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OATS Studios

Neill Blomkamps neues Kurzfilmprojekt will hoch hinaus

Mit der kostenlosen Kurzfilmsammlung „OATS Volume 1“ will der SF-Regisseur Neill Blomkamp eine neue Art der Filmproduktion ausprobieren.

Von Rainer Sigl

Der südafrikanische Regisseur Neill Blomkamp war einmal die große Hoffnung des Science-Fiction-Films. Seine meisterhaften Kurzfilme über Roboter im Militäreinsatz oder Außerirdische, die im Ghetto von Johannesburg landen, waren furiose Skizzen, die beeindruckende computergenerierte Spezialeffekte mit Dreck und Sozialkommentar verbanden.

2009 brachte er mit „District 9“ die Langfassung einer dieser Skizzen ins Kino, mit seinen weiteren Filmen „Elysium“ und „Chappie“ konnte er Publikum und Kritik allerdings weniger begeistern. Und aus seinen mit Hochspannung erwarteten Projekten zu „Alien 5“ und einem Film zur Spieleserie „Halo“ wurde leider auch nichts.

Grund genug, die Vorgehensweise zu überdenken: Mit Blomkamps vor kurzem gestarteten Projekt „OATS Volume 1“, benannt nach seinem neu gegründeten Studio OATS, konzentriert er sich wieder auf das, was er am besten kann - und will zugleich die Art, wie Filme gemacht werden, revolutionieren.

Der Kurzfilm "Rakka" ist Teil von OATS Volume 1.

Alienapokalypsen und Teleshopping

Das kurze Format gibt Blomkamp die Möglichkeit, seine bekannten Stärken auszuspielen: „OATS Volume 1“ ist eine Sammlung von kostenlosen Kurzfilmen, die nach und nach auf der hauptsächlich Videospielern bekannten Downloadplattform Steam veröffentlicht werden.

Die Filme, die unter anderem von übernatürlichen Geschehnissen im Vietnamkrieg, einer verheerenden Alieninvasion (siehe Video oben) oder einem Monster auf einer Arktisstation erzählen, sind spannende Miniaturen zwischen Science-Fiction und Horror. Neben weiteren kurzen, schwarzhumorigen Szenen rund um einen Teleshopping-Kanal, ein Forschungslabor und einem kurzen Clip, in dem Gott mit seiner Schöpfung allerhand Unfug treibt, sind vor allem die drei Kurzfilme mit einer Dauer von maximal 30 Minuten innovative Versuchsballons - wenn das ausdrücklich erwünschte Feedback gut ist, will Blomkamp längere Spielfilme folgen lassen.

Inhaltlich haben die einzelnen Filme übrigens nichts gemeinsam, außer dass sie in mehr oder weniger dystopischen Szenarien spielen und in Sachen Präsentation und Effekte zur Hochform auflaufen. Mit Sigourney Weaver und Dakota Fanning hat Blomkamp überdies auch Hollywood-Stars für sein Experiment vor die Kamera locken können.

"What is OATS?" Blomkamp und Team geben Auskunft.

Originelles Geschäftsmodell

Die finanzielle Zukunft seines noch jungen Studios will Blomkamp auf originelle Art und Weise sichern: Wer das Studio unterstützen will, kann direkt auf Steam Computermodelle seiner in den Filmen auftretenden Monster und Raumschiffe kaufen und darf diese dann auch selbst in eigenen Projekten verwenden. So steht einer neuartigen Film-Remixkultur nichts im Wege.

Die Filme von „OATS Volume 1“ können kostenlos auf dem Youtube-Kanal des Studios, oder aber auf Steam angesehen werden - auf Steam kann man 3D-Modelle als „DLC“ kaufen.

Auch in Richtung Virtual Reality hat der Südafrikaner bereits seine Fühler ausgestreckt: Blomkamp will nachfolgende Filmexperimente direkt in der Game-Engine Unity visualisieren und sie per VR-Headset erlebbar machen.

Traditionelle Studios, so sagt Blomkamp selbst, sind zu schwerfällig, es gibt keinen Spielraum für Experimente und spontane Kreativität. Die OATS Studios sollen ein Sandkasten sein, ein Ort, um neue Dinge auszuprobieren. Wie das aussieht, kann man sich kostenlos auf Steam ansehen.

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