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Strafe

Pixel Titans

„Strafe“: Ballern wie 1996

Der Retro-Shooter „Strafe“ führt Gameplay und Ästhetik des 1996er-Kultspiels „Quake“ ins Heute.

von Rainer Sigl

Im Kinderzimmer blitzt und kracht es. Pixelblut spritzt aus kantigen Polygonmonstern, und schließlich steht Mutti in der Tür, um das Videospielmassaker zu beenden. Aber da ist es schon zu spät: Ein paar Blitze und billige Splattereffekte später hat das böse Killerspiel die halbe Familie auf dem Gewissen.

So viele Klischees wie im - Vorsicht: sehr blutigen - Trailer zum Shooter “Strafe” hat man seit Jahren nicht gesehen, genauer gesagt, seit 21 Jahren, denn das Jahr 1996 spielt eine besondere Rolle in der unbekümmert geschmacklosen, aber gelungenen Marketingkampagne des Indiespieles. In diesem Jahr ist nämlich mit dem großen “Quake” der Urgroßvater moderner First-Person-Shooter erschienen, und “Strafe” ist eine moderne Hommage an diesen Meilenstein der Spielgeschichte.

Klassisches Gameplay mit modernen Tricks

“Strafe” sieht so aus, wie man sich 1996 wohl den perfekten Shooter vorgestellt hätte - also wie “Quake”, nur noch blutiger, noch schneller und noch abgedrehter. Die pixelige Retrografik ist das eine, das schnelle Gameplay das andere Element aus der Shooter-Frühzeit.

“Strafe” verbindet sein klassisches Spielprinzip aber auch mit modernen Tricks: Statt wie im Vorbild eine fixe Kampagne zu spielen, werden alle Levels bei jedem Start neu per Zufall berechnet. Wenn wir sterben, starten wir dafür wieder ganz am Anfang - genau so, wie wir das von Indie-Hits wie “Spelunky” oder “FTL - Faster Than Light” kennen. Für Abwechslung ist also gesorgt, für Frustpotenzial allerdings auch: Der Tod kommt hier ganz schön schnell, wenn man nicht sehr gut aufpasst.

Strafe

Pixel titans

Retrofrisch mit extra viel Blut

Wie in allen Spielen, die ihre Inspiration bei Rogue-likes suchen, ist somit auch in „Strafe“ nicht so sehr das „Durchspielen“, sondern der perfekte Run das Ziel. Wegen der beträchtlichen, passend anachronistischen Härte muss man schon einige Stunden üben, bis man überhaupt einmal etwas tiefer in die immer neu generierten Science-Fiction-Labyrinthe vordringt.

“Strafe” ist für Windows, Mac und PS4 erschienen.

“Strafe” wirkt tatsächlich wie ein aus dem fernen Jahr 1996 durch ein Zeitloch herbeigebeamter vergessener Shooter, denn das ästhetische Konzept wird von der Grafik übers Gameplay bis hin zu den hübsch trashigen Videosequenzen und sogar der Webseite des Spiels durchgezogen. Die modernen Elemente sorgen dafür, dass sich das Spiel trotzdem frisch anfühlt. Aber Vorsicht: Für Menschen mit sanftem Gemüt ist ein Spiel, das in einer Statistik beim Game Over die vergossenen Liter Blut mit anführt, eher nicht geeignet.

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