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Millionenshow

ORF / Thomas Jantzen

Der Wisser

Der Autor und Musiker Daniel Wisser in der Millionenshow.

von Zita Bereuter

Daniel Wisser, Musiker beim Ersten Wiener Heimorgelorchester und Autor, wollte einen Roman über einen Mann schreiben, der sich bei einem Casting anmeldet. „Ich hab ein bisschen daran geschrieben und bin dann draufgekommen – eigentlich weiß ich gar nicht, wie es jemandem geht und was da alles passiert.“

Das will er bei der Millionenshow rausfinden. Er mag die Sendung und schaut sie regelmäßig. „Ich finde sie spannend und die Dynamik gefällt mir sehr gut.“

Daniel Wisser ist Autor - im Frühjahr erschien der Roman „Löwen in der Einöde“ und Musiker beim Ersten Wiener Heimorgelorchester.

Vor zwei Jahren bewirbt er sich das erste Mal bei der Millionenshow, wird aber nur einmal angerufen und dann nicht mehr weiter kontaktiert. Heuer im Jänner ärgert er sich über das schlechte Abschneiden eines Kandidaten und meldet sich kurzerhand über das Webformular an.

Soviel ist ihm schon vorher klar: „Mit Wissen oder sehr intelligent sein hat das alles nichts zu tun. Das ist ein Irrweg.“

Es würde auch nichts bringen, sich in ein Gebiet einzulesen und etwa alle Herrscher der Hohenstaufer auswendig zu lernen. „Es geht einfach nicht in dem Umfang. Es ist immer ein Zufall, ob man in dieser einen Frage irgendwie die Möglichkeit hat, in die Nähe der richtigen Antwort zu kommen. Ich glaube nicht, dass besonders intelligente oder besonders gebildete Menschen da besser abschneiden.“

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A: Bodyguard
B: American Beauty
C: Footloose
D: French Kiss

richtige Antwort: ABCD

Die Auswahlrunde

„Mir war klar, dass ich die richtigen Antworten weiß, weil ich bei Film nicht so schlecht bin.“ Aus dem Augenwinkel sieht er, dass die anderen schon fertig sind. „Ich wusste dann nur, ich kann nichts anders mehr machen als die richtige Antwort geben. Die noch dazu ABCD war, was mich auch kurz verunsichert hat.“ Er ist der Einzige, der richtig antwortet.

„Der Moment der größten Überraschung und des größten Glücks ist der, wo man diese Auswahlaufgabe schafft und in die Mitte kommt.“ Da sei schon mal sehr viel Glück notwendig. „Also vier Ärzteserien und ich weiß gar nichts. Allein dort in der Mitte zu sein ist schon 9/10 vom Gewinn.“

Nomen est Nomen

Armin Assingers Witze über den Nachnamen Wisser hat er schon in der Schule gehört. „Nomen est Nomen“ erklärt Daniel Wisser. Der Name ist einfach ein Name - kein Zeichen.

Die ersten fünf Fragen sind mehr oder weniger Scherzfragen. „Aber es gibt immer wieder den Fall, dass man ein Sprichwort oder eine Ausdrucksweise nicht kennt und dann so ein bisschen hängt.“ Das passiere immer wieder und davor habe er auch ein bisschen Angst gehabt. „Meine größte Angst war aber eine Frage aus der Literatur nicht beantworten zu können.“

Erst mal ein Schluck Wasser

Um nicht die Konzentration zu verlieren und „von der Situation weggetragen zu werden“, will Daniel Wisser irgendetwas ganz Bewusstes machen. „Und nachdem da nichts ist außer diesem Wasserglas, hab ich immer für mich beschlossen, noch einmal kurz einen Schluck zu nehmen und zu überlegen: Passt das eh oder hab ich was übersehen?“

Und so denkt und trinkt er sich von einer Frage zur nächsten. Die Joker verbraucht er ungeplant viel zu früh. „Das was hinter einem liegt muss man wirklich sofort wieder hinter sich lassen. Wenn man zb blöd einen Joker verbraucht. Was auch immer passiert – man muss einfach auf das nächste schauen.“

Eingige Antworten findet er durch das Ausschließungsprinzip. „Also ich hätte nicht mit Blut unterschrieben, dass ich das weiß. Ich war relativ sicher, aber es war schon ein bisschen Risiko dabei.“
Andere weiß er, weil er zufällig zu dem Thema mal was recherchiert hat.

