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bridgette und sohn larry

Mark Schafer/SHOWTIME

Serie

Jung, sexy, alleinerziehend

Als Hauptdarstellerin, Drehbuchautorin und Regisseurin in Personalunion greift Frankie Shaw in der Serie „SMILF“ das Bild der alleinerziehenden Jungmutter frontal an.

Von Anna Katharina Laggner

Bridgette (Frankie Shaw) hat eine große Sorge: ihre Vagina könnte durch die Geburt des Sohnes Larry ausgeleiert sein. Und Bridgette ist zwar eine verdammt coole Socke, das merkt man schon im Intro, als sie ihrem dreijährigen Sohn im Supermarkt einen menschengroßen Stoffbären und ein Messer kauft, aber die Sorge wird dennoch zur fixen Idee. Was folgt, ist ein egozentrischer Rabenmutterausbruch, ein von einem Kinderfuß fast zu Tode erschrockener Sexpartner und eine verzweifelt heulende Bridgette.

Wow! Schon in der allerersten Folge der Serie „SMILF“ blickt Frankie Shaw in die emotionalen Abgründe, die so eine alleinerziehende Mutterschaft neben all den zur Komödie höchst tauglichen organisatorischen und logistischen Drahtseilakten auch haben kann. Etwa das Tabuthema Einsamkeit (das auch deswegen derart komplex ist, weil oder obwohl die Single Mother I’d Like to Fuck praktisch nie alleine ist.)

bridgette und larry im supermarkt

Lacey Terrell/SHOWTIME

Ob MILF oder SMILF ist egal - gemeint ist ein Sexobjekt. Bridgette aber ist alles, nur kein Objekt. Sie ist eine mittezwanzigjährige, alleinerziehende Mutter in Boston, die gerne Schauspieljobs hätte, aber stattdessen ein paar rich kids Nachhilfe gibt, die mit den anderen working class Jungs aus dem Viertel im öffentlichen Käfig Basketball spielt, den Buggy am Rand geparkt, die sich nach Liebe, Sex und Zärtlichkeit sehnt, aber stattdessen den Fressattacken nachgibt und neben all dem versucht, irgendwie ihre Rechnungen zu zahlen.

Die erste Staffel (acht Episoden) von SMILF ist ab 24. November auf Sky zu sehen.

Mit SMILF geht Frankie Shaw in die Offensive: sie hat die Drehbücher für die acht Episoden geschrieben, sie führt Regie, produziert, überwacht den täglichen Betrieb am Set und spielt die Hauptrolle.

Frankie Shaw war selbst alleinerziehende Mutter und gleichzeitig als Schauspielerin in L.A. darum bemüht, ihre Karriere in die Gänge zu bekommen und die eigenen Träume zu verwirklichen. Irgendwann hatte sie dieses Leben satt und hat den Kurzfilm SMILF geschrieben und gedreht, dafür einen Preis am Sundance Filmfestival gewonnen und daraus die Serie entwickelt.

Die Figur der Bridgette wirkt wie der Zerrspiegel eines Frauenbildes, in dem die Mutter sexy ist, aber keinen Sex haben darf, in dem sie einen tollen Job hat, aber dem Kind dennoch alles unterordnet, das Bild einer Frau, die alles im Griff hat. Bridgette aber (und darin liegt der große Unterschied etwa zu den beiden „Bad Moms“ - Filmen) hat nicht alles im Griff, oft sogar sehr wenig, ist aber Bestimmerin ihres eigenen Lebens. SMILF ist die Trotzreaktion auf den wertenden Blick von außen.

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