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Szene aus den Spiel "OlliOlli"

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Tausche Board gegen Joystick

Skate-Computerspiele haben den Sport über die vergangenen dreißig Jahre treu begleitet. Es war eine Reise von der Slackerkultur der späten 80er Jahre bis zu den pixeligen Indiegames der Gegenwart.

von Robert Glashüttner

Wir feiern in der Sommerserie „Kicks and Flips“ die Skatekultur. Das bedeutet natürlich Rollen auf Straßen und in Half-Pipes. Allerdings ist auch digitales Grinden und Catchen nicht zu verachten. Immerhin kann die Skate-Kultur im Computerspiel mittlerweile auf eine über dreißigjährige Geschichte zurückblicken. So wie beim echten Skaten, hat sich auch die Darstellung im Game über diese Zeitperiode hinweg immer wieder verändert.

Von Slackern zu Extremen

Die Geschichte der Skate-Games beginnt Mitte der Achtziger Jahre: Die Rollschuhe der Siebziger waren da auch in den Spielen schon längst ausgezogen und nun war es Zeit, mit dem Skateboard die digitalen Straßen unsicher zu machen. So wie vieles in der Popkultur, war auch Skaten damals vor allem „rad“ und „awesome“. Bekannte Spiele wie „California Games“ oder „Skate or Die“ und auch kuriosere Titel wie „Rad Ramp Racer“ oder „Awesome Earl in Skaterock“ zeichneten Skaten vor allem als Teil einer coolen Slackerkultur: Wettbewerb war weniger wichtig als lässige Posen und Abhängen am Strand.

Pixel Halfpipe, Scrrenshot aus  "California Games"

EPYX

„California Games“ (C64, 1987)

In den Neunziger Jahren hat sich die lockere Skaterei dann zugespitzt: Gemütlich mit Sonnenbrille und Softdrink mit seinen Homies herumrollen hatte ausgedient; nun musste alles trickreich, gefährlich und generell extrem sein, was sich auch in Namen wie „2Xtreme“ oder „ESPN Extreme Games“ niedergeschlagen hat. Auch auf Skateboards oder Inline-Skates rollende Gangs mit durchwachsenen Bandenkriegen waren damals angesagt, etwa in Games wie dem Dreamcast-Klassiker „Jet Set Radio“ oder „Trickstyle“.

"Jet Set Radio" (Dreamcast, 2000)

SEGA

„Jet Set Radio“ (Dreamcast, 2000)

Von der Simulation zum Indie-Game

Doch so badass die digitalen Skater-Gangs und so gefährlich die extremen Half-Pipes auch waren: Irgendwann sind uns auch sie langweilig geworden. Deshalb haben sich die Skate-Games der Nuller Jahre vor allem der (mehr oder weniger glaubwürdigen) Simulation des Sportes gewidmet. Durch die fortschreitende 3D-Technik und bessere Möglichkeiten, Animationen und grafische Details darzustellen, sind auch die spielerischen Ansprüche gestiegen. Die „Tony Hawk“-Games-Serie hat zwischen 1999 und 2015 unglaubliche 19 Titel hervorgebracht. Der Konkurrent, die „skate.“-Reihe, hat es Ende der Nuller Jahre nur auf eine Handvoll Spiele gebracht.

"Tony Hawk's Underground 2" (PS2, 2004)

Sony

„Tony Hawk’s Underground 2“ (PS2, 2004)

Kicks and Flips - Skate Culture on FM4

Das bringt uns auch schon in die Gegenwart der Zehner Jahre: In den letzten Jahren ist Skaten im Computerspiel leider kaum Thema gewesen. Die markante Ausnahme von dieser Regel ist die fantastische Indie-Games-Serie „OlliOlli“. Zwei Teile davon sind 2014 und 2015 erschienen und haben die Skaterei von der 3D-Simulation wieder zurück in die zweidimensionale Pixelart geholt. Was nicht bedeutet, dass das Lernen der Tricks dabei wesentlich leichter fällt. Erfreulicherweise ist „OlliOlli“ mittlerweile für allerlei Systeme erschienen, von Android über Playstation 4 bis hin zu Linux.

Grinden neben einem Zirkus in "OlliOlli 2"

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„OlliOlli2: Welcome to Olliwood“ (2015)

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