Plötzlich ist auch die 300.000 Euro Frage beantwortet und er denkt sich: „Puh – jetzt kommt die letzte Frage, oder? Wenn ich die auch weiß, dann kommt keine mehr.“ Das ist auch der Moment, in dem er sich seiner Situation bewusst wird - als Teilnehmer bei der Millionenshow. Aber „Ich hab keine Zeit für diese Reflexion gehabt."  Schnell ein Schluck Wasser.

Die Millionenfrage

"Auf welchem Gebiet gab es bei den Olympischen Spielen zwischen 1912 und 1948 Wettbewerbe?"
A: Kochen
B: Schach
C: Angeln
D: Kunst
 
„Heißt das wirklich „Gebiet“? Ich hatte „Disziplin“ im Kopf. So oder so. „Mir war klar, dass es alles sein kann.“ Erst vor kurzem habe er von absurden  Wettbewerben  gelesen. „Ich hab recherchiert über einen Mann, der im Tauziehen Olympiasieger war - vor dem ersten Weltkrieg. Also warum auch nicht Schach? Oder Angeln? Oder Kochen?“

Wirklich „Gebiet?“  „Aber gut – nachher, oder wenn man zu Hause sitz, weiß man immer alles besser. Das ist der Witz daran.“

Raten wäre ihm dann doch zu riskant gewesen. „Also 3:1 bei einer Million.“ Und 500 Euro oder 300.000 Euro. „Ich hab ganz schnell die Entscheidung gefällt, dass ich doch aufhöre.“ Schließlich habe er nie mit so einer Summe gerechnet.

Millionenshow

ORF / Thomas Jantzen

Die Hälfte des Gewinnes wird verschenkt

Das wäre bei jeder Gewinnsumme so gewesen. „Man mag das für esoterisch halten. Aber in meinem Leben war das so: Wenn ich irgendwas gebraucht habe, hat mir das irgendwer auch gegeben. Und ich finde, wenn man etwas hat, dass man es auch gibt. Das ist so die Idee dahinter.“

Also wird er die Hälfte der Summe verschenken - in der Familie und an bestimmte nicht konfessionelle Hilfsprojekte.

„Das war mir immer klar und diese ganze Summe ist ein Glück und ein Geschenk und man konnte gar nicht damit rechnen. Und wenn ich da jetzt draufsitze wie ein Pfennigfuchser – das ist die falsche Haltung.“

Er wird die Summe eher wie ein Stipendium behandeln und sie sich selber in kleinen Schritten auszahlen. „Weil für mich gibt es nichts Größeres, als dass ich mich jetzt für viele Jahre dem Schreiben widmen kann.“ Ein enormer Druck würde für ihn dadurch wegfallen. „Wenn man es sich gut einteilt - und ich leb ja relativ bescheiden – dann kann man damit schon eine Zeit lang auskommen. Und es hat mein Leben verändert, indem ich mich auf die Literatur konzentrieren kann, aber es wird mein Leben nicht so verändern, dass ich plötzlich einen anderen Lebensstil pflegen kann.“

Einzig das Medienecho hat ihn gewundert, wird die Millionenfrage ja nicht so häufig gestellt (21 Mal in den 18 Sendejahren).

Eigentlich sei vor kurzem sein Roman erschienen und „jetzt überstrahlt der Millionenshowteilnehmer da in den Medien den Literaten.“  Wie auch immer - er bereue jedenfalls nichts. „Aber ist natürlich auch was anders und es wird ja auch eine andere Halbwertszeit haben. Die Millionenshow geht weiter und bald kümmert man sich auch richtigerweise um andere Kandidaten.“

Bleibt das Warten auf seinen Text von dem Mann, der bei einem Casting mitgemacht hat.

