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Filmflimmern

Filmflimmern

Neu im Kino: „Star Wars: The Last Jedi“, „Casting“ und „Lieber Leben“, Netflix-Tipps: „Voyeur“ und „Mudbound“. Außerdem: Ein Film, den die Produzenten als „zu intellektuell“ fürs Kino-Publikum finden.

Von Pia Reiser

Star Wars: The Last Jedi

Das wichtigste zuerst: Oscar Isaac sieht auch in orange wieder blendend aus. Für alles Weitere verweise ich euch an Kollegen Christoph Sepin, seine spoilerfreie Kritik zu „Star Wars: The Last Jedi“ findet ihr hier, er vergibt 7 von 10 Laserschwertern.

Star Wars Die Letzten Jedi

Lucasfilm Ltd.

Casting

Gerwin heißt die Anspielwurst, so einen schönen Satz kann man formulieren, wenn man über „Casting“ spricht. Andreas Lust spielt Gerwin, der bei einem Casting für die Neuverfilmung eines Films von Rainer Werner Fassbinder der Anspielpartner für die vorsprechenden Schauspielerinnen ist. Nicole Wackerbarth legt mit „Casting“ einen Ensemblefilm vor, in dem es um vorrangig nicht um einen Blick hinter die Kulissen des Schauspielerlebens geht, sondern vielmehr um den breiter gefassten Arbeitsalltag: Konkurrenz versteckt hinter Freundlichkeit, schnippige Kommentare, die Vermischung von Privatem und Geschäftlichem. Anna Katharina Laggner war begeistert von der bitterbösen Improvisations-Komödie.

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Lieber Leben

Geschichten über Menschen, die nach Krankheiten oder Unfällen sich mit - und in - einem Körper zurechtfinden müssen, der nicht mehr so funktioniert, wie sie es gewohnt sind, sind Geschichten, die das europäische Arthauskino sehr gerne erzählt. Dabei können so flirrende Filme wie „Schmetterling und Taucherglocke“ oder „Der Geschmack von Rost und Knochen“ herauskommen. „Lieber Leben“ von Regisseur Grand Corps Malade, ja das heißt großer kranker Körper, klingt dem Kurzinhalt nach eher nach wohlmeinender „Carpe Diem“-Lektion - junger Mann sitzt nach Sprung in den Pool für den Rest seines Lebens im Rollstuhl und findet auf Reha neue Freunde - doch der Film entpuppt sich als warmherzige Unterhaltung ohne Pathos oder falsche Sentimentalitäten, Anna Katharina Laggner verleiht 7 vo 10 Rollstühlen.

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Netflix: Voyeur

Ein Mann kauft in den 1960er Jahren ein Motel zum alleinigen Zweck, die Gäste in ihren Zimmern zu beobachten. Nicht einfach laienmäßig Norman-Bates-like durch ein Loch in der Wand, nein er baut sich ein eigenes „observation deck“ am Dachboden, durch das Lüftungssystem kann er in alle Zimmer schauen. Dieser Mann heißt Gerald Foos ist inzwischen über 80 und befindet sich nun in einer Situation, in der sich Voyeure sonst nicht befinden: Er will gesehen werden. Er will, dass die Leute seine Geschichte kennen. Die amerikanische Journalistenlegende Gay Talese soll ein Buch über ihn schreiben. Die Dokumentation „Voyeur“ widmet sich der Beziehung zwischen Talese und Foos, dem dick bebrillten Spanner und dem Dandy-Autor, die mehr gemeinsam haben, als man auf den ersten Blick annehmen würde.

Netflix: Mudbound

Der titelgebende Schlamm dominiert auch die Bilder von „Mudbound“. Schlamm umgibt die kleine, alles andere als behagliche Farm der McAllans im Mississippi Delta. Die kleinen McAllen-Mädchen haben verkrustete Haare vom Spielen im Schlamm und er färbt auch schon die Träume von deren Mutter Laura (Carey Mulligan) ein.
Der tatsächliche Schlamm lässt sich beim wöchentlichen Bad zumindest kurzfristig abwaschen, der gesellschaftliche Morast ist hartnäckiger. Die Abschaffung der Sklaverei ist zwar 80 Jahre her, doch in den meisten Köpfen der weißen Bevölkerung regiert der unerschütterliche Glaube an die durch die Hautfarbe gegebene Überlegenheit. Die Segregation, die „Rassentrennung“ ist im Gesetz verankert, institutionalisierter Rassismus dominiert den Alltag der schwarzen Bevölkerung. Anhand zweier Familien, den weißen McAllens und den schwarzen Jacksons erzählt „Mudbound“ eine Geschichte von epischem Ausmaß. Auf eine klassische Drei-Akt-Struktur verzichtet der Film, setzt auf einzelne Vignetten, erzählt von der Mühsal der Farmer, von großen Tragödien und winzigen Glücksmomenten.

Mudbound

Netflix

Außerdem

Salma Hayek hat für den „New Yorker“ einen Text über Harvey Weinstein geschrieben. Regisseur Morgan Spurlock wollte schneller sein als die Presse oder Frauen aus seiner Vergangenheit und hat via Twitter eine Art Geständnis zu mehreren Fällen von sexual misconduct geschrieben.

Wer sich auf „Annihilation“ auf der großen Leinwand gefreut hat, muss jetzt ins Heimkino investieren. Nach Test-Screenings von Alex Garlands Sci-Fi-Horror schloss Paramount einen Deal mit „Netflix“, offenbar sei der Film zu complicated und intellectual/ für das Kinopublikum.

Women & Hollywood hat eine ausführliche Liste mit Filmen aus diesem Jahr - Filme von Frauen und über Frauen und ich empfehle nochmal Lady MacBeth".

Wer gedacht hätte, Disney könne nicht noch größer werden, think again: Disney ist gerade dabei, sich einen Großteil von 21th Century Fox einzuverleiben.

Termine

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16.12: The Darjeeling Limited, Filmcasino im Filmcasino

14.12: Batman (1989), Filmcasino, Wien
14.12: Rififi, Leokino, Innsbruck
16.12: The Darjeeling Limited, Filmcasino, Wien
17.12: The Hurt Locker, Filmmuseum, Wien
17.12: La Grande Bellezza, Filmcasino, Wien
18.12: The Juggler, Metro KinoKulturhaus, Wien

In diesem Sinn: Those Germans are bothering me. („The Darjeeling Limited“)

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