieben, mit der er im Vorjahr Wortlaut, den FM4 Kurzgeschichtenwettbewerb, gewonnen hat.

Nach Wortlaut

„Der Sieg bei Wortlaut hat meinem Schreiben einen ziemlichen Boost gegeben.“ Abgesehen von der Riesenmotivation hat David Fuchs einige Texte in verschiedenen Literaturzeitschriften veröffentlichen können. „Das läuft sehr gut. Es hat sich eine Agentur und ein Verlag gemeldet.“

Die wird er bald brauchen können, denn David Fuchs hat seinen ersten Roman um Ben und Ambros beinahe fertig. Auch die Geschichte „Fingerfallen“ ist darin eingeflossen. Mehr oder weniger täglich schreibe er an seinem Roman - daneben nur „Arztbriefe und Unterschriften“.

Die Zeit zum Schreiben ist immer noch rar und David Fuchs schafft sich diese in freien Minuten – im Bus, oder wann immer sich 20- Minuten-Fenster auftun. Von seiner Frau hat er ein großartiges Weihnachtsgeschenk bekommen: „Einen Platz in einem Coworkingspace – also in einem Mietbüro zusammen mit der Zeit, die dazu gehört. Da verbringe ich jetzt einiges an Zeit und kann dort schreiben.“

Das Schreiben selbst fällt ihm durch den Wortlautgewinn leichter. Es habe ihm sehr geholfen, zu erkennen „Das, was ich schreibe, das gefällt wem und das interessiert wen.“ Bei jedem Text habe er irgendwann beim Schreiben kritische Phasen. „Wo ich mir denke: ‚Das ist alles ein totaler Scheiß. Das sollte ich alles löschen‘. Da kann ich leichter die Kurve kriegen. Also dieser Beweis, dass ich es grundsätzlich kann, war schon sehr gut.“

Wortlaut 2017
Thema: GRELL
Einsendeschluss: 7.5.

David Fuchs zu GRELL: „Das einzig grelle Ding, das ich im Beruf habe, ist die Lampe, mit der man in die Augen anderer Menschen leuchtet. Aber nachdem ich immer nur am nicht hellen Ende der Lampe bin, fühlt es sich für mich nicht grell an.“

Wortlautjury

Heuer ist David Fuchs in der Wortlautjury. Eine gute Kurzgeschichte braucht für ihn einen Einstieg, der ihn fesselt. „Der mich dazu veranlasst, dass ich mich in den Text vergrabe und weiterlese. Und dann mag ich eine konzentrierte, fokussierte und schöne Sprache sehr. Das kann auch über einen etwas holprigen Einstieg hinweghelfen.“

Also besser kurz und knapp und wichtig ist auch das Ende der Kurzgeschichte: „Ein nicht unbedingt überraschendes aber rundes Ende, das der Geschichte wirklich einen Abschluss gibt, finde ich sehr wichtig. Und ich weiß, wie schwierig das ist, weil das ist der Teil vom Text, mit dem ich selber die größten Probleme habe. Aber nichts desto trotz – da muss man durch.“

Aktuell:

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