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Filmflimmern

Filmflimmern

Neu im Kino: Coco, Lady MacBeth, Flatliners, Madame, Was uns bindet. Außerdem: Jim Jarmusch plant ein „Ghost Dog“-Sequel, Greta Gerwig hat Justin Timberlake einen Brief geschrieben, Joaquin Phoenix spielt Jesus und nicht nur die New York Times fragt sich, wie man im langen Schatten der Causa Weinstein die Oscars 2018 feiern kann.

Von Pia Reiser

Lady MacBeth

Sagen Sie niemals „Kostümfilm“ zu ihm! „Lady MacBeth“, die Romanverfilmung von William Oldroyd ist ein hinterhältiges Stück Kino, das sich als Kostümdrama tarnt, um sich dann zum Psychothriller im Hochmoor zu wandeln. Ein blutiger Befreiungsschlag einer jungen Frau mit einer großartigen Florence Pugh. Ausführliche Kritik gibt es hier, ich verleihe 8 von 10 Killern im Korsett.

Coco

Tot, aber niedlich - Disney macht’s möglich: Kinder (oder Tierkinder), die von ihrer Familie getrennt werden, gehören seit jeher zum Disney-Kanon. In „Coco“ landet ein kleiner Junge aus einem mexikanischen Dorf aus Versehen im Land der Toten. Alles, was man über „Coco“ wissen sollte, hat Christoph Sepin hier niedergeschrieben, er verleiht 7 von 10 Skeletten.

Coco

Disney

Flatliners

Ebenfalls im Reich der Toten landen die fünf Medizinstudenten in „Flatliners“, dort schaut es allerdings weniger putzig aus als in „Coco“. Die eifrigen Studenten wollen rausfinden, ob es ein Leben nach dem Tod gibt und haben offenbar den Film „Flatliners“ aus dem Jahr 1990 nicht gesehen. Die Experimente mit künstlich herbeigeführten Nahtod-Erlebnissen gehen nicht gut, noch schlechter ist allerdings der Film, in dem Kiefer Sutherland - einer der Hauptdarsteller des Originals - auch wieder eine Rolle übernimmt. Die Frisuren im Original waren auch besser. Martina Bauer vergibt 4 von 10 Herz-Monitoren.

Ellen Page in "Flatliners"

sony

Madame

Will Gesellschaftssatire mit „Cinderella“-Motiv sein, ist aber einfach nur unausgegorener Topfen. Kunsthändler verliebt sich in Dienstmädchen, das er für eine spanische Aristokratin hält. Die Arbeitgeberin des Dienstmädchens sabotiert die Beziehung aus Standesdünkel. Aja, das ganze spielt nicht im 19. Jahrhundert, sondern jetzt. Da gabs dann auch nur 1 von 10 silbernen Dessertlöffeln dafür.

toni colette und rossy de palma in "madame"

constantin

Was uns bindet

Eine eigenwillige wie stellenweise beklemmende Antithese zu „da bin i her, da g´hör´ i hin“ liefert Yvette Löcker mit ihrer Dokumentation über ihre nicht unkomplizierte Beziehung zu ihren Eltern ab. Anna Katharina Laggner hat Regisseurin Löcker zum Interview getroffen.

Ehepaar

filmgarten

Außerdem

Das freut die Schnittmenge der „Hagakure“-Enthusiasten/Wu-Tang-Clan-Fans: ein Sequel zu Jim Jarmuschs „Ghost Dog“ wird in absehbarer Zeit den Weg auf Leinwand (oder Bildschirm) finden.
Greta Gerwig hat Justin Timberlake, Alanis Morissette und Dave Matthews sehr schöne Briefe geschrieben, in denen sie sie gebeten hat, Songs für ihren Film „Lady Bird“ verwenden zu dürfen, Brief-Nachlese gibt’s hier. „Lady Bird“ hat im Übrigen „Toy Story 2“, den Top-Film bei „Rotten Tomatoes“, entthront, der Film startet nächstes Frühjahr in Österreich.

Einige halten ihn ohnehin schon dafür, er sich selbst vielleicht auch, jetzt spielt auf jeden Fall Joaquin Phoenix im Film „Maria Magdalena“ Jesus, die Titelrolle hat die supere Rooney Mara übernommen.

Die schönste Geschichte aus der Filmberichterstattung, quasi das Weihnachtsmärchen, ist diese hier: Guardian-Journalist Benjamin Lee trifft Michael Haneke und gibt sich am Ende des Interviews als der Mann zu erkennen, der den grandiosen Michael-Haneke-Fakeaccount auf Twitter betrieben hat. Und Haneke macht die ganze Geschichte kreisrund, in dem er das macht, womit Lee jeden Tweet beendet hat: er lacht laut auf.

Für alle, die sich schon über die nicht so ganz gelungenen digitalen Radiergummi-Experimente in „Justice League“ amüsiert haben hier musste Henry Cavills Schnurrbart von Supermans Gesicht mittels CGI entfernt werden -, dem könnte auch die CGI-Körpermodifikationsgeschichte rund um Armie Hammers verflixt kurze Hosen in „Call me by your name“ gefallen.

Und wer sich immer schon gefragt hat, was an den zahlreichen Essensszenen in „The Big Bang Theory“ seltsam ist, kann sich an dem Vulture-Artikel erfreuen: Die Antwort: Es wird nur im Essen gestochert, nie gegessen.

Die Awards Season hat mit den Gotham Awards und den Nominierungen bei den Independent Spirit Awards begonnen und nicht nur die New York Times fragt sich, wie die Oscars im Schatten der Enthüllungen und Ermittlungen im Fall Harvey Weinstein (und anderer) aussehen werden.

Termine

30.11-10-12: This Human World Festival, Schikaneder, Wien
30.12: Filmakademie Werkschau, Filmcasino, Wien
1.12 Jedem Dorf sein Underground, KV roeda, Steyr
1./2./3.12: Colossal, Gartenbaukino, Wien
1.12: The Darjeeling Limited, Filmcasino, Wien
2.12: Vortrag Christoph Huber: Bigelow & Co. im TV, Filmmuseum, Wien
2.12. Das Narrenschiff, Bellaria, Wien

Anne Hathaway und Jason Sudeikis in "Colossal"

slash

„Colossal“

In diesem Sinn: „did evry1 get the twist end of amour? that the old lady had bin ded 4evr + it was all in the pigeonz dreem? thx4the tip @mnightshyamalan lol“ (vom großartigen Michael-Haneke-Twitteraccount von Benjamin Lee)

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