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High Hell

Devolver

Highspeed auf Hochhausdächern

Im Indie-Shooter „High Hell“ geht’s um die Bestzeit - ein bizarr-sympathisches Arcade-Spiel mit großartiger Musik.

Von Rainer Sigl

Ein wuchtiger Tritt und die Tür fliegt aus den Angeln. Zwei Schüsse und die überraschten Gangster dahinter fliegen krachend gegen die Wand. Ein Stapel Bargeld geht in Flammen auf, und schon befördert mich ein Hechtsprung übers Geländer der Terrasse in die Tiefe. Vom Start bis zum Ende dauert der hektische Einsatz keine Minute - und trotzdem geht das eigentlich auch noch viel schneller.

Im First-Person-Indie-Shooter „High Hell“ wird nicht lang gefackelt: Als namenlose Rächerin sind wir in einer Welt aus klaren Linien und schreiend bunten Farben auf den Dächern riesiger Wolkenkratzer auf Gangsterjagd. Eine richtige Handlung gibt’s nicht, und auch die Regeln sind simpel: In jeder der 20 Missionen haben wir nur eine einzige Waffe, ein Haupt- und Nebenziel - und den Anreiz, möglichst schnell nach Abschluss des Auftrags per Fallschirm vom Dach zu springen.

Ein Fest für Speedrunner

„High Hell“ ist quietschbunt und absurd genug, um nicht als brutales Actiondrama, sondern als unterhaltsame Schießbude durchzugehen, in der wir gegen Schimpansen mit Schusswaffen, Satanisten und jede Menge Gangster mit schwarzen Anzügen antreten. Die simple, aber stylische Cartoongrafik soll auch nicht vom Wesentlichen ablenken, und das ist der Highscore.

Je schneller und effizienter wir durch die eigentlich recht kurzen Level sprinten, desto höher die Punktezahl - ein Spiel wie geschaffen für Speedruns, in dem besonders ambitionierte Spielerinnen und Spieler um den schnellsten Levelabschluss kämpfen. Wer sich gern vorsichtig und langsam durch eine Spielewelt bewegt, ist hier also fehl am Platz, denn statt Taktik und Subtilität zählen Präzision, Geschwindigkeit und die Bereitschaft, am perfekten Run zu feilen. Wer nicht zum Speedrunner geboren und frei von solchen Ambitionen ist, hat aber auch so für etwa zwei bis drei Stunden seinen Spaß an diesem neonbunten Arcade-Shooter.

High Hell

Devolver

Underground-Hip-Hop vom Games-Spezialisten

„High Hell“ ist simpel, aber rasant und motivierend, und die schrille Grafik sorgt gemeinsam mit dem sympathisch eigenartigen Humor des Spiels für kurzweilige Unterhaltung. Zwischen den Missionen können wir in besonders absurden Minispielen auch mal Würstchen grillen oder eine Herde Ziegen per Signalhorn erschrecken.

„High Hell“ ist für Windows und Mac erschienen.

„High Hell“ ist ein minimalistischer, wunderbar abgedrehter Shooter mit viel Charakter. Am besten ist das Spiel übrigens, wenn man den Sound ganz laut aufdreht, denn für den sorgt der bekannte Hip-Hop-Künstler Doseone vom amerikanischen Undergroundlabel Anticon. Als umtriebiger Labelgründer und Mitglied der für ihre Seltsamkeit bekannten Formationen cLOUDDEAD, Deep Puddle Dynamics oder 13&God hat Doseone sich in den letzten Jahren wiederholt als Musiker für Indiespiele hervorgetan, unter anderem für „Samurai Gunn“ und „Enter the Gungeon“ - auf seiner Bandcamp-Seite kann man diese Soundtracks auch bequem hören.

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