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Die zehn Wortlaut-FinalistInnen

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Wortlaut 2017: Die Top 10

Bei manchen Jurysitzungen erkennt man sehr schnell die Einigkeit, was Geschmack und Urteil angeht. Bei anderen dauert das etwas. Die diesjährige Wortlautjurysitzung zählt ganz klar zu zweiter Gruppe. Nach jedem besprochenen Text schien ein Resultat noch weiter weg zu rücken. Aber der Reihe nach.

Von Zita Bereuter

Gut 800 Kurzgeschichten zum Thema GRELL haben uns erreicht. Die redaktionelle Vorjury (bestehend aus den FM4 RedakteurInnen Zita Bereuter, Jenny Blochberger, Claudia Czesch, Conny Lee, Maria Motter, Martin Pieper, Lisa Schneider, Simon Welebil, Irmgard Wutscher sowie Jürgen Lagger vom Luftschacht Verlag) hat diese in vielen langen Lesestunden bewertet. Nach einer langen Diskussion wurden zwanzig Texte anonymisiert und einheitlich formatiert an die Jury weiter gegeben.

Dann kam der Tag der Jurysitzung, an dem sich Sebastian Fasthuber (Kulturjournalist), David Fuchs (Wortlautgewinner 2016), Hosea Ratschiller (Kabarettist), Cornelia Travnicek (Autorin) und Yasmo (Rapperin und Autorin) auf zehn Texte einigen sollten. Und davon noch mal drei auszeichnen.

In dieser Sitzung hat sich gezeigt, wie unterschiedlich Meinungen sind. Nicht nur einmal haben sich vier gegen einen Text ausgesprochen, während die oder der fünfte überzeugt und selbstbewusst – v.a. aber auch kompetent - erklärte, warum ihr oder ihm der Text gut gefallen habe. Für diese konstruktive Kritik und die durchaus faire Diskussionsbereitschaft möchten wir uns bei der Jury besonders bedanken!

Das Ergebnis ist eine grelle Mischung, die alles andere als durchschnittlich ist. Ob am Donaukanal, in Russland oder in Thailand. Man liest von Verlassenen, Verliebten und Verbitterten. Von Außenseitern, Angebern und Mitläufern. Von Lautem, von Grellem und von Hellem.
Herzlichen Glückwunsch an die Autorinnen und Autoren!

Die zehn Wortlaut-FinalistInnen

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Erste Reihe von links nach rechts: Martin Peichl , Romina Pleschko, André Patten, Lea Moser, Amos Postner. Zweite Reihe von links nach rechts: Barbara Fohringer , Vinzenz Dellinger, Lukas Gmeiner, Verena Kessler, Sascha Preiß

Vinzenz Dellinger: Grelles Schwarz

geb. 1987 in Wien, Kindheitsexil im schönen Wienerwald.
Studierte ein bisschen an der TU Wien herum, danach Ausbildung zum Holztechniker. Hat als Legastheniker eine gewisse Hassliebe zu Buchstabenketten. Erkundet dennoch seit einigen Jahren schreibend die eigene Kreativität. Das erste Mal für die Öffentlichkeit beim FM4 Wortlaut 2016 (Longlist).
Bastelt an seinem ersten Roman.
Freizeitlicher Kleinfeldfußballer und Laienschauspieler.

Das Häferl entgleitet meiner Hand. Es zerspringt mit lautlosem Klirren. Der Kaffee malt einen Pollock an die Wand.

Barbara Fohringer: La vie est belle

1989 in St. Pölten geboren, Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft sowie der Deutschen Philologie an den Universitäten Wien und Salzburg.
Schreibt journalistisch wie auch literarisch und unter anderem gerade an ihrem ersten Roman. Lebt in Wien und Niederösterreich.

Mah, ich schau ur beschissen aus, wenn ich ganz in Schwarz gekleidet bin.

