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Kendrick Lamar bei den Grammys

APA/AFP/Timothy A. CLARY

Artist of the week

Kendrick Lamar macht den Sound Wakandas

Kendrick Lamar, unser aktueller Artist of the Week hat den „Black Panther-Soundtrack“ kuratiert und tourt gerade mit seinem Album „DAMN.“ durch Europa. Für sein Paris-Konzert verlosen wir eine Reise und Tickets!

Von Dalia Ahmed

Im April 2017 erschien Kendrick Lamars viertes Studio Album DAMN. und funkelte als weiteres Juwel in K.Dots musikalisch diverser und doch thematisch homogener Diskographie. Auf DAMN. zeigt sich Kendrick Lamar von seiner gewohnt gesellschaftskritischen Seite, aber traut sich auch mehr auf Themen der afro-amerikanischen Freude einzugehen. Liebe, Treue, Glaube und deren subversive Kraft werden ebenfalls an- und ausgesprochen.



Und das machte wohl auch Kendrick Lamar so attraktiv als Kurator und Co-Produzent des Black Panther-Soundtracks „Black Panther: The Album - Music from and inspired by“, erschienen auf (und mit allen Artists von) dem TDE Label. Ein Soundtrack zum wohl schwärzesten Blockbuster überhaupt, vor und hinter den Kulissen, soweit das in Hollywood eben möglich ist. Und ein Film der gleichzeitig den Pan-Afrikanismus zelebriert und einen unglaublich großen pop-kulturellen Moment für viele Afroamerikaner/innen darstellt.

Black Panther - Albumcover

Universal Music

Genau diesen Nerv der „Black Empowerment“ trifft Kendrick Lamar seit jeher mit seiner Musik und seinen Videos. Wobei er dies bis jetzt nur aus afro-amerikanischer Perspektive tat. Doch beim Black-Panther Album ging es auch darum, sich vom Film, der größtenteils auf dem afrikanischen Kontinent spielt, inspirieren zu lassen. Deshalb holte Kendrick Lamar neben amerikanischen, englischen und kanadischen Künstler/innen wie Schoolboy Q, 2 Chainz, Khalid, Swae Lee, Jorja Smith, Vince Staples, Anderson Paak, James Blake, Future, The Weeknd und Travis Scott auch südafrikanische Rapperinnen wie Yugen Blakrok, Babes Wodumo und den Sänger Sjava mit ins Studio.

Der Soundtrack erzählt eine eigene Geschichte

Das Ergebnis ist ein Hip Hop Album, das westafrikanische Trommeln sampled, südafrikanische Gqom House Beats inkorporiert, vor pompösen Pop-Momenten nicht zurückscheut, Rockguitarren featured und so von super chilligen, melancholischen Tracks wie „Bloody Waters“ mit Ab-Soul, Anderson. Paak & James Blake bis hin zu deeper, deftiger Verfolgungsjagdmusik, wie auf Vince Staples „Opps“, das gesamte Spektrum abdeckt.

So wie der Film erzählt der Soundtrack in seinen besten Momenten eine vielschichtige Geschichte des Widerstands, des inneren Konflikts, ideologischer Machtkämpfe und über die Sünden des Vaters.

Der Eröffnungstrack „Black Panther“ präsentiert einen Kendrick Lamar, der personifiziert als König T’Challa von seinem Königreich und der Verantwortung erzählt. Auf „King’s Dead“ rappen anfangs Future und Jay Rock über Frauen und Geld, aber dann wechselt der Beat und Kendrick Lamar tritt als Black Panthers Antagonist Erik Killmonger auf und präsentiert auf fast manifesto-artige Weise sein Gegenprogramm zu König T’Challas Weltanschauung.



Fuck integrity, fuck your pedigree, fuck your feelin’s, fuck your culture
Fuck your moral, fuck your family, fuck your tribe
Fuck your land, fuck your children, fuck your wives
Who am I? Not your father, not your brother
Not your reason, not your future
Not your comfort, not your reverence, not your glory
Not your heaven, not your angel, not your spirit
Not your message, not your freedom
Not your people, not your neighbor
Not your baby, not your equal
Not the title y’all want me under
All hail King Killmonger

(Kendrick Lamar - King’s Dead (feat. Jay Rock, Future & James Blake))



Auf dem Track „Seasons“, der von einem Zulu-Vers eingeleitet wird, verwandelt sich Kendrick Lamar schließlich in beide Protagonisten und spricht in einer halligen, übersinnlichen Stimme „I am T’Challa. I am Killmonger. One world, one god, one family. Celebration“

.

Ein panafrikanisches popkulturelles Phänomen

Damit fasst er wohl auch die Wirkung des Blockbusters „Black Panther“ zusammen. Zum Release des Films stürmten sowohl Afrikaner/innen als auch Afro-Amerikaner/innen und andere Menschen der afrikanischen Diaspora die Kinos, teils sogar in traditionellen Roben oder modernen afrikanischen Outfits. Und die, denen das Wissen um ihre Vorfahren und Tradition durch den atlantischen Sklavenhandel geraubt wurde, die konnten in Black Panther Cosplay Kostümen zum Screening auftauchen. Sowohl das Album als auch der Film zelebrieren damit das Aufkommen eines pan-afrikanischen popkulturellen Phänomens. Eine Welt, wie die der Star Wars-, Harry Potter- oder Herr der Ringe-Franchises, die aber zum ersten Mal von schwarzen Protagonisten bevölkert wird.



Das Video zu „All the Stars“, das Kendrick Lamar gemeinsam mit seiner Labelkollegin SZA aufnahm, versteht sich ebenfalls als Ode an den afrikanischen Kontinent, seine Vielfalt und seine Historien. Das Video mündet symbolisch in einer Verneigung Kendrick Lamars vor vier übergroßen Müttern Afrikas. Umso schader, dass seinem Team, wohl zu recht, eine britisch-liberische Künstlerin vorwirft, für das Video bei ihr abgeschaut zu haben ohne sie zu entlohnen. 




Doch während wir zu den Beats des Black Panther Soundtracks tanzen, ruht sich Kendrick Lamar nicht aus, sondern tourt aktuell mit dem „DAMN.“-Album durch die Welt. Eine Show, die Videoprojektionen, Pyrotechnik und hydraulische Mega-Konstruktionen zu einer Kendrick Lamar-One-Man-Show verschmilzt und uns zum xten Mal beweist, dass Kendrick ein Renaissance Man ist. Ein visueller, lyrischer, dramaturgischer und musikalischer Alleskönner, der nicht nur sich, sondern auch den Kampf für seine politische und gesellschaftliche Sache ins Rampenlicht rückt. 


Gewinn eine Reise nach Paris zum Konzert von Kendrick Lamar!

Wenn du samt Begleitung am Montag 26.2. zum Kendrick Lamar-Konzert in der Accorhotels Arena in Paris fliegen möchtest, Abflug von München oder Wien, Hotel inclusive, dann schick uns eine Whats App Audio-Sprachnachricht an unseren Whats App Account: 0664 828 44 44

Zitiere deine Lieblings-Line(s) aus dem Werk von Kendrick und sag uns auch kurz, warum du sie toll findest. Eine Jury aus dem Hip Hop Lesekreis wird die Gewinnerin/den Gewinner bestimmen, und er/sie wird von uns per whatsapp/telefon am Mittwoch verständigt.

Das Gewinnspiel ist beendet.

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