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Franz Ferdinand zu fünft

Franz Ferdinand / David Edwards

Der song zum sonntag

Wir wollen nie mehr landen

Der Song zum Sonngtag: Franz Ferdinand - „Always Ascending“

von Philipp L’heritier

Es muss immer weitergehen, im besten Falle nach oben. Die vier Schotten von Franz Ferdinand sind kurze Zeit eine der spannendsten Gitarrenbands der Nuller-Jahre gewesen, sie haben das Revival von Postpunk maßgeblich mitangetriggert und sind auf diesem Sektor für mindestens ein Album lang die gewiefteste und interessanteste Band gewesen.

Franz Ferdinand haben sich am spröden, metallenen Politfunk der englischen Band Gang of Four und an der nervösen Artschool-Hibbeligkeit der New Yorker Talking Heads orientiert. Sie haben nichts Neues erfunden, die ganze Angelegenheit aber mit einer ordentlichen Dosis Pop und Hooks und süßen Melodien aufgeladen, sich schick frisiert, adrett gekleidet und die Indierock-Gitarre wieder auf dem Dancefloor etabliert.

Nach zwei Alben ist die Formel müde geworden – Franz Ferdinand haben die alten Blaupausen aufgewärmt, mehr mit Elektronik experimentiert. Mit soliden und egalen Ergebnissen. 2016 hat Nick McCarthy, neben Alex Kapranos der zweite Chef der Band, Franz Ferdinand verlassen, jetzt wird ein zarter Neubeginn probiert, und zwar vielversprechend.

Anfang 2018 soll das neue, fünfte Album von Franz Ferdinand erscheinen, produziert hat der französische Überproducer Philipp Zdar, den kennt man als ewige French-House-Legende, als Hälfte des Dance-Duos Cassius oder von Arbeiten mit Phoenix oder den Beastie Boys.

Zwei neue Mitglieder hat die Band auch im Boot, einer davon ist Keyboarder und außerhalb der Band üblicherweise auch als Producer, DJ und Remixer unterwegs. Hier wird also schon ohne Scham signalisiert: Diesmal gehen wir aber so richtig in die Disco.

  • Alle Songs zum Sonntag auf FM4
  • Auch der geschätzte Wissenschafts- und Popjournalist Thomas Kramar macht sich in der Presse am Sonntag zum jeweils selben Song seine Gedanken.

„Always Ascending“ wird das Album heißen, das Titelstück unterstreicht dieses Vorhaben deutlich. Es ist ein Lied vom und für den Hedonismus. Wir steigen auf, wir heben ab, immer, immer, das sagt der Titel des Songs. Wir bekämpfen die Schwerkraft, so singt Alex Kapranos.

Es ist wieder ein wunderlich zusammengestohlenes Stück geworden: Franz Ferdinand verschmelzen den quecksilbrigen Glam von Roxy Music, den Dancepunk des LCD Soundsystems und die für alle Ewigkeiten ins Universum gleitenden Synthesizer-Arbeiten von Giorgio Moroder und würzen mit der schönen Franz-Ferdinand-Schnöseligkeit nach.

Der Text bleib vage, Slogans vom Ausbruch, von der Ekstase und der Entgrenzung, immer schwingen Zweifel und Traurigkeit mit. Wie bei so vielen sehr guten Disco-Songs.

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