Lukas Gmeiner: Liebeszug

lebt seit 1987 ein bescheidenes Leben. Hat Matura, ein Studium (abgeschlossen), ein Kind, eine Frau, einen Laptop und sogar einen Job. Schreibt über das Warten und Wandeln in Zeiten der Einsamkeit. Mal Prosa, mal Drama, mal kurz, meistens gar nicht. Keine Veröffentlichungen. Arbeitet zurzeit in einem Berliner Förderzentrum und schreibt an dem Roman „ZZ. Eine Kinderapokalypse“.

So was ist Herz und Blut und krass. Alles was man fühlt.

Verena Keßler: I Love Extreme Crazy Volume

geb. 1988 in Hamburg. Absolvierte erst eine Ausbildung zur Werbetexterin an der Texterschmiede in Hamburg, studierte später Germanistik in Berlin und ist seit 2016 Studentin am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Veröffentlichungen in verschiedenen Literaturzeitschriften und Anthologien. Schreibt Prosa, Dramatik und heimlich auch Lyrik.

Hier mussten sie nicht so tun, als hätten sie etwas nicht gehört und konnten alles sagen, anstatt es sich nur zu denken.

Lea Moser: Spiegeleier machen keinen Lärm

geb. 1997, studiert Vergleichende Literaturwissenschaft in Wien, lebt und schreibt auch da. Wäre eigentlich gerne Feuerwehrfrau oder Schiweltmeisterin geworden. Über ihre tatsächliche berufliche Zukunft lässt sich aber nicht viel sagen, steckt sie doch noch irgendwo zwischen der Schreiberei und Seminararbeiten fest. Eigene Veröffentlichungen gibt es zwar noch keine, Ideen für Theaterstücke und einen Roman warten aber in der Schublade.
3. Platz beim Europäischen Jugendliteraturwettbewerb in deutscher Sprache der Literaturwerkstatt Graz 2012.

Entspannung ist etwas für Menschen ohne Zweifel, für Menschen, die an der Zufriedenheit festhalten, als wäre sie eine Religion.

André Patten: Patong

1984 in Neuss geboren, lebt in Köln und Leipzig. Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2015 Stipendiat der 18. Schillertage in Mannheim und auf der Shortlist beim FM4 Wortlaut Wettbewerb. 2016 Finalist des 24. Open Mike und Gastautor auf klischeeanstalt.net. 2017 eingeladen zum Atelier NRW und Preisträger beim Leipziger Hörspielsommer. Mitveranstalter der Kölner Lesereihe Land in Sicht und des Auftakt Festivals für szenische Texte. Er schreibt aktuell in den letzten Zügen an seinem Debütroman.

Wenn mir langweilig wird, fahre ich weiter und ganz im Ernst, ich vermisse nichts.

Martin Peichl: Donau, Kanal, Treiben

geb. 1983 im Waldviertel. Germanistik- und Anglistik-Studium in Wien. Unterrichtet hauptberuflich Deutsch und Englisch. Erste literarische Veröffentlichungen in Magazinen und im Rahmen des Münchner Kurzgeschichtenwettbewerbs.
Organisiert seit 2016 regelmäßig Lesungen in Wien (auch wegen der Freigetränke).
Verwendet Twitter als Notizbuch (@Untergeher83) und schreibt in Bars Gedichte auf Bierdeckel.
Derzeitige Projekte: eine Kurzprosa-Sammlung mit dem Arbeitstitel „Was bleibt, ist Stille im 4/4-Takt“ und „Der Orpheus-Komplex“, ein Roman in Fragmenten.

Wenn es um Gulasch geht, bin ich tatsächlich nicht besonders wählerisch.

