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Die Beatsteaks

Beatsteaks / Paul Gärtner

Artist of the Week

Hier ist Dein neues Lieblingsalbum: „Yours“

Die Beatsteaks zeigen sich mit ihrem neuen Album abwechslungsreich, humorvoll und kooperativ.

von Susi Ondrušová

Als die Mitglieder der Beatsteaks Mitte der 90er in Berlin ihr Bandprojekt starten, existiert es noch: das gute alte Mixtape.

Abgelöst wird es kurze Zeit darauf durch selbstgebrannte CDs, MP3-Sammlungen und schließlich Playlisten. Links, die man als Visitenkarte auf seinem mobilen Abspielgerät publiziert und andere einlädt reinzuhören. Ist für dich!

Sieben Alben, zwei EPs, eine Best-Of-Compilation und zwei Live-Alben umfasst die Diskografie der Beatsteaks, diese Woche erscheint Album Nummer Acht und es atmet den „Mixtape“-Gedanken von früher.

„Yours“

„Das ist so eine Liebeserklärung! Wenn man Mixtapes aufgenommen hat, dann hat man die für spezielle Personen aufgenommen. Das haben wir auch. Zuerst für uns – also den inneren Zirkel und wenns fertig ist, dann stellt man so fest: Das ist ja wie eine Verbeugung an unsere Vergangenheit, an die Leute die uns schon ewig begleiten. Wir sind halt Musikfans. Das haben wir extrem ausgelebt diesmal!“

Beatsteaks - "Yours" Albumcover

Warner Music

Die Band hat sich für dieses Album viele Freiheiten und neue Zugänge bei der Arbeit gegönnt. Zuallererst: sich Zeit genommen. Bei den Beatsteaks beginnt die Studioarbeit nämlich immer mit einem sprichwörtlichen weißen Blatt Papier. Das Ergebnis ungewiss. Etwas Neues soll es sein. Und diesmal auch: „Nicht immer mit dem gleichen Produzenten arbeiten, nicht immer die Songs gleich produzieren und aufnehmen. Dann haben wir uns freigemacht, haben die Türen zu unserem Proberaum aufgemacht, haben mit Gästen gearbeitet, unterschiedlichen Produzenten, haben Songs auch alleine produziert und uns viel Zeit genommen!“

Es sind 21 neue Songs entstanden, nicht weil man sich nicht entscheiden konnte, sondern weil man halt mit der Mixtape-Idee im Hinterkopf ganz viel ausprobiert hat, um die unterschiedlichsten Songs auf diese“akustische Visitenkarte“ zu packen. Die Wurzeln im Punk, die Liebe zu HipHop und Artverwandtem, befreundete Musiker_innen im Studio - hat jemand Deichkind gesagt?

Auf deutsch singen, auf französisch singen und das alles noch in einem Tempo und mit Interludes versehen, sodass man auf die „Next“-Taste vergisst, weil „Yours“ eines dieser Alben ist, die man in einem durchhören kann, ohne dass es „langweilig“ oder „zuviel“ ist.

Die Beatsteaks

Beatsteaks / Paul Gärtner

Die vielen Gäste

Die Stereo Total -Sängerin Francoise Cactus ist im Stück „Velosolex“ zu hören, von ihrem Bandkollegen Brezel Göring haben die Beatsteaks u.a. den Song „40 Degrees“ produzieren lassen („8Spur-Gerät und Kassette!“). Auf „Hate To Love“ hört man Jamie T, den die Beatsteaks vor zehn Jahren im Vorprogramm auf Tour mitgenommen haben. „Die erste Platte hat uns so gut gefallen! So Punk, Garage, Hip Hop mit drin!“ Sie sind große Fans geblieben und Freunde geworden. Irgendetwas hat dem Song gefehlt und als der Name Jamie T gefallen ist, war klar, dass der Song nur mit seiner Hilfe fertig werden kann.

Releasekonzert auf Radio FM4

Am 1.9. treten die Beatsteaks im Admiralspalast in Berlin auf, FM4 strahlt das Release-Konzert am Sonntag 3.9. im FM4 Zimmerservice aus (19-21 Uhr)

Eine ähnliche Geschichte gibt es auch mit „Abbadu“, auf dem Farin Urlaub zu hören ist. Hier war das Kennenlern-Verhältnis umgekehrt: die Ärzte haben die Beatsteaks 2000/2001 mit als Support auf Tour genommen (und 2003 im Track „Unrockbar“ verewigt.)

Bei einem der Songs kam Sänger Armin nicht weiter: „Das müsste so einfach sein, wie bei diesen früheren Ärzte-Songs!“ Ein Anruf bei Farin Urlaub, ein Abklären der Textidee und schon haben die beiden gemeinsam „Abbadu“ (=Aber Du) geschrieben.

Ein Album wie ein Buch

„Abbadu“ ist vielleicht nicht der beste Song auf dem Album. Aber: Die Frage nach dem besten Song stellt sich gar nicht, denn eingebettet in die gesamte Spiellänge des Albums sind die Tracks wie ein Absatz in einem Kapitel in einem Buch. Würden sie fehlen, würde die Stimmung beim Hören eine verzerrte sein, vielleicht sogar ungeahnte Phantomschmerzen verursachen. Und wer will das schon!

Aktuell:

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