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Auf LAut

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Macht uns Online-Dating zu weltoffeneren Menschen? Wir diskutieren darüber in FM4 Auf Laut.

Von Elisabeth Scharang

Weltoffen durch Online-Dating? Hm. So habe ich das noch nie betrachtet.

Aber man soll Perspektivenveränderung niemals unterschätzen. Ich verändere also zuerst meine Perspektive auf die Frage, wie lerne ich jemanden kennen (ich hab mich für Online-Dating bisher nicht sonderlich interessiert). Und ich verändere meine Perspektive auf die Ansage: Gegensätze ziehen einander an, der ich bisher durchaus was abgewinnen konnte.

Dann bin ich bereit weltoffener zu werden und meinen Bekanntenkreis zu erweitern. Denn laut einer Untersuchung von Philipp Hergovich von der Uni Wien und seinem Kollegen Josue Ortega von der Uni Essex, die in den letzten Wochen durch viele Medien gereicht wurde, funktioniert das genau so: Man lernt durch Online-Dating häufiger Menschen kennen und lieben, die nicht aus der näheren Umgebung oder dem eigenen Kulturkreis kommen. Das mache die Gesellschaft offener, so lautet die These.

Aber wie ist das mit den Blasen, in denen wir uns im Netz bewegen? Mit den Menschen und Meinungen, die unsere eigenen bestätigen, weil ein Widerspruch durch diverse Algorithmen im Keim erstickt wird? Sind wir beim schnellen Aussortieren potentieller Dates am Handy tatsächlich experimentierfreudiger als face to face? Ist die Schwelle, um über unsere Vorurteile zu steigen, online niedriger als bei analogen Begegnungen? Ehrlich gesagt, ich hab keine Ahnung. Aber ich schließe das alles auch nicht aus. Ein hervorragender Ausgangspunkt, Philipp Hergovich für ein Gespräch über seine Thesen einzuladen und in die Datenwelt der Onlinebeziehungen einzusteigen.

Wo wird Bewerten zu Mobbing?

Wir werden in FM4 Auf Laut aber weniger über Zahlen reden, sondern über Menschen und über ihr Verhalten beim Online-Dating. Es ist nichts Neues, dass wir uns schriftlich Beurteilungen an den Kopf werfen, die wir uns mündlich niemals ins Gesicht sagen würden. Über anonyme Formen der Kommunikation verlieren manche den Respekt und vergessen, dass das Gegenüber Gefühle hat.

Lisa hat genau so eine ungute Erfahrung beim Online-Dating gemacht: „Wenn sich jemand auf einer Dating-Plattform gehässig über dein Aussehen oder deinen Körper auslässt, dann hinterlässt das Spuren.“ Sind das versteckte Aggressionen, um die eigene Zurückweisung beim Online-Dating zu rächen? Für Lisa steht fest: „Das trifft dich ungeschützt. Das ist Mobbing.“ Sie hat mit dem Typen diskutiert, der sie auf Tinder blöd angegangen ist. Wie der Dialog zwischen den beiden ausgegangen ist, erzählt sie heute in FM4 Auf Laut.

Heute Abend in FM4 Auf Laut

Gibt es eurer Meinung nach Regeln, die man beim Online-Dating beachten soll, damit man sich schlechte Erfahrungen erspart? Wie seht ihr das mit der Vielfalt der Bekanntschaften, die man über Dating-Apps erreicht? Wie hat das Online-Anbandeln unser Flirtverhalten verändert? Und habt ihr auch Erfahrungen mit Mobbing via Tinder & Co. gemacht?

Darüber diskutieren wir am Dienstag ab 21 Uhr. Zu Gast sind Lisa Akbal, Bloggerin und Philipp Hergovich von der WU Wien.

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