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Giulia Enders

Alpaka-Kot für die Wissenschaft

Die Darmforscherin Giulia Enders gewinnt den Heinz Oberhummer Award für Wissenschaftskommunikation 2017. Dafür kommt sie am 25.11. nach Wien und spielt mit den Science Busters eine Show.

Von Martin Puntigam

„Seit dem ersten Semester bin ich total auf dem Darmrohr hängengeblieben, es fing alles einmal mit dem Anus an und hat sich zu meinem absoluten Faszinationsgebiet ausgeweitet.“

Damit hat 2012 alles begonnen, auf Science Slams, auf denen Giulia Enders gut gelaunt und fachkundig und der dem Titel „Darm mit Charme“ über ihre Leidenschaft für Stoffwechsel und Darmbakterien gesprochen hat. Illustriert mit Grafiken ihrer Schwester Jill wurde der Slam zum Youtube-Hit, was bei einem Referat über Gastroenterologie noch nicht sehr vielen Menschen gelungen ist.

Noch größer war und ist der Zuspruch für ihr Buch selben Titels, das bis heute über zwei Millionen Mal verkauft wurde und in rund 40 Ländern verlegt wird. Was für Giulia Enders der Darm ist, war für Heinz Oberhummer das Universum und seine Attraktionen: Urknall, Gravitationswellen, Schwarze Löcher, you name it! Dafür hat er als Forscher geschwärmt, und um möglichst allen davon zu erzählen, wie faszinierend und cool der Kosmos ist, hat er vor 10 Jahren die Science Busters mitbegründet. Legendär sind seine Luftsprünge, wenn er das Weltall wieder einmal über den grünen Klee gelobt hat.

Auf der Erde hat Heinz Oberhummers Begeisterung, vor allem in den letzten Jahren, den Alpakas gegolten, die er gemeinsam mit seiner Familie auf einem Bauernhof in Niederösterreich gezüchtet hat. Nicht nur wegen des weichen Fells und des treuherzigen Blicks, sondern vor allem auch wegen seines Lieblingbakteriums Deinococcus radiodurans, das sich in den Alpaka-Bemmerl findet, und das fast allen Widrigkeiten, die das Universum bereithält, standhalten kann.

Folgerichtig gibt es zum Preisgeld von 20.000 Euro, bereitgestellt von der Universität Graz, der Technischen Universität Wien, dem ORF Fernsehen, dem Wissenschaftsministerium, Radio FM4 und der Stadt Wien, die gemeinsam mit den Science Busters den Award im Stadtsaal ausrichten, auch einen sehr schönen Pokal, nämlich ein Glas Alpakakot, frisch geerntet. Womit schon der Vorjahrespreisträger James Randi große Freude hatte, wenn auch Bedenken wegen des Zolls.

Giulia Enders hat ihr Medizinstudium mittlerweile abgeschlossen und arbeitet im Rahmen ihrer Facharztausbildung am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg, das – Überraschung – natürlich auf Darmkrankheiten und deren Behandlung spezialisiert ist. Wenn daneben Zeit bleibt, dann entwickelt sie gemeinsam mit ihrer Schwester für die Cité des sciences et de l’industrie eine Ausstellung, in der quasi der Darminhalt ihres Buches dreidimensional für alle Menschen begreifbar gemacht werden soll.

Oder sie kommt nach Wien, um kommenden Samstag, den 25.11., gemeinsam mit den Science Busters eine Show zu spielen, einen Abend im Zeichen des Darms und seiner Bakterien, ein Hochfest der Keime!

Heinz Oberhummer Award

Radio FM4

Erleben und genießen Sie Kängurukottransplantationen, die die Entstehung eines schwarzen Lochs demonstrieren und ausreichend freundliche Darmbakterien für den Verzehr bereitstellen. Es wird außerdem geklärt, wo sich Heinz Oberhummer, der Gründer der Science Busters und Namensgeber des Preises, mittlerweile herumtreibt, denn im Universum geht nichts und niemand verloren.

Beginn ist 20.00 Uhr und unter all jenen die uns folgende Frage beantworten können, verlosen wir 7x2 Tickets:

Wie ist der Spitzname des Bakteriums Deinococcus radiodurans aus dem Alpaka-Kot?

Die richtige Antwort lautete Conan Bakterium. Die GewinnerInnen wurden per Mail benachrichtigt.

Giulia Enders freut sich, schon auf Wien.

Aktuell:

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