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Bildschirmfoto von "Cuphead"

StudioMDHR Entertainment

Kuriose Kaffeehäferl

„Cuphead“ ist ein spielbarer Cartoon, der sensationell präsentiert ist. Doch dafür zahlt man einen Preis: Das Game ist höchst herausfordernd.

Von Robert Glashüttner

Die frühen Cartoons aus den 1930er Jahren von Walt Disney oder den Fleischer Studios haben eine besondere audiovisuelle Note: Ihre Figuren sind mit dicken Linien gezeichnet, flackern vom Bildschirm, sind mit übergedrehten Jazz-Sounds vertont und inhaltlich nicht immer kindgerecht. Wie wäre es, wenn man in so einen Cartoon eingreifen könnte, selbst die teils ziemlich frechen Figuren lenken?

Die Umsetzung dieser Idee klingt nach jener großen Herausforderung, die sie auch war. Über sieben Jahre ist daran gearbeitet worden, doch jetzt ist „Cuphead“ endlich erschienen.

Cuphead und Mugman

Wir steuern zwei kuriose Wesen, die eine Kreuzung aus Micky Maus und Kaffeehäferl sind – daher erklärt sich auch der Name des Spiels. Cuphead und sein Freund Mugman haben im Kasino des Teufels eine Wette gegen ihn verloren und müssen jetzt verlorene Seelen für ihn eintreiben. Das wird naturgemäß nicht einfach.



„Cuphead“, entwickelt von StudioMDHR Entertainment, ist für Windows und Xbox One erschienen.

Überdimensionale Erdäpfel, fiese Meerjungfrauen, ein wildgewordener Gummiball und Krawallkarotten sind nur einige der abstrusen Gegner, die uns bei „Cuphead“ so vorgesetzt werden. Sie alle sehen großartig aus und sind fantastisch animiert - eben wirklich so, als würde man einen alten Cartoon spielen, nur mit kräftigen Farben und in HD. Für die hervorragende Präsentation zahlt man aber auch einen Preis, denn „Cuphead“ ist ein Brett von einem Spiel und nichts für Menschen, die mit Scheitern und vielen Wiederholungen schlecht umgehen können.

Bildschirmfoto von "Cuphead"

StudioMDHR Entertainment

In manchen Levels heben wir ab: Dann steuert man Cuphead nicht direkt, sondern ein kleines Flugzeug, in dem er sitzt.

Die Steuerung ist prinzipiell simpel: Wir laufen, springen und schießen, zusätzlich dazu können wir einen Dash, also eine schnelle Vorwärtsbewegung, machen. Parieren kann man auch, aber um das zu beherrschen, ist viel Übung und Fingerspitzengefühl notwendig. Die Levels sind recht kurz, doch die große Herausforderung liegt im Design der Monster. Die rennen und schießen entweder ständig aus allen Himmelsrichtungen auf uns zu, oder wir treten gleich gegen einen Endgegner an, der uns alles abverlangt.

Mega Man in einen Cartoon getaucht

„Cuphead“ lässt sich somit am ehesten mit der „Mega Man“-Spieleserie vergleichen: eine kleine Figur läuft und schießt sich durch eine bunte, bockige Welt und muss einige markante Bosse besiegen.

Bildschirmfoto von "Cuphead"

StudioMDHR Entertainment

Gäbe es die sensationelle Präsentation nicht, wäre „Cuphead“ nur etwas für eingefleischte Genreliebhaber. Doch weil hier alles butterweich animiert ist und dazu passend auch die Steuerung sehr präzise ausgefallen ist, ist das Game zwar immer schwer, jedoch nie unfair.

Haben wir die genmanipulierte Sonnenblume oder die tödliche Achterbahn dann aber endlich mal besiegt, fühlt es sich umso befriedigender an. „Cuphead“ lässt sich übrigens auch hervorragend gemeinsam zu zweit spielen, um besser vorwärts zu kommen und um Leid wie Freud miteinander teilen zu können.

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