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Stranger Things

Netflix

Die ganze Welt ist Upside Down

„Stranger Things“ ist zurück. Ob Season 2 der Serie an die hochgehypte erste Staffel anschließen kann, kann man hier herausfinden.

Von Christoph Sepin

Wer keine Zeit hat sich das hier durchzulesen, hier die Kurzzusammenfassung: Ja, die zweite Staffel von „Stranger Things“ hat es tatsächlich geschafft und ist eine würdige Fortsetzung der Serie aus dem Jahr 2016. Dass das alles andere als selbstverständlich war, das war sogar den Leuten hinter „Stranger Things“ selbst bewusst.

Wundersame Begegnungen in bekannter Dimension
Philipp L’heritier über die erste Staffel von „Stranger Things“

Und selbstverständlich war das nicht so einfach: „Stranger Things“ war für Netflix eine sprichwörtliche „Lightning In A Bottle“-Serie, wie einen Blitz in einer Flasche zu fangen. Ein Trick, der nicht nur schwer zu schaffen ist, sondern bei jedem weiteren Versuch auch nicht einfacher wird.

Staffel 1 war dennoch so ein großer Serienmoment. Extrem positiv von Kritikern aufgenommen, für zahlreiche Awards nominiert und innerhalb kürzester Zeit als popkulturelle Referenz aufgenommen. Menschen, die sich als Eleven zu Halloween verkleiden, DJs, die ihre Partyflyer im Schriftzug der Serie gestalten, Menschen, die inspiriert vom Soundtrack der Serie plötzlich anfangen 80s-Synthesizermusik zu hören.

Das alles zu wiederholen ist eine besondere Herausforderung für die Duffer Brothers, die Zwillingsbrüder, die als kreative Kraft hinter „Stranger Things“ stehen. Vor allem, weil die Serie doch eine in sich schön geschlossene Geschichte erzählte, die eine Fortsetzung gar nicht notwendig hatte.

Stranger Things

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Zurück nach Hawkins, Indiana

Diese Annahme wird mit dem Start der zweiten Staffel komplett widerlegt. Es war kaum vorstellbar, wieviel Story, wieviele Hintergründe, Charakterentwicklungen und Plottwists noch in der Serie stecken würden. Und anstatt einfach nur simples Fanservice mit ein bisschen Augenzwinkern in Richtung der Fans und idealer Gewinnmaximierung für Mutterfirma Netflix zu bieten, sind die neuen Folgen von „Stranger Things“ ein Serienerlebnis, das sich auszahlt, das Sinn macht und das beweist, dass da noch einiges geht in der seltsam-düsteren Welt der Show.

Aus Gründen der Spoilervermeidung soll an dieser Stelle nicht zuviel zum Plot gesagt werden. Freunde und Freundinnen der ersten Staffel sollten aber ihre Freude an den neuen Folgen haben. Wie schon in der Vergangenheit öffnen sich neue Storyentwicklungen langsam und unter Hochspannung - unterstützt vom wieder hervorragenden Soundtrack der Gruppe Survive - und das alles ohne zu große Längen.

Stranger Things

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Falls überhaupt, dann wirkt Staffel 2 wie eine übersteigerte Version der ersten Episoden. Noch mehr Handlungsstränge spielen sich gleichzeitig ab, noch mehr neue Stories und Hintergründe werden langsam enthüllt und irgendwie hat man permanent das Gefühl, dass es für die Charaktere in den neuen Folgen um viel, viel mehr geht, als noch in der Vergangenheit.

Was deutlich dabei zu helfen scheint, ist das scheinbar größere Budget von „Stranger Things“, das Special Effects nicht nur glaubhafter darstellt, sondern viel größere und schöner inszenierte Setpieces ermöglicht. Gleichzeitig wirkt es auch, als ob die Regieinszenierung um einiges besser geworden ist. „Stranger Things 2“, das traut sich irgendwie mehr.

Stranger Things

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Eine Serie, die durch ihren Hype nicht überladen und over-the-top, sondern selbstbewusster geworden ist. Die versteht, mit Fanservice und 80er-Nostalgie zu spielen, anstatt es für den nächsten übertriebenen Hypemoment auszunutzen. Die versteht, dass sie durch die Lebendigkeit ihrer hervorragend konzeptionierten Charaktere zu dem geworden ist, was sie ist. Und diese Charaktere werden von den Schreibern mit Respekt behandelt, haben den notwendigen Raum, ihre Stories zu entwickeln und auf ihre Umwelt zu reagieren.

In „Stranger Things“, da geht es nicht einfach um simplen Horror und 80er Jahre Referenzen. Da geht es um die großen Themen: Freundschaft und Familie, Liebe und Eifersucht, Vertrauen und Verrat, Erwachsenwerden und Kindheit, sich seinen Ängsten stellen oder weglaufen. Und das alles verpackt in großartig inszenierte, cineastische Episoden, die man mal wieder - schon wie Staffel 1 - am besten in einem Durchgang bingewatched. Long live „Stranger Things“, auf dass Staffel 3 noch immer so hervorragend bleibt.

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