FM4-Logo

jetzt live:

Aktueller Musiktitel:

Extraleben

FM4

Freispiel! Kostenlos spielen

Kaufen, kaufen, kaufen! Es geht auch anders: Das FM4 Extraleben widmet sich dem kostenlosen Spielspaß.

Von Rainer Sigl

Weihnachten, Zeit des grenzenlosen Einkaufens - für sich selbst und andere. Auch für Spielerinnen und Spieler ist die kapitalistischste Jahreszeit bekanntermaßen voll an mehr oder weniger kostspieligen Verlockungen, die das Games-Budget anknabbern. Dabei müsste das eigentlich gar nicht sein, denn nach wie vor gibt es zahlreiche Videospiele, die überhaupt nichts kosten.

FM4 Extraleben übers kostenlose Spielen

Freeware, Demos, Raubkopien, Free2Play - es gibt viele Wege, zum kostenlosen Spiel zu kommen. Conny Lee, Robert Glashüttner und Rainer Sigl plaudern am Donnerstag, dem 21. Dezember 2017 übers Freispiel. Von 21 bis 22 Uhr und danach 7 Tage im FM4 Player sowie als Podcast.

Das freie Spiel hat eine lange Tradition, die bis in die Siebzigerjahre zurückreicht - zu einer Zeit, wo Open Source noch State of the Art war. Während in den Arcades dieser Ära das Spielen nur gegen Münzeinwurf möglich war, entstand auf den fetten Mainframes dieser Zeit eine kleine, selbstverständlich kostenlose Gameskultur, die zum Teil bis heute blüht und gedeiht.

Wenig später setzte sich mit dem Aufkommen von Share- und Freeware das Gratisspiel per Disketten und CDs auf Fachmagazinen durch, und mit dem Aufkommen des Internets gab es dann kein Halten mehr. Kostenlose Spiele, oder zumindest Demos, mit denen das Anspielen kommerzieller Titel möglich war, waren lange Jahre Spielefutter für den kleinen Geldbeutel.

Demos und Raubkopien

Richtig, Demos waren über Jahre hinweg selbstverständlicher Bestandteil der Spielevermarktung - heute sind sie allerdings eher die Ausnahme als die Regel. Der Grund dafür liegt einerseits in der kühlen Kalkulation, dass sich Spiele ohne Demo schlicht besser verkaufen - wohl an all jene, die sich nach dem Ansehen derselben dann doch gegen einen Kauf entschieden hätten -, andereseits aber auch in Mechanismen wie der oft möglichen Rückgabeoption zum Beispiel per Steam Refund.

Was es immer noch gibt: Abgespeckte kostenlose Spieleversionen, die sich per Zusatzkauf freischalten lassen, wie das damals schon bei der Vermarktung von „Doom“ praktiziert wurde. Dass sich Entwickler dann heutzutage oft erbosten Kritiken ausgesetzt sehen, warum ihr Spiel nicht gleich ganz kostenlos ist, zeigt, dass sich die vielbeklagte Gratismentalität auch tief ins Selbstverständnis vieler Spielerinnen und Spieler eingefressen hat. kein Wunder, immerhin ist die geschichte des „Raubkopierens“ fast ebenso alt wie Videospiele selbst.

Sprechen wir über Computerspiele!

Seit Herbst 2013 sprechen Conny Lee, Rainer Sigl und Robert Glashüttner einmal im Monat eine Stunde lang über Gameskultur. Jede Sendung widmet sich einem bestimmten Thema und beleuchtet es von unterschiedlichen Seiten. Es ist eine Radiostunde voller ludischer Erörterungen und verspielter Debatten.

Das FM4 Extraleben ist das Computerspielkränzchen auf FM4, wo wir uns in unsere Lederfauteuils lehnen und darüber plaudern, was digitale Spiele eigentlich so mit uns und was wir mit ihnen machen.

Es gibt begleitende Webstorys zu allen Sendungen bis inklusive März 2017 und zu jenen ab April 2017. Das FM4 Extraleben gibt es auch als Podcast.

itch

itch

Die Downloadplattform itch.io bietet eine Vielzahl an kostenlosen Spielen - ganz ohne Free2Play-Abzocke.

Free2Play? Muss nicht sein!

Wer heute an kostenlose Spiele denkt, hat vielfach eine ganz spezielle Form davon vor Augen: Free2Play-Spiele, also solche, die zwar kostenlos sind, aber sich - höchst gewinnbringend - über Mikrotransaktionen finanzieren, gibt es seit Jahren nicht nur bei Mobile-Games, wo sie längst die Mehrheit darstellen, sondern auch auf Konsole und PC. Natürlich sind nicht alle gleich in ihrem Fokus auf mehr oder weniger penetrante Monetisierung - immerhin sind Spiele wie „League of Legends“, „DotA 2“, „Team Fortress 2“, „Path of Exile“ oder „Unturned“ auch Beispiele für „faire“ Free2Play-Modelle.

Wer dennoch lieber ganz kostenlose Spiele spielt, bei denen die Bezahlung überhaupt keine Rolle spielt, hat übrigens heute größere Auswahl als je zuvor. Vor allem die Downloadplattform itch.io hat sich in den letzten Jahren zum Anlaufpunkt für kleine und kleinste Gratisspiele aus der alt-games-Szene entwickelt, und Gamejams wie Ludum Dare spülen mehrmals in Jahr buchstäblich tausende kostenlose Spiele ins Netz.

Was nichts kostet, kann durchaus etwas wert sein. Schlagen wir doch dem Kapitalismus ein Schnippchen - mit Freispielen.

Aktuell:

Werbung X