FM4-Logo

jetzt live:

Aktueller Musiktitel:

Kleidungsschubladen

Conny Lee

Happy End Kalender

Happy End Kalender Tag 7: Magic Cleaning

Heute untersuchen wir im Adventkalender Marie Kondos Methode des Aufräumens. Können uns Ausmisten und Ordnung machen zu Glück verhelfen?

Von Conny Lee

Marie Kondo bezeichnet sich selbst als Ordnungsberaterin und Aufräumcoach. Ihr Buch „Magic Cleaning - Wie richtiges Aufräumen ihr Leben verändert“ ist ein weltweiter Bestseller und ihre sogenannte Komari-Methode hat ihr eine riesige Gefolgschaft verschafft.

Der FM4 Happy End Kalender

Wir sind 24 Tage lang dem Glück auf der Spur und testen uns von 1. bis 24. Dezember durch diverse Glücksversprechungen: von der Tageslichtlampe über verschiedene Apps bis hin zu Sex.

Alle Tage, alle Türchen

Wie zumeist kommt ihre besondere Begabung für Ordnung von einer persönlichen Leidenschaft. Von jungen Jahren an war Marie Kondo getrieben von dem Wunsch, aufzuräumen und Ordnung zu schaffen. Das ging sogar soweit, dass sie als Jugendliche einen Nervenzusammenbruch hatte. Daraufhin entwickelte sie ihre Methode, an der sie seither gefeilt und vielen Menschen beigebracht hat.

Ich habe ihr Buch geschenkt bekommen - ein unsubtiler Wink mit dem Zaunpfahl - und mich Kapitel für Kapitel durchgearbeitet. Literarisch ist ihr Buch keine Empfehlung, denn so sehr Marie Kondo Ordnung liebt, so chaotisch ist ihr Schreibstil. Trotzdem schafft sie es, ihre Ratschläge zu vermitteln.

Step 1: Ausmisten

Um Ordnung zu schaffen geht es zu allererst natürlich ans Ausmisten - und das rigoros. Dafür hat die Expertin genaue Vorgehensweisen parat, und zwar geht man nach Kategorien vor, deren Reihenfolge die sie im Zuge ihrer Coaching-Erfahrung genau ausgearbeitet hat: Erst Kleidung, dann Bücher, Papiere, Kleinkram und zum Schluss erst Erinnerungsstücke - weil die sind das Schwierigste. Und auch die Kleidung ist wieder unterteilt in Oberteile, Unterteile und so weiter. Ich trage also zu Beginn der Ausmistaktion alle Oberteile die ich besitze zusammen. Allein beim Anblick dieses Textil-Gebirges steigt die Motivation, hier radikal zu reduzieren.

Kleiderhaufen

Conny Lee

Der nächste Schritt ist, jedes Ding in die Hand zu nehmen und dann sofort zu entscheiden, ob man das Teil behält oder nicht. Wenn es nicht als Lieblingsstück durchgeht, kommt es weg. Auch die Sachen, die ich vielleicht vor Jahren mal gekauft und nie angehabt habe:

„Jedes Ding hat seine eigene Aufgabe. Nicht jedes Kleidungsstück kommt in Ihr Leben, um ihr neues Lieblingsteil zu werden und phantastisch an Ihnen auszusehen.“

Vielleicht hatte dieses eine Teil nur die Aufgabe, mich endlich kapieren zu lassen, dass ich mich in dem Schnitt nicht wohlfühle und ihn daher nicht mehr kaufe.

Aufgrund ihrer radikalen Ausmist-Regeln werfen viele KritikerInnen dieser Methode eine Wegwerf-Mentalität vor. Ich habe meine ausgemisteten Sachen der Kleidersammlung übergeben, allerdings ist schon lange bekannt, dass einfach prinzipiell zu viel hergestellt, billig verkauft und dann schnell wieder weggeworfen wird, weshalb auch Kleidersammlungen oft übergehen.

Marie Kondos Ratschläge beziehen sich darauf, sich von unnötigem Ballast zu befreien und auch keinen neuen mehr anzuschaffen. Es geht auch darum, ein Auge dafür zu entwickeln, was man wirklich braucht und zweimal zu überlegen, bevor man sich die 7. weiße Bluse kauft oder den 13. Synthetik Pulli, der nach zweimal Waschen unansehnlich geworden ist.

Marie Kondo rät auch nicht dazu, etwas Kaputtes einfach wegzuwerfen statt es zu reparieren. Aber sie schreibt darüber, dass wir das Gerät, das seit 4 Jahren herumliegt, weil wir es ja „irgendwann mal reparieren könnten“, getrost wegwerfen können, weil offensichtlich brauchen wir es nicht, sonst hätten wir es schon lange repariert.

Step 2: Ordnung schaffen

Nach dem Ausmisten folgt das Ordnung schaffen, und auch dafür hat Marie Kondo sehr konkrete Ratschläge, was Struktur und Aufbewahrung betrifft. Was mir besonders geholfen hat: Die Kleidund wird zu kleinen Röllchen zusammengelegt, die man dann alle nebeneinander in Schubladen oder Kisten stellen kann. Die Sachen verdrücken nicht mehr so und man sieht auf einen Blick alles was da ist.

Kleidungsschubladen

Conny Lee

Auf YouTube findet man dazu zahlreiche Anleitungsvideos, die nicht nur erklären wie man sämtliche Kleidung so zusammenlegt, dass sie „steht“, sondern es beruhigt auch total, Marie Kondo dabei zuzusehen.

Zugegeben, in einigen ihrer Tipps ist sie mir zu radikal und ich bin mir sicher, Marie Kondo würde bei mir daheim noch vieles finden, was ihren Regeln nach weg gehörte, aber derartiger Wohn-Purismus entspricht mir einfach nicht. Ein weißes Regal, in dem nichts steht bis auf eine stilvolle Vase, ist ein Wohnkonzept, das ich nicht verstehe. Ich habe daher nicht jeden einzelnen Punkt aus dem Buch „Magic Cleaning“ befolgt, aber das Glücksgefühl bem Ausmisten und beim Anblick der ordentlichen Schublade war durchaus real.

Aktuell:

Werbung X