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Handy mit Happyme App

Sophie Liebhart / Radio FM4

Happy End Kalender

FM4 Happy End Kalender Tag 6: Die App Happyme

So manches findet man heutzutage in der digitalen Welt. Warum also nicht aus das Glück? Der Weg zum Glück mit der App Happyme hinter Kalendertür 6.

Von Sophie Liebhart

Wie glücklich bist du heute? Diese Frage stellt einem die App Happyme nach dem Download täglich. Zu einer gewünschten Uhrzeit poppt die Frage auf und erinnert einen daran, den Tag im digitalen Glücks-Tagebuch festzuhalten. In unterschiedlichen Kategorien trägt man ein, was man am jeweiligen Tag gemacht, gegessen oder gedacht hat. Erfolgserlebnisse in der Arbeit sollen ebenso vermerkt werden wie ein Treffen mit Freunden.

Es ist einiges, was die App wissen will. Aber laut den Entwicklern kann man so in drei Minuten den ganzen Tag abbilden. Zusätzlich bewertet man diesen auch auf einer Glücksskala von null bis 100. Am Ende einer Woche kann man dann seinen ganz persönlichen Glücks-Verlauf betrachten. Das Ziel: Den Zusammenhang erkennen zwischen den Aktivitäten und dem Glückswert. In weiterer Folge sollte man dann mehr von den Dingen tun, die einen den Aufzeichnungen nach glücklich machen.

Der FM4 Happy End Kalender

Wir sind 24 Tage lang dem Glück auf der Spur und testen uns von 1. bis 24. Dezember durch diverse Glücksversprechungen: von der Tageslichtlampe über verschiedene Apps bis hin zu Sex.

Alle Tage, alle Türchen

Bringt das wirklich was?

In meinem Fall wäre das zum Beispiel Sport. Am Dienstag nach meinem Pilateskurs ist mein Glückswert bei 85 von 100 gewesen. Dass mir Sport gut tut, habe ich aber auch schon gewusst, bevor ich mir die App heruntergeladen habe. An der Motivation, mich zum Sport durchzuringen, scheitert es trotzdem oft. Aber ob die Glücksskala in einer App genug Motivation ist, um auch bei Regen und Schnee noch rauszugehen und sich sportlich zu betätigen? Ich habe da so meine Zweifel.

Die Sache mit der Motivation

Ich glaube, so geht es nicht nur mir. Es kann sicherlich nicht schaden, zu reflektieren, was einem gut tut und was nicht. Aber meistens wissen wir doch sehr genau, dass uns ein kreatives Hobby, gutes Essen oder Sport auf lange Zeit zufriedener machen und trotzdem entscheiden wir uns oft für das Sofa. Warum das so ist hat Lewis Parker Schiffer von der Claremont-Universität in Kalifornien untersucht.

„Ich weiß was mir gut tun würde, aber ich kann mich einfach nicht aufraffen.“

Glücksforscher Shawn Achor beschäftigte sich als einer der Ersten mit der sogenannten Aktivierungsenergie: Ein etwas sperriger Begriff für die Energie, die nötig ist, um einen bestimmten Prozess in Gang zu setzen – zum Beispiel sich zum Sport aufzuraffen.

297 Menschen haben im Rahmen seiner Studie verschiedene Tätigkeiten danach bewertet, wie angenehm und wie aufwändig sie sind und wie oft sie diese durchführen. Bei der Hälfte hat es sich um passive Freizeitmöglichkeiten wie Fernsehen oder Internetsurfen gehandelt, bei den restlichen 50 Prozent um aktive Tätigkeiten wie Joggen, Malen oder ein Instrument lernen.

Der Einsatz bei diesen Tätigkeiten ist erst einmal hoch, sie sind anstrengend und fordern uns. Sie sind es aber gleichzeitig auch, die uns langfristig zufriedener machen, uns Raum bieten, zu wachsen.

Laut Lewis Parker Schiffer wissen Menschen eigentlich sehr genau, dass es sie auf Dauer zufriedener macht, aktiv zu sein. Aber sie handeln nicht danach, denn die Tätigkeiten brauchen mehr Überwindung. Stattdessen tun sie Dinge, die ihnen schnelle Befriedigung geben, die sich unmittelbar angenehm anfühlen.

Bewusstsein stärken

Es kann also helfen, sich bewusst zu machen, weshalb es uns gut tut, zum Sport zu gehen. Denn hinterher wird man fast immer mit einem positiven Gefühl belohnt. Und vielleicht stärkt es ja das Bewusstsein, dieses positive Gefühl in einem App-Tagebuch festzuhalten.

„Das Glück liegt in deiner Hand“, ist einer der Slogans der Happyme-App. Die Idee ist nett und es kann sicher nicht schaden, sich ein bisschen näher mit gewissen Gewohnheiten auseinanderzusetzen. Vielleicht steigt so ja die Motivation, sich doch aufzuraffen. Automatisch glücklich macht die App aber leider nicht. Und angenommen, aktive Tätigkeiten haben wirklich das Potenzial, uns glücklicher zu machen, dann wäre es sicher ein erster Schritt, das Handy aus der Hand zu legen.

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