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Don't Make Love

Maggese

No sex, please!

Ein verliebtes Gottesanbeterinnenpärchen macht sich im Spiel „Don’t make Love“ tiefschürfende Gedanken über seine romantische Zukunft.

Von Rainer Sigl

Die romantische Liebe ist schon unter Menschen eine sehr vertrackte Angelegenheit, umso komplizierter wird es, wenn man eine Gottesanbieterin ist. Die heuschreckenähnlichen Insekten sind ja bekanntlich dafür berüchtigt, dass die größeren Weibchen nach dem Geschlechtsakt die kleinen Männchen schon mal gern auffressen.

Im Indiespiel “Don’t Make Love” schlüpft man nun in die Rollen eines verliebten Gottesanbieterinnenpärchens - und das hat sich ein paar schwierigen Fragen zu stellen, was seine romantische Zukunft betrifft. Das bereits letzten Herbst veröffentlichte Spiel wurde vor kurzem für den Student-Award des renommierten IGF nominiert.

Tiefschürfende Gespräche mit dem Chatbot

“Don’t Make Love” ist eine Mischung aus Grafik-Adventure und Chatbot, in dem wir uns ganz zu Beginn aussuchen dürfen, ob wir als Männchen oder Weibchen spielen wollen. In beiden Fällen kommunizieren wir mit unserem Partner oder unserer Partnerin über Tastatureingabe wie im klassischen Textadventure. Außerdem dürfen wir ein paar Aktionen wie Umarmungen oder Küsse und Gesichtsausdrücke triggern.

Im sich entspinnenden ernsthaften Gespräch geht es aber nicht nur um die Frage, ob wir “es” trotz aller Gefahr wirklich tun wollen, sondern auch um tiefgreifende emotionale Angelegenheiten. Was macht eine Liebesbeziehung aus? Wie weit darf Vertrauen gehen? Wer hat die letzte Entscheidung über die gemeinsame Zukunft? Der Computer reagiert recht natürlich auf unsere Antworten und Fragen und begnügt sich auch nicht mit einsilbigen Antworten unsererseits - so entsteht tatsächlich ein sich echt anfühlendes Gespräch.

Don't Make Love

Maggese

Die Anti-Dating-Sim

Eigentlich ist „Don’t Make Love“ in gewisser Weise das diametrale Gegenteil zur vor allem in Japan beliebten Dating Sim, in der man meist als schüchterner junger Mann das Herz eines oder mehrerer Mädchen gewinnen muss. In „Don’t Make Love“ hat man sein Herzblatt bereits zu Beginn für sich erobert - und muss jetzt mit allen Mitteln verhindern, im Bett zu landen. Oder auch nicht: Es gibt viele Möglichkeiten, das Spiel zu beenden, darunter auch die gefährliche Liebesnacht - wie die tatsächlich ausgeht, bleibt leider ungesagt.

Erschienen ist “Don’t Make Love” für Windows.

Wer sich in Beziehungen nichts Schlimmeres als tiefschürfende Gespräche über Gefühle und Befindlichkeiten vorstellen kann, sollte einen weiten Bogen um “Don’t Make Love” machen, denn das simuliert so eine Unterhaltung auf erstaunlich wirklichkeitsnahe Art und Weise. Für alle anderen ist das kleine - leider nur auf Englisch spielbare - Spiel ein wunderbar intimes Gespräch mit einer nur auf den ersten Blick absurden Ausgangssituation.

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