Zum Mitraten: Hier sind die Fragen.

(Die Antworten sind ganz unten)

1 - 100 Euro: Springen und Klatschen heißt es im Turnunterricht ...?
A: bei der Marionettenpuppe
B: beim Hampelmann
C: beim Stehaufmännchen
D: bei der Kasperlfigur

2 - 200 Euro: Brauchtumsbedingt werden jeden Mai in Österreich viele ...?
A: Sträucher entwendet
B: Zimmerpflanzen stibitzt
C: Schnittblumen entführt
D: Bäume gestohlen

3 - 300 Euro: Früher sprach man im Volksmund gern vom "Indischen Klo“ - die Toilette befand sich nämlich jenseits des ...?
A: Nils
B: Rheins
C: Mississippi
D: Ganges

4 - 400 Euro: Wofür steht das Label „A+++“ bei Waschmaschinen?
A: Energieeffizienz
B: Schleuderdrehzahl
C: Fassungsvermögen
D: Maschinengröße

5 - 500 Euro: Welches beliebte Gebäck sieht aus wie ein kleiner flacher Brotlaib?
A: Pongerl
B: Vinschgerl
C: Pinzgerl
D: Flachgerl

6 - 1.000 Euro: Wessen Karriere hat Günter Bresnik maßgeblich gefördert?
A: Thomas Glavinic
B: Birgit Minichmayr
C: Dominic Thiem
D: Christina Stürmer

7 - 2.000 Euro: Wo will Nathan Trent mit „Running on Air“ Österreich beim Eurovision Song Contest ins Finale singen?
A: Kiew
B: Kopenhagen
C: Berlin
D: Moskau

8 - 5.000 Euro: Antonio Tajani ist der neue ...?
A: Ministerpräsident Italiens
B: NATO-Generalsekretär
C: EU-Parlamentspräsident
D: OECD-Chef

9 - 10.000 Euro: Zu den neueren Sehenswürdigkeiten in Prag gehört das 1996 fertiggestellte Gebäude mit dem Spitznamen "..."?
A: Das tanzende Haus
B: Die turnende Hütte
C: Der schleichende Turm
D: Das singende Schloss

10 - 15.000 Euro: „A Mari Usque Ad Mare“ - „Von Meer zu Meer“ lautet der Wahlspruch von ...?
A: Portugal
B: Kanada
C: Chile
D: China

11 - 30.000 Euro: Ihre verführerische Titelrolle im Kinoklassiker „Gilda“ von 1946 prägte das Image von Hollywoodstar ...?
A: Rita Hayworth
B: Lauren Bacall
C: Joan Crawford
D: Jane Russell
 
12 - 75.000 Euro: Sein maßgeblicher Beitrag zur Entschlüsselung der Enigma-
Maschine war nur eines von vielen Verdiensten von ...?

A: Ludwig Wittgenstein
B: David Hilbert
C: Alan Turing
D: Kurt Gödel

13 - 150.000 Euro: Die Blumentopfschlange ist wohl die einzig bekannte Schlangenart, die sich rein parthenogenetisch vermehrt, das heißt:"..."?
A: Viele Männer für eine Frau!
B: Ei, ei, niemand legt ein Ei!
C: Es geht ganz ohne Mann!
D: Keine Frau weit und breit!
 
14 - 300.000 Euro: Würde man die „EU“ als griechische Vorsilbe deuten, wäre sie ...?
A: groß
B: umfassend
C: gleich
D: gut

15 - 1.000.000 Euro: Auf welchem Gebiet gab es bei den Olympischen Spielen zwischen 1912 und 1948 Wettbewerbe?
A: Kochen
B: Schach
C: Angeln
D: Kunst

Richtige Antworten:
1 B; 2 D; 3 D; 4 A; 5 B; 6 C; 7 A; 8 C (Publikumsjoker); 9 A (Telefonjoker, 50/50-Joker, 2. Chance); 10 B; 11 A; 12 C; 13 C; 14 D; 15 D

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