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Alexander Horwath im FM4 Doppelzimmer

Pamela Rußmann

FM4 Doppelzimmer

„Ich war einer dieser Nerds“

Alexander Horwath, leidenschaftlicher Cineast und bis vor kurzem Direktor des Filmmuseums, greift im FM4 Doppelzimmer in die Vollen der Filmgeschichte.

Von Elisabeth Scharang

Mit 16 Jahren wusste Alexander Horwath, dass er über Filme schreiben will. Seine Liebe galt dem amerikanischen Kino, mit dem er aufgewachsen ist. „Ich war einer dieser Nerds, die Listen über alles geführt haben.“ Seine Leidenschaft für Filme hat ihn 1992, mit erst 28 Jahren, an die Spitze der Viennale geführt.

Das FM4 Doppelzimmer mit Alexander Horwath ist am 1. November von 13 bis 15 Uhr zu hören. Und anschließend für 7 Tage on demand.

„Don´t let a boy do, what a man has to do," singt Marlene Dietrich in einem Western inszeniert von Fritz Lang. „Dieser Filmausschnitt passt für diese Zeit. Ich war damals zwar kein Boy mehr, aber ziemlich jung – wahrscheinlich zu jung - für so eine Verantwortung. Dasselbe denke ich mir bei dem künftigen Bundeskanzler.“

Dennoch gilt die Zeit von Horwath als Direktor des internationalen Filmfestivals in Wien, der Viennale, für viele Filmliebhaber*innen als eine Sternstunde für das Kino in Wien. Er hat das Festival internationalisiert und spannende Filmemacher*innen nach Wien geholt. Und es dauerte nicht lange, bis der Funke auf das Publikum übergesprungen ist. Der Grundstein für die Akzeptanz und die vollen Kinosäle der Viennale heute ist damals gelegt worden.

Alexander Horwath im FM4 Doppelzimmer

Pamela Rußmann

In den letzten 16 Jahren hat Alexander Horwath als Direktor des Filmmuseums in Wien gezeigt, was Film alles kann. Und weil er nach diesen intensiven 16 Jahren natürlich nicht von heute auf morgen aus dem Kuratieren austeigen kann, habe ich vor unserem Gespräch eine lange Liste bekommen. Eine richtig lange Liste. Filmausschnitte und Musik aus Filmen, die Alexander Horwath teils mit biografischen Stationen seines Lebens verknüpft.

Wir tauchen ein in die Glam-Rock-Welt der 70iger Jahre, wie sie Todd Haynes in seinem Film Velvet Goldmine zeigt. In einem Gespräch im Filmmuseum vor ein paar Wochen zwischen Alexander Horwath und Todd Haynes, hat der US Regisseur gesagt: „ Ich bin in dem Glauben aufgewachsen, dass die liberale Zeit, in die ich hineingeboren wurde, die Normalität ist. Aber schön langsam muss ich zur Kenntnis nehmen, dass das ein Irrtum war. Die Zeit, die wir jetzt erleben, das Reaktionäre und Konservative, das ist wohl die Normalität.“

Das Aufwachsen in den 80iger, der Einfluss von Frauen damals und bis heute in seinem Leben, das Lernen über die Liebe aus Filmen. Wir surfen durch „20th Century Women“ hin zu Otis Redding und mitten in die Nouvelle Vague. Jeanne Moreau singt. Und eine Gesprächsstunde später tut es Nina Hoss. Ganz still ist es im Studio. Film funktioniert auch, wenn man dem Atem der Schauspielerin zuhört, die in dem, was sie nicht sagt, alles erzählt.

Tinseltown Swimming in blood Destroyer
Afterlife Arcade Fire
Repeat Cid Rim feat. Samantha Urbani
Get Away, Young Man Marlene Dietrich
Filmbezug: “Rancho Notorious”, Fritz Lang
20th Century Boy Marc Bolan/T.Rex
Filmbezug: “Velvet Goldmine”, Todd Haynes
Cheree Suicide
aus „20th Century Women“, Mike Mills
Each time you fall in love Cigarettes after sex
Edda's Cumbia Acid Pauli
Go Back Tony Allen / Damon Albarn
Verlass die Stadt Gustav
Filmbezug: „Oh Yeah, She Performs“, Mirjam Unger
The Pure and the Damned Oneohtrix Point Never ft. Iggy Pop
Filmbezug: “Good Time”, Safdie Bros.
Leaning on the Everlasting Arms Robert Mitchum & Lillian Gish
I’ve Been Loving You Too Long Otis Redding
Live-Version aus “Monterey Pop”!
Do U remember the first time? Pulp
Oh wow Leyya
Le tourbillon Jeanne Moreau
aus dem Film „Jules et Jim“
Janitor of Lunacy Nico
Filmbezug “L’eau froide”, Olivier Assayas
Speak Low Billie Holiday
aus dem Film “Phoenix”
Jupiter Benjamin Clementine
Fox on the Run Sweet
Filmbezug: “Wonderstruck”
Hero Frank Ocean

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