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Mythischer Horror in Schwedens Wäldern

Das Indie-Horrorspiel „Unforgiving - A Northern Hymn“ lässt schwedische Geistergeschichten zum Leben erwachen.

Von Rainer Sigl

Der nächtliche Wald rund um mich ist finster und bedrohlich. Hier und da knackt es im Dunkel, aber am unheimlichsten ist das dumpfe Geräusch schwerer Schritte, das irgendwo vor mir erklingt. Ängstlich schleiche ich bis zum Rand einer kleinen Lichtung, und da ist er: Ein nackter, unförmiger Riese hockt da vor mir im Mondlicht. Jetzt nur kein Geräusch machen und ja nicht die Nerven verlieren.

Im schwedischen Indie-Horrorspiel “Unforgiving - A Northern Hymn” irren wir in der Gestalt der jungen Frau Linn durch einen finsteren schwedischen Wald, in dem es offensichtlich nicht mit rechten Dingen zugeht. Nach einem Autounfall haben wir auch noch unseren Bruder verloren und müssen versuchen, zu Fuß wieder in die Zivilisation zurückzukehren. Was banal beginnt, entwickelt sich aber schnell zu einer albtraumhaften Wanderung in die unheimlicheren Ecken der skandinavischen Mythologie, in der Sumpfhexen, Riesen und sonstige schwedische Spukgestalten die Hauptrolle spielen.

Ein Spiel wie ein Indie-Horrorfilm

“Unforgiving” ist ein First-Person-Horrorspiel, das auf sympathische Art und Weise ans europäische Indie-Kino erinnert: Die in Schwedisch eingesprochenen Dialoge werden nur in Untertiteln übersetzt und statt bombastischer Spezialeffekte gibt es atmosphärischen Grusel, der sich eher langsam entfaltet.

Auf unserer Flucht durch den Wald müssen wir nicht nur den Horrorgestalten entkommen, sondern hin und wieder auch einfache Rätsel lösen und aufpassen, dass uns die Streichhölzer nicht ausgehen - ohne deren Licht sieht man im Wald, in den verlassenen Waldhütten und Höhlen nämlich kaum die Hand vor Augen. “Unforgiving” lässt sich sympathisch viel Zeit und setzt meist eher auf stillen Schrecken statt auf Jumpscares und Schockeffekte; genau deshalb ist es auch besonders gruselig geraten.

Unforgiving

Angry Demon

Weniger Splatter, mehr Grusel

“Unforgiving - A Northern Hymn” ist für Windows erschienen.

Während viele andere Horrorspiele literweise Blut verspritzen und uns an jeder zweiten Ecke erschrecken, ist “Unforgiving” ein stilles, aber auch wegen seines gelungenen Sounddesigns besonders atmosphärisches Gruselspiel geworden.

Dass zudem Monster zum Einsatz kommen, die aus der schwedischen Märchenwelt statt aus Hollywoods altbekanntem Schreckrepertoire kommen, macht es ein wenig exotisch - und besonders sympathisch. Die geistergeschichten, mit denen angeblich „Generationen von schwedischen Kindern“ erschreckt wurden, machen eben auch digital gute Figur.

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