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„X Rebirth“ in Virtual Reality

Der aktuelle Teil der legendären deutschen Weltraum-Serie „X“ ist nun erstmals in Virtual Reality spielbar und lässt einen das Gefühl grenzenloser Freiheit zwischen den Sternen noch intensiver erleben.

Von Christoph „Burstup“ Weiss

Als mit "X Rebirth“ im Jahr 2013 der - bei großzügiger Zählweise - siebente Teil der Serie erschien, hatte er keinen guten Start. Das Spiel war etwas einfacher gestrickt als die früheren, sehr komplexen Teile, dazu kamen einige technische Unzulänglichkeiten. Es hagelte schlechte Kritiken. In der Folge veröffentlichte Egosoft bzw. dessen Chefdesigner Bernd Lehan mehrere Revisionen des Spiels - zuletzt erschien „X Rebirth 4.0 Home of Light“, ein Update, das die Fans versöhnt hat. Nun hat Lehan noch ein Ass im Ärmel: Von Version 4.0 gibt es seit einigen Tagen eine Variante, dank der man den Weltraum auch in Virtual Reality bereisen kann: die „X Rebirth VR Edition“.

Manches, was Bernd Lehan im Jahr 2013 ausprobierte, war mir durchaus sympathisch - etwa die Idee von Weltraum-Autobahnen. In bisherigen Teilen der „X“-Serie reiste man mit seinem Raumschiff durch Sprungtore von einem Sonnensystem ins nächste – ein Trick, der in vielen Vertretern des Spacesim-Genres zum Einsatz kommt. Doch am Anfang der Geschichte von „X Rebirth“ bricht dieses System interstellarer Verbindungstore zusamen – und deswegen gibt es jetzt Autobahnen im Weltraum.

Struktur im Weltraum

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Auch damit, dass man in „X Rebirth“ nur mehr ein altes Raumschiff namens „Skunk“ (Stinktier) steuern darf, konnte ich mich durchaus anfreunden. Einigen Fans der Serie war das sauer aufgestoßen, da man gerade in „X2“ und „X3“ dutzende Raumschiffe fliegen, modifizieren und zu Flotten zusammenstellen konnte. Rebirth aber stellte in Wahrheit eine Rückkehr zum Prinzip der ältesten Spacesims dar, in deren Mittelpunkt stets der einsame Weltraum-Pilot mit einer einzigen alten Rostschüssel stand. Die Probleme hinsichtlich technischer und spielerischer Unzulänglichkeiten aber, unter denen „X Rebirth“ in seinen frühen Versionen litt, waren nicht zu verleugnen. Die „VR Edition“ orientiert sich nun an „X Rebirth 4.0 Home of Light“ und soll noch mehr der vormals verspielten Sympathiepunkte zurückgewinnen.

Wenn man sich ein Oculus-Rift- oder Vive-Headset auf den Kopf schnallt, fühlt es sich gleich so an, als würde man eine Pilotenbrille aufsetzen - die Technologie ist wie geschaffen für das Spacesim-Genre. Das Cockpit der „Skunk“ erscheint in Lebensgröße rundherum. Auch die Steuerung des Spiels wurde an zeitgemäße VR-Technik angepasst, denn man kann das Raumschiff mit zwei Motion-Controllern, die man in den Handen hält, bedienen - es fühlt sich also wirklich fast so an, als würde man Knöpfe drücken, Schalter umlegen und holographische Bedienungselemente aktivieren.

Ring

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Für die „X“-Serie charakteristisch war immer ein relativ hohes Maß an Freiheit, verschiedensten Aktivitäten im Weltraum nachzugehen - das Motto der Serie lautete stets „Trade, Build, Fight, Think“. Die VR-Edition von „X Rebirth“ bietet für diese Aktivitäten mehr Platz, denn es gibt drei neue Sonnensysteme und dutzende neue Raumstationen. Der Anflug auf eine Station ist in VR höchst beeindruckend, weil die Größenverhältnisse in Virtual Reality so gigantisch sind. Die kilometerweiten Strukturen im Weltall lassen mich manchmal einfach nur eine Minute lang ruhig sitzen und staunen – ein Effekt, den ja auch das hervorragende „Elite Dangerous“ in VR auf mich hat.

Alternativen: „X Rebirth“ ist nicht die einzige Weltraumsimulation, die in VR spielbar ist. Auch das hervorragende „Elite Dangerous“, sowie „EVE Valkyrie“ und „Vendetta Online“ eignen sich für Oculus Rift und HTC Vive.

In „X Rebirth“ kann man außerdem einer Aktivität nachgehen, die in wenigen Spacesims offensteht: zu Fuß auf den Raumstationen herumlaufen. Auch hier profitiert das Spiel von der Virtual-Reality-Funktionalität. Die computergesteuerten Charaktere auf den Stationen lassen leider immer noch Charme und Tiefgang vermissen und wiederholen sich gern. Jeder NPC hat einen Spruch, der sich beim Öffnen seines oder ihres Multiple-Choice-Dialogs stets wiederholt. Bereits wenn man den Satz „Hey, my friend“ zum fünften Mal gehört hat, will man die Sprachausgabe des potenziellen Handelspartners abschalten. Missionen müssen seit dem „Home of Light“-Update immerhin nicht mehr von NPCs abgeholt werden, denn sie werden in einem Kommunikationsfenster an Bord des Raumschiffs aufgelistet.

Station

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Letzlich geht es bei einem „X“-Spiel ohnehin nicht um Dialoge - sondern um das Gefühl grenzenloser Freiheit zwischen den Sternen. Um Weltraumschlachten, interstellaren Handel und das Entdecken seltsamer Phänomene. Das kann „X Rebirth“ so gut wie seine Vorgänger, und dank des Virtual Reality Updates so immersiv wie nie zuvor.

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