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FM4 Extraleben: Insert Coin!

Münzen sammeln, Reichtum anhäufen, Milliardenbusiness Videospiele: Das FM4 Gameskränzchen plaudert diesmal über Geld.

Im FM4 Extraleben geht’s um Geld in Videospielen

Von Rainer Sigl

Wenige Sounds sind so stark mit Gameskultur verbunden wie das klingende Geräusch, wenn Mario eine Münze einsammelt. Geld und Besitz sind in Spielen allgegenwärtig, und das ist auch kein Wunder, denn die gesamte digitale Spielkultur ist ja aus einem Markt entwachsen. Computerspiele sind Produkte, mit denen man Geld verdient.

FM4 Extraleben: „Insert Coin!“

Conny Lee, Rainer Sigl und Robert Glashüttner sprechen in der aktuellen Ausgabe des FM4 Computerspielkränzchens über Geld.

Mittwoch, 31.5., von 21 bis 22 Uhr.

Erst seit circa zehn Jahren wird dieser Grundsatz merkbar aufgebrochen, und Spiele können auch mehr als Wirtschaftsgüter sein - also etwa persönlicher Ausdruck oder ein gesellschaftlicher Kommentar. Trotzdem taucht das gar nicht mehr so junge Medium hauptsächlich dann in der öffentlichen Wahrnehmung auf, wenn es um Geld geht: Die Branche ist umsatzmäßig „größer als Hollywood“, Spiel XY hat mehr eingenommen als dieser oder jener Film-Blockbuster - und E-Sport ist lukrativer als die deutsche Fußball-Bundesliga, bekommt man dann zu lesen.

Schotter, Kohle, Kröten, Cash

Am Anfang der Gamesgeschichte steht der Automat, den man mit Münzen füttert, doch dass auch in Spielen, die sich sonst kaum Anleihen an der schnöden Realität nehmen, ganz selbstverständlich Kapitalismus herrscht, hat tiefere Gründe. Die Ökonomie, so schrieb der deutsche Philosoph Joachim Koch, sei eine „Megaphilosophie“, die, wie früher Religion oder später Wissenschaft, unsere gesamte Zivilisation durchdringt und deshalb kaum mehr hinterfragt oder auch nur wahrgenommen wird.

Dass das Münzensammeln in „Super Mario“ seit Jahren keinen besonderen spielmechanischen Grund mehr hat, ändert nichts an der Freude, die wir beim zwanghaft-automatischen Aufsammeln empfinden. Aufs Klo gehen muss man in kaum einen Spiel - Währung einsammeln und brav im Shop gegen Dinge eintauschen geht aber dafür immer.

Payday 2

Overkill Software

Einmal Geld abheben, bitte! Nicht nur in „Payday 2“ lockt Bares.

Virtuelle Märkte, reale Probleme

Dass seit dem Aufstieg digitaler Multiplayer-Spielewelten für Millionen Menschen auch in diesen Marktwirtschaft herrscht, hat unter anderen Valve vor Jahren dazu veranlasst, den später berühmten Wirtschaftswissenschafter Yanis Varoufakis als Experten für virtuelle Ökonomien anzustellen. Denn virtuelles Geld hat auch einen realen Gegenwert und folgt realen Marktmechanismen: In „EVE Online“ werden in gewaltigen virtuellen Schlachten reale Geldwerte „vernichtet“ und bei unausgewogenen Systemen droht auch Spielökonomien Hyperinflation.

Auch es gibt auch noch handfestere Probleme - unter anderem gesetzlicher Art: Wie wird versteuert? Ist das Glücksspiel? Sind die um Millionenpreisgelder spielenden E-Sportler gedopt - oder sprechen sie sich ab, um bei Wettbüros groß abzukassieren? Dass sich in virtuellen Ökonomien, in denen teilweise Millionen den Besitzer wechseln, auch schwarze Schafe oder früher oder später auch organisierte Kriminelle tummeln, ist unausweichlich.

Sprechen wir über Computerspiele!

Seit Herbst 2013 sprechen Conny Lee, Rainer Sigl und Robert Glashüttner einmal im Monat eine Stunde lang über Gameskultur. Jede Sendung widmet sich einem bestimmten Thema und beleuchtet es von unterschiedlichen Seiten. Es ist eine Radiostunde voller ludischer Erörterungen und verspielter Debatten.

Das FM4 Extraleben ist das Computerspielkränzchen auf FM4, wo wir uns in unsere Lederfauteuils lehnen und darüber plaudern, was digitale Spiele eigentlich so mit uns und was wir mit ihnen machen.

Es gibt eine Nachlese aller bisherigen Sendungen. Das FM4 Extraleben gibt es auch als Podcast.

Cash rules everything around me

Eigentlich schade, dass es bei all diesen Verflechtungen kaum Spiele gibt, die das komplexe Verhältnis von Spielerinnen und Spielern zum Geld - oder gar zum Kapitalismus selbst - jemals in Frage stellen; mit wenigen Ausnahmen.

Stattdessen gilt: Geldverdienen in Spielen ist 2017 globale Realität - von den Frauen, die man sich „Overwatch“-Begleiterinnen „mieten“ kann, über „Pokémon GO“-Gassigeher und professionelle Glücksspieler beim „Skin Gambling“ in „Counter-Strike“ bis hin zum inzwischen fast nostalgisch klassischen Gold Farming.

Wirtschaft ist öde? Nicht im FM4 Extraleben. Anhören ist kostenlos - oder besser gesagt: unbezahlbar.

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