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Ein weißer Hai

Bert Reisfeld - Universal

Die AUfdeckerin

Die Aufdeckerin - Hai-Panik

Exklusiv enthüllt: Tiere werden in Österreich geschützt. Außer, sie sind verhüllt.

Die Aufdeckerin - Haipanik

Ich bin eindeutig gegen Verschleierung. Verschleierung von Tatsachen. Menschen sollen sich durchaus unenthüllt geben dürfen. Aber seit einigen Tagen ist es in Österreich verboten, sich in der Öffentlichkeit das Gesicht zu verhüllen. Aber ganz habe ich dieses Verbot noch nicht durchschaut. Und der Polizei geht es ähnlich! Die verteilt neuerdings nämlich streublümchenartig Anzeigen und weiß offensichtlich auch nicht so recht, wohin damit. Die wenigsten Probleme gibt es dabei mit Burkas und Niqabs. Schwieriger verhält es sich mit Clown-Nasen, Kostümen oder Schals im Gesicht. Nun wurde sogar in Wien eine Person in einem Ganzkörper-Haikostüm abgestraft.

Die Aufdeckerin

„Die Aufdeckerin“ wird gesprochen und geschrieben von Antonia Stabinger. Sie ist Kabarettistin, schreibt und spielt im Theaterkabarett-Duo Flüsterzweieck.

Eine bedrohliche Hai-Attacke also! Und das mitten in einem Binnenland! In Wien! Von so einer Schlagzeile habe ich schon immer geträumt. Ein eindeutiger Fall für die Aufdeckerin. Schnell wie eine Harpune habe ich herausgefunden, wo der mutmaßliche Hai wohnt und eile hin. Sein Wohnhaus schaut auffällig unauffällig aus. Gnadenlos läute ich an der Wohnungstür. Langsam und knarrend öffnet sie sich. Mein Herz klopft. Tatsächlich: Da steht der delinquente Raubfisch!

Kompetent beginne ich, mit dem Fisch zu kommunizieren. Aber es ergibt sich ein schwerwiegendes investigatives Problem: Durch den großen Haikopf verstehe ich nur ein dumpfes Gemurmel. Soll ich darum bitten, das Kostüm abzulegen? Es ist ja nur für einen Moment und wegen der Verständlichkeit, beruhige ich den Hai. Missmutig öffnet er den Zip und setzt den gutbezahnten Kopf ab. Eine junge Frau kommt zum Vorschein. Sie erklärt mir bereitwillig, dass sie das Kostüm nicht für einen Job angezogen hat. Ich bin überrascht. Warum denn dann?

Ganz einfach: Das Hai-Kostüm hätte elegant ihr Kopftuch kaschieren sollen. Soweit verständlich. Aber warum gerade diese Verkleidung? Sie klärt mich bereits unwillig auf: „Schau: Tiere werden in Österreich geschützt. Stadt-Hunden baut man sogar so Auslaufzonen. Und wenn ich kurz rausgeh, werd ich gleich anzeigt. Na oida?" Ich verstehe ihren Gram. Aber ich kann ihr den Grund dafür sogleich aufdecken: Tiere sind flauschig. Das gefällt vielen Leuten in Österreich. Menschen mit Kopfbedeckungen hingegen finden manche zu wenig flauschig.

"Aber dann zieh’ ich mir ein Tierkostüm an und werd wieder angezeigt?“ Auch hier habe ich prompt die Erklärung parat: Ein Hai ist einfach auch zu wenig flauschig. Sie hätte sich ein Beispiel an den Freunden und Helfern nehmen sollen: Der kuschelige Polizeibär, das Maskottchen der Polizei, ist bereits genehmigt.

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