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Filmmuseum

Filmflimmern

Neu im Kino: Die beste aller Welten, Barry Seal - Only in America. Außerdem: Henry Fonda Retrospektive im Filmmuseum, Austrofred kriegt Konkurrenz und wer braucht drei Filme über den Joker?

von Pia Reiser

Die beste aller Welten

„Silentium“ ist schon wieder viel zu lange her, jetzt gibt es mit „Die beste aller Welten“ endlich wieder einen Film, der in Salzburg spielt, in dem es aber nicht um Mozart geht und der nicht „The Sound of Music“ ist. Der Film des jungen österreichischen Regisseurs Adrian Goiginger hat auf der Berlinale Premiere gefeiert und startet nun endlich regulär in den österreichischen Kinos.

Anna Katharina Laggners Interview mit Adrian Goiginger, dem Regisseur von „Die beste aller Welten“.

Goiginger verarbeitet darin seine eigene Kindheit: Er erzählt von einem 7-jährigen Buben, dessen Mutter und Lebensgefährte heroinabhängig sind. Herausgekommen ist dabei grandioserweise kein voyeuristischer Blick in den Abgrund und auch kein Drama über Sucht, sondern vielmehr ein Film über eine Kindheit und eine Mutter-Kind-Beziehung. Dank gilt Goiginger auch, uns alle mit Schauspielerin Verena Altenberger bekannt gemacht zu haben, die die Mutter spielt. Anna Katharina Laggner vergibt sieben von zehn Heldensagen.

Szenenbild aus "Die beste aller welten", Mutter und Sohn schauen in den Himmel

Polyfilm

Barry Seal - Only in America

Da wär man gern dabeigewesen, beim Entscheidungsfindungsprozess den Film „American Made“ unter dem deutschen Titel „Barry Seal - Only in America“ ins Kino zu bringen. Der Verein der FreundInnen des Bindestrichs reibt sich die Hände und auch alle, die das Oevre von Tom Cruise schätzen, können nun nach der Komplett-Katastrophe „Die Mumie“ wieder aufatmen. Cruise hat zwar immer noch die Klausel in seinem Vertrag, dass seine Haare nicht verändert werden dürfen, egal, in welcher Zeit sein Film spielt, und spielt mit recht Un-Achtziger-Haartracht den Piloten Barry Seal. Der schmuggelt in großem Stil Drogen, bis er auffliegt und ein Angebot von der CIA als Rettung vor dem Gefängnis auftaucht. Wer könnte einem Angebot, das von Domhnall Gleeson mit Vollbart vorgetragen wird, schon widerstehen, der Seal Barry jedenfalls nicht. Die auf einer wahren Begebenheit beruhende Geschichte packt „Jason Bourne“-Regisseur Doug Liman in einen satirischen Grundton und Tom Cruise in einer Piloten-Uniform lässt einen erneut wundern, wie denn wohl der „Top Gun“-Nachfolgefilm werden wird, darüber reden wir dann 2019. Christian Fuchs, nicht der größte Tom Cruise Fan auf diesem Planeten, vergibt sieben von zehn Kokain-Paketen.

Tom Cruise und Domhnall Gleeson in "American Made"

UPI

Henry Fonda for President

I don’t really like myself. Never did. People mix me up with the characters I play. I’m not a great guy like Doug Roberts [in ‚Mister Roberts‘]. I’d like to be but I’m not., Henry Fonda über sich selbst. Der Schauspieler, der im amerikanischen Kino vor allem für Integrität und Ehrlichkeit steht, für ruhige, besonnene Helden, wurde von KollegInnen - und seinen Kindern Jane und Peter Fonda - vor allem als kalt und abweisend beschrieben. Auf der Leinwand aber hat er über fünf Jahrzehnte lang Puzzle-Stücke verkörpert, die wichtig sind fürs große Narrativ der USA, fürs amerikanische Selbstverständnis. Von Abraham Lincoln in „Young Mr Lincoln“ über Tom Joad in „The Grapes of Wrath“, Wyatt Earp in „My Darling Clementine“ oder das einzige Jurymitglied in „Die 12 Geschworenen“ der an die Unschuld des Angeklagten glaubt. Erst 1968, als die Fonda-Kinder mit „Easy Rider“ bzw „Klute“, „Barbarella“ und politischem Protest für Furore sorgten und Teil der Pop- und Gegenkultur wurden, schockt Fonda das Publikum als Western-Bösewicht in Sergio Leones „Once upon a time in the West“. Das Österreichische Filmmuseum widmet Henry Fonda noch bis 11. Oktober 2017 eine große Retrospektive und wünscht sich „Henry Fonda for President“.

Außerdem

Michael Hanekes „Happy End“ geht für Österreich in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ ins Oscar-Rennen. Wer in der Kategorie tatsächlich nominiert wird, wird erst nächstes Jahr bekannt gegeben. Austrofred hat Konkurrenz, es gibt ein erstes Foto von Rami Malek als Freddie Mercury. Außerdem wird Jonathan Pryce Papst Franziskus spielen, Christian Bale Dick Cheney, Felicty Jones Ruth Bader Ginsberg und Leonardo diCaprio gibt Leonardo da Vinci. Todd Haynes plant eine Doku-Serie über The Velvet Underground, das restliche Hollywood scheint mit der Entwicklung von gleich drei Filmen über den Joker beschäftigt zu sein, selbst Jared Leto blickt nicht mehr durch. Ryan Murphy entwickelt eine Serie über die gefürchtete Nurse Ratchett aus „One flew over the cuckoo’s nest“ mit Sarah Paulson in der Hauptrolle, Mahershala Ali übernimmt die Ermittlungen in der dritten Staffel von „True Detective“. Grandios klingt die Dokumentation über die Dreharbeiten von „Man on the Moon“, in dem Jim Carrey grandios Andy Kauffman gespielt hat. Nicht vergessen: morgen beginnt der Ticket-Vorverkauf fürs /slash und hier kann man Tickets für die FM4 Kinopremiere von „mother!“ gewinnen.

(Sommer)Kino-Tipps

7. September, Fail Safe, Filmmuseum, Wien
7. September: Die Migrantigen, Kino am Dach, Wien
9. September: Ponyo, Filmcasino, Wien
9. September: A Hard day’s night, Filmcasino, Wien
9. September: Sein oder Nichtsein, Bellaria, Wien
9. September: Girlhood - Bande des filles, Volxkino, Wien
11. September: Master Class mit Apichatpong Weerasethakul im Filmmuseum, Wien

In diesem Sinn: Mmmmmm, Juicy Fruit („One flew over the cuckoo’s nest“)

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