Romina Pleschko: Am Beckenrand

geb. 1983 in Gmunden, hat in Wien Schauspiel am Konservatorium bei Elfriede Ott studiert, danach in Hamburg noch eine Ausbildung zum Make-up-Artist absolviert.
Seit 2008 arbeitet sie im Bereich Printmedien, Werbung und Fashionshows. Verheiratet, hat herzlos zwei süße Katzen gegen zwei süße Kinder getauscht.
Bis 2016 in Hamburg ansässig, jetzt wieder zurück in Wien und dauerhaft im Stelznkrusterl-Delirium. Sie hat 2017 die Literaturakademie Leonding abgeschlossen und hatte schon 2011 einen Auftritt unter den Top 10 bei Wortlaut. Arbeitet gerade an ihrem ersten Roman.

Ich freue mich schon, wenn der Sommer vorbei ist und das Wetter endlich den Erwartungen entspricht. Grau in Grau, ohne Aussicht auf einen Sonnenstrahl. Bloß nicht den Mut verlieren.

Amos Postner: Nachts wach

geb. 1993 in Lustenau, lebt, schreibt und studiert (u.a. Vergleichende Literaturwissenschaft, Bildungswissenschaft) in Wien. Besuchte mehrere Literatur-Workshops von Literatur Vorarlberg, es folgten erste Veröffentlichungen in Zeitschriften, Anthologien und im Vorarlberger Rundfunk. 2014 wurde ein erstes Kurzdrama mit Titel Über V. im Theater Kosmos in Bregenz uraufgeführt.
Im September 2017 feiert Das Ausbleiben der Großmama Premiere. Mitglied von Literatur Vorarlberg und der Jungen Szene von Literatur Vorarlberg. Arbeitet, wenn es die Zeit zulässt, an einem ersten Kurzgeschichtenband.

Es wäre gut zu wissen, welche Stunde geschlagen hat.

Sascha Preiß: Der Fisch und der Rauch

geb. 1976 in Erfurt, hat in Berlin Literatur und Medizingeschichte studiert, war für insgesamt acht Jahre in Kasachstan, Kroatien und Sibirien, seit Herbst 2013 in Hamburg. Veröffentlichungen u.a. in Am Erker, entwürfe und Deus ex Machina. Arbeitsstipendium der Kulturbehörde Hamburg August 2017, Mitglied im Forum Hamburger Autorinnen und Autoren, Mitglied im writer’s room. Mitorganisator der Hamburger Lesereihen AHAB und Sprelacart, bereitet die Erstausgabe der Literaturzeitschrift TAU vor. Schreibt derzeit sibirische Geschichten und einige 100-Seiten-Romane.
pselbst.de

Ich mag es, wenn es still ist. Kein Gestern, kein Morgen. Kein Gesang, keine Glocken. Nur der Himmel, nur der See, nur die Sonne. Nur die Stille, so wie ich. Und immer nur Heute.

The winner is ...

Der Standard

WERBUNG

mit freundlicher Unterstützung von DER STANDARD. Der Gewinnertext wird im Standard abgedruckt.

Die großen Zehn stellen wir bis zum 29. September auch on-air vor. Die ersten drei jeweils in einer Stunde Homebase Spezial.

Platz 3 - Montag, 25. September
Platz 2 - Mittwoch, 27. September
Platz 1 - Donnerstag, 28. September.

Am Freitag, 29. September, wird das Wortlautbuch im phil in Wien präsentiert, die drei Besten lesen und die Preise werden überreicht:

Julius Meinl

WERBUNG

Alle drei Preisgelder werden von Julius Meinl zur Verfügung gestellt.

Die Preise

Platz 1: Euro 1.000
Platz 2: Euro 750
Platz 3: Euro 500

Außerdem für die zehn besten Texte:

  • Veröffentlichung im Wortlaut-Buch, das im Herbst im Luftschacht Verlag erscheinen wird.
  • je 100 Euro in Buchgutscheinen, zur Verfügung gestellt von der BUCH WIEN - Lesefestwoche und internationale Buchmesse
  • DER STANDARD Goodie Bag
  • Ein Jahresabo der Literaturzeitung Volltext
  • Ein Jahresabo der Zeitung Datum
  • FM4 Goodies der Saison
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