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Wir reden über sexuelle Übergriffe

Heute, Dienstag, reden wir in FM4 Auf Laut ab 21 Uhr über sexuelle Belästigung in der Fahrschule, beim Arzt, in der Bahn, im Job, an der Uni oder der Schule. Über Macht und Ohnmacht. Und darüber, wie man sich wehren kann.

Von Elisabeth Scharang

Es kommt soviel Wut, Ärger, Frustration und Traurigkeit hoch dieser Tage, dass man sich gar nicht vorstellen kann, wo all diese Emotionen über die Jahre verstaut waren. Der Weinstein-Skandal hat ein Fass zum Überlaufen gebracht. Aber die eigentliche Explosion fand über die #metoo-Aktion der amerikanischen Schauspielerin Alyssa Milano statt, die am Sonntag vor einer Woche dazu aufrief: „Wenn du sexuell belästigt oder angegriffen wurdest, antworte ‚Ich auch‘ auf diesen Tweet.“

FM4 Auf Laut

Jeden Dienstag von 21 bis 22 Uhr. Mail: fm4@orf.at. Die Nummer ins Studio: 0800 226 996.

Es gibt keine Statistik, auf die ich hier zurückgreifen kann, aber es müssen Hunderttausende Frauen durch alle Altersgruppen, alle Sprachen, Länder und Berufsgruppen sein, die dem Aufruf gefolgt sind und immer noch folgen.

Die schwedische Außenministerin berichtet online über einen sexuellen Übergriff bei einem Abendessen der EU-Regierungschefs. Sie sei sprachlos gewesen ob der Dreistigkeit ihres Tischnachbarn und dessen Hand auf ihrem Oberschenkel unter dem Tisch. Sie berichtet über sexuelle Gewalt auf höchster politischer Ebene. Da kommt natürlich die Clinton-Lewinsky-Affäre wieder hoch und dass es damals eine Anklage von Paula Jones gegen Clinton wegen sexueller Belästigung gab. Und was ist eigentlich aus den Anschuldigungen gegen den jetzigen US Präsidenten Trump geworden, dem von 16 Frauen sexuelle Belästigung vorgeworfen wurde?

Hollywood ist überall

Deutsche Schauspielerinnen erzählen in den letzten Tagen unter dem Titel „Hollywood ist überall“, dass jeder und jede gewusst hat, dass es die „Besetzungscouch“ noch immer gibt, und dass sexuelle Erniedrigung eine alltägliche Begleiterin in dieser Branche ist.

Gestern Mittag um 13 Uhr riefen Frauen live in der Ö1-Sendung Punkt eins an. Eine Schauspielerin erzählt, wie sie mehrfach zu Sex aufgefordert wurde, um eine Rolle zu bekommen, wie sie mehrfach aus einem Raum geflüchtet ist, um sich vor einem Mann in Sicherheit zu bringen, der dachte, er hätte aufgrund seiner Position ein Recht auf ihren Körper.

„Ich war als junge Frau nicht vorbereitet auf solche Ungeheuerlichkeiten. Und deshalb finde ich es so wichtig und ich freue mich so, dass Frauen jetzt laut sind und sagen, was Sache ist.“ Das Erstaunliche an dieser einen Radiostunde auf Ö1, in der viele Frauen ihre traurigen Geschichten erzählen, ist: Jede tritt mit vollem Namen auf. Keine will anonym bleiben. Und ich denke, dass ist ein klares und ein lautes Zeichen.

Die Angst, dass man nach einer Anzeige gegen einen Vorgesetzten wegen sexueller Belästigung von den Kolleg*innen gemobbt wird, den Job verliert, in der Branche unten durch ist - diese Angst ist nicht unberechtigt. Wie kann man das Schweigen brechen? Was ist mit dem Umfeld, den anderen, uns allen – wie oft schauen wir weg, halten den Mund, wenn wir eine Situation mitkriegen, die für die oder den Betroffenen unangenehm ist? Was ist mit der großen schweigenden Mehrheit?

Meine Gäste heute Abend in FM4 Auf Laut sind:

  • Katharina Mückstein, Regisseurin und Filmproduzentin, die sich während ihrer Unizeit gegen einen Professor und seine sexuellen Übergriffe gewehrt hat. Heute engagiert sie sich im Frauenfilmnetzwerk FC Gloria.
  • Romeo Bisutti, Psychologe und Männerberater, der seit vielen Jahren für die Initiative White Ribbon arbeitet, eine Initiative von Männern gegen die Gewalt durch Männer.
  • Cornelia Amon-Konrath, Gleichbehandlungsanwältin

Reden wir heute ab 21 Uhr in FM4 Auf Laut über das, was sich ändern soll und was die #metoo Aktion bringen kann. Reden wir über sexuelle Belästigung in der Fahrschule, beim Arzt, in der Bahn, im Job, an der Uni oder der Schule. Über Macht und Ohnmacht. Und darüber, wie man sich wehren kann.

Schreib uns an fm4@orf.at , via facebook oder ruf in der Sendung an unter 0800 226 996.

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