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Filmflimmern

Neu im Kino und aktuelle Zelluloid-Schnipsel. Diese Woche: „Spider-Man: Homecoming“, „Gifted“, „Whitney - Can I be me“ und Sommerkino-Tipps. Außerdem: Tarantino widmet sich Charles Manson.

von Pia Reiser

Die Freude über die Rückkehr von Spider-Man in „Spider-Man: Homecoming“ auf die große Leinwand, wäre wahrscheinlich größer gewesen, wenn er tatsächlich weggewesen wäre. Doch mit immerhin fünf Spider-Man-Filmen in den letzten 15 Jahren hatte man keine Gelegenheit, den wohl nahbarsten Superhelden aus der Superhelden- Supergroup wirklich zu vermissen. In „Benjamin Button“-Manier wird Brooklyns freundlicher Superheld immer jünger; nach Tobey Maguire und Andrew Garfield schlüpft nun Tom Holland, der 21-Jährige mit dem Teenager-Gesicht in die inzwischen recht high-tech-mäßige Arbeitskleidung Spider-Mans. Und nicht nur Peter Parker wird immer jünger, auch Tante May, bei der Peter lebt, hat sich seit Sam Raimis „Spider-Man“ sehr verändert. Aus kopftuchtragender Großmütterlichkeit wurde eine tanktoptragende Tante, über die Tony Stark schon in „Captain America: Civil War“ meinte: „It is hard to believe that she’s somebody’s aunt“. Der male gaze des Kinos mag halt keine Omas.

„Spider-Man: Homecoming“ erspart einem die Superhelden-Werbung und hat mit Michael Keaton einen Spitzenklasse-Antagonisten. Keaton kennt sich aus in der Superhelden-Welt, war er doch bereits Batman und Birdman. Der Reboot von Regisseur Jon Watts erfindet das Genre-Rad nicht neu, aber driftet auch nicht in die oft recht hohle Reißbrett-Inszenierung der Superheldenfilme ab. Christian Fuchs vergibt 6 von 10 Spinnennetze - und hier gibt’s seine ausführliche Rezension.

Gifted

Da es momentan keine Kommentarfunktion hier gibt, ich aber auf eure Kommentare, Lese- und Filmempfehlungen nicht verzichten möchte: pia.reiser@orf.at bzw Facebook-Freundschaft, yay!

Ex-Spider-Man-Regisseur Andrew Webb hat Captain-America-Darsteller Chris Evans einen Bart verpasst, ihn in T-Shirts und Jeans gesteckt und als Onkel Frank in „Gifted“ besetzt. Evans spielt eine Rolle, die so wirkt, als wäre sie für Jake Johnson geschrieben worden, den Vormund eines siebenjährigen Mädchens, das nicht nur schlagfertig, sondern ein Mathe-Genie ist. Nach all den männlichen erwachsenen Mathematik-Meistern hat das Kino nun ein kleines Mädchen, das Zahlen genauso liebt wie seine einäugige Katze namens Fred. „Gifted“ ist besser als jede Kurzzusammenfassung klingt, ein Lo-fi-Familiendrama - ja, auch das kann Hollywood noch -, das rein theoretisch eine Mischung aus „Good Will Hunting“ und „Kramer gegen Kramer“ sein könnte und das dann glücklicherweise nicht ist. Pluspunkte gibt’s für die wunderbare Jenny Slate in einer Nebenrolle. Dafür gab’s dann euphorisierte 7 von 10 Kurvendiskussionen.

chris evans und mackenna grace in "gifted"

constantin

You can always make me smile

Whitney - Can I be me

„It’s not right, but it’s okay“, ist ein Song von Whitney Houston aus dem Jahr 1998, aber auch der Songtitel als Zitat wär noch zuviel des Lobs für die Dokumentation „Whitney - Can I be me“. Nick Broomfield und Rudi „Hab ich schon erwähnt, dass ich David Bowie gekannt habe“ Dolezal liefern einen Youtube-Fleckerlteppich ab, der wenig neue Erkenntnisse oder gar neues Material bringt. Petra Erdmann vergibt für „Whitney - Can I be me“ 3 von 10 Flops. Dann doch lieber „Bodyguard“ schauen oder selber auf Youtube nach Interviews mit der Musikerin suchen - oder nach „Toni Erdmann“ im Sommerkinoprogramm Ausschau halten, schließlich hat Maren Ades Spitzenfilm mit der Szene, in der Sandra Hüller „The Greatest Love of all“ singt, Houston wunderbar auf der Leinwand verewigt. Mal sehen, ob es im US-Remake - das eventuell von Lena Dunham geschrieben wird - beim gleichen Song bleibt.

Whitney Houston

filmladen

Und sonst so?

Quentin Tarantino plant einen Film über Charles Manson und ich bin mir nicht sicher, ob Manson tatsächlich noch mehr Verankerung in der Popkultur braucht. Wer sich mit Manson, dem Hollywood der 1960er Jahre und dem Ende des Summer of Love beschäftigen will, dem sei der fantastische Podcast „You must remember this“ ans Herz gelegt, da beschäftigen sich 12 Episoden mit Charles Manson. Außerdem: Sofia Coppola wusste bis vor kurzem nicht, was der Bechdel-Test ist und Rooney Mara hat bei den Dreharbeiten zu „A Ghost Story“ zum ersten Mal in ihrem Leben Kuchen gegessen (und wird es nicht wiederholen). Das TIFF hat sich was überlegt, wie man dem Sexismus in Hollywood begegnen kann. Und bevor spätestens zum Kinostart von „Baby Driver“ am 28. Juli alle vor Begeisterung durchdrehen werden, sollte man sich ruhig nochmal alle Filme von Regisseur Edgar Wright anschauen. Wer in der Umdrehung von Gunter Gabriels berühmtem Zitat nicht „soviel Zeit“ hat, der kann sich immerhin mitWrights Musikvideos entsprechend auf „Baby Driver“ vorbereiten.

ansel elgort in "baby driver"

sony

What is this? A car for ants? „Baby Driver“ - bald im Kino und noch bälder im FM4 Kino unter Freunden

Sommerkino Watchlist

13. Juli: Home is here, Kino wie noch nie, Wien
13. Juli: Wilde Maus, Trumer Sommerkino, Obertrum
14. Juli: Die Verachtung, Kino am Dach, Wien
15. Juli: Mulholland Drive, frameout, Wien (und nach Anspielungen auf „Die Verachtung“ suchen!)
16. Juli: Thelma & Louise, Sommerkino Unicampus, Wien
16. Juli: Der talentierte Mr Ripley, Kino am Dach, Wien
19. Juli: The Life of Brian, Murinsel, Graz

In diesem Sinn: I like gods. I like them very much. I know exactly how they feel - exactly. („Die Verachtung